MoGraph: Das PolyFX-Objekt

Mit diesem Objekt können Sie die Polygone eines beliebigen Objekts zu Klonen umwandeln lassen. Durch diesen Kunstgriff können MoGraph-Effektoren direkt die Positionen, Größen und die Winkel von Polygonen beeinflussen (siehe Abbildung 5.225).

Animation in Cinema 4D - Verschiedene Modi des PolyFX-Objekts

Abbildung 5.225: Verschiedene Modi des PolyFX-Objekts

Viel einzustellen gibt es am PolyFX-Objekt nicht. Ordnen Sie es einfach unter dem Objekt ein, dessen Polygone Sie manipulieren möchten. Dies funktioniert übrigens auch mit Splines, wobei dort anstatt von Polygonen die Splinesegmente manipuliert werden können. Die Abbildung 5.225 zeigt in einer Bildfolge die wichtigsten Einstellmöglichkeiten, bzw. deren Effekte auf das Objekt. Ganz links sehen Sie dort die Ausgangsszene. Dort wurde einer einfachen Kugel ein PolyFX-Objekt untergeordnet. Beim PolyFX haben wir zusätzlich eine Kugel-Abnahme aktiviert. In den Transformation-Einstellungen können wir nun z. B. die Positionen der Polygone verändern, die im Einflussbereich der Abnahme liegen. Dabei wird jeweils das Achsensystem jedes einzelnen Polygons verwendet. Eine Positionsverschiebung mit P.Z verschiebt die Polygone daher entlang ihrer Normalenrichtungen. Genau dies ist bereits ganz links in Abbildung 5.225 zu erkennen. Die Polygone werden dabei von ihren Nachbarn abgelöst. Jedes Polygon kann sich daher unabhängig verhalten. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Bildern der linken Hälfte von Abbildung 5.225 liegt im Zustand der Option Phong erhalten. Ist die Option aktiv, bleibt die Oberflächenschattierung auf den Polygonen auch dann erhalten, wenn sie den Zusammenhalt mit benachbarten Flächen verloren haben. Ist die Option ausgeschaltet, wird die Schattierung wie üblich nur vom Winkel zwischen den Flächen beeinflusst. Den Unterschied erkennen Sie besonders deutlich am Übergang zwischen der unteren Kugelhälfte und dem untersten Ring abgelöster Polygone. Dies kann jedoch immer nur dann gelten, wenn ein Polygon noch nicht vollständig abgelöst wurde, also z. B. eine Kante noch mit dem restlichen Objekt verbunden ist. Sind Polygone vollständig abgelöst, endet die Schattierung automatisch an deren Kanten.

Die zweite grundsätzliche Einstellung betrifft das Modus-Menü. Bei der Einstellung Volle Polygone/Segmente wird immer das gesamte Polygon mit einer einheitlichen Transformation verändert. Alle Eckpunkte des Polygons bewegen sich daher mit gleicher Intensität. Aus diesem Grund könnte man diesen Modus auch „Ganz oder gar nicht“ nennen, denn entweder wird das Polygon verschoben, gedreht oder skaliert oder eben nicht. Es kommt daher immer zu einer harten Abrisskante zwischen den veränderten Polygonen und den Bereichen, die unverändert bleiben. Dies ist ganz rechts in Abbildung 5.225 und dort wieder besonders am untersten Polygonring im abgetrennten Bereich zu erkennen. Bezogen auf Splines und deren Segmente ergibt sich ein vergleichbares Bild. Entweder bewegen sich alle Punkte eines Splinesegments um den gleichen Betrag oder ein Segment bleibt komplett unbeeinflusst.

Im Modus Getrennte Polygone/Splines können sich die einzelnen Punkte der erfassten Polygone und Splines individuell bewegen. Es kann daher auch zu Deformationen kommen, wenn z. B. die obere Kante eines Polygons bereits verschoben wurde, der untere Rand jedoch noch an seiner ursprünglichen Stelle bleibt. Dies ist im zweiten Bild von rechts in Abbildung 5.225 zu erkennen, wo die untere Kugelhälfte noch am unteren Rand der bereits halb verschobenen Polygone hängen bleibt. Bei der Kombination mit Splines verändert sich die Wirkung von PolyFX in diesem Modus zusätzlich, denn nun werden praktisch bereits die benachbarten Zwischenpunkte eines Splines zu einem Segment, das sich separat verhalten kann. Die folgende Abbildung 5.227 stellt besonders die Nutzung mit Splines noch einmal in beiden Modi gegenüber.

Neben diesen Einstellungen finden Sie schließlich noch die bereits bekannte Rubrik für die Effektoren, über die Sie dann die Polygone oder Segmente manipulieren können, falls die eher grundsätzlichen Transformationen des PolyFX nicht ausreichen. Dabei kann die Wirkung der Effektoren sowohl über deren Abnahme als auch über eine eigene PolyFX-Abnahme beschränkt werden.

Animation in Cinema 4D - Unterschiedliche PolyFX-Modi bei einer Kombination mit Splines

Abbildung 5.226: Unterschiedliche PolyFX-Modi bei einer Kombination mit Splines

In Abbildung 5.226 finden Sie das bereits angekündigte Beispiel zur Nutzung von PolyFX mit Splines. Hier wurde ein großer Kreis-Spline mit aktiver Ring-Option zusammen mit einem kleinen Kreis unter einem Sweep-Objekt gruppiert. Unter dem großen Spline-Objekt wird ein PolyFX-Objekt eingruppiert. Dieses wird schließlich mit einem MoGraph Zufall-Effektor verknüpft, der eine kreisförmige Abnahme erhält. Die verwendete Form der Zufall-Abnahme können Sie ganz links in Abbildung 5.226 erkennen. Rechts daneben, in der Mitte der Abbildung ist das zu erwartende Ergebnis dokumentiert, wenn Modus Volle Polygone/Segemente verwendet wird. Die beiden Kreis-Segmente verschieben sich etwas zufällig, bleiben aber ansonsten in ihren Formen erhalten. Ganz anders beim Umschalten in den Modus Getrennte Polygone/Splines, der ganz rechts in Abbildung 5.226 zu sehen ist. Hier werden jeweils zwei benachbarte Zwischenpunkte der Spline zu einem neuen Segment, das durch den Zufall verschoben wird. Die Menge und Verteilung der Bruchstücke wird in diesem Modus daher nur über den Typ der Interpolation und die Anzahl der Zwischenpunkte bestimmt. In diesem Fall wurde z. B. Zwischenpunkte Gleichmäßig mit einer Anzahl von 60 verwendet.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

Wir empfehlen:
Maxon BodyPaint 3D-Video-Training

Unsere Empfehlung für dich

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Überschreite mit unserem neuen und sagenhaften Standardwerk für Cinema 4D die Grenzen der Wahrnehmung. Das Release 16 ist das beste Update, das Maxon je herausgebracht hat!

  • Neue Funktionen von R16, R17 und R18 im Detail erklärt
  • In über 15,5 Stunden Video-Training Cinema 4D von A bis Z ergründen
  • PLUS 850 PDF-Seiten und Arbeitsmaterialien
  • Maximales Kreativtraining: Nachbau des Covermotivs

Zum Training