MoGraph: Das MoExtrudieren-Objekt

Die namentliche Nähe zum Extrudieren-Befehl ist durchaus passend (Mesh > Erstellen > Extrudieren), denn auch mit dem MoExtrudieren-Objekt können die Polygone eines Objekts extrudiert werden. Da es sich hierbei jedoch nicht um einen Befehl, sondern ein Generator-Objekt handelt, kann die Extrudierung jederzeit editiert oder animiert werden. Zudem gibt es auch hier wieder eine Möglichkeit, Effektoren auf die Extrudierungsschritte wirken zu lassen. Schließlich kann dieses Objekt auch mit Grundkörpern verwendet werden, die noch nicht konvertiert wurden (Mesh > Konvertieren > Grundobjekt konvertieren). Schauen wir uns die verfügbaren Funktionen wieder an kleinen Beispielen an. Wie in Abbildung 5.219 zu sehen, muss das MoExtrudieren-Objekt dem Objekt untergeordnet werden, dessen Polygone extrudiert werden sollen.

Animation in Cinema 4D - Die Grundfunktion des MoExtrudieren-Objekts

Abbildung 5.219: Die Grundfunktion des MoExtrudieren-Objekts

In diesem Fall wird ein einfaches Ebene-Grundobjekt benutzt. Mit dem Transformieren-Menü legen Sie fest, wie die Veränderungen an den Polygonen in Klone umgerechnet werden sollen. Dies wird erst dann wichtig, wenn Effektoren mit dem MoExtrudieren-Objekt verwendet werden sollen. Der reine Extrudieren-Effekt ist in beiden Transformieren-Modi ansonsten identisch. Dazu gehören die Verschiebung, die Skalierung und Drehungen, die Sie über die Transformation-Einstellungen am MoExtrudieren-Objekt einstellen können. Die Transformation-Einstellungen werden für jeden Extrudierungsschritt benutzt. Je mehr Extrudierungsschritte Sie benutzen, desto weiter werden also die Polygone extrudiert. Sollen nur einige der Polygone an einem Objekt extrudiert werden, können Sie auch eine Polygon-Selektion erstellen und als Auswahl-Tag speichern (Selektieren > Selektion einfrieren). Das entsprechende Polygon Auswahl-Tag ziehen Sie anschließend in das Feld für Polygonselektion. Sind Sie an etwas ausgefallenere Formen für die extrudierten Polygone interessiert, können Sie auch selbst eine Splineform vorzeichnen und als Sweep-Spline zuweisen. Der erste Punkt des Splines wird dabei automatisch auf jedes zu extrudierende Polygon gestellt.

Animation in Cinema 4D - Extrudieren der Polygone entlang eines eigenen Splines

Abbildung 5.220: Extrudieren der Polygone entlang eines eigenen Splines

Die Richtung des Splines orientiert sich dabei an der Oberflächennormalen jedes Polygons. Der Spline wird so gedreht, dass die Tangente am ersten Splinepunkt parallel zu dieser Normalen liegt. Wie Sie an Abbildung 5.220 erkennen können, verändert sich durch die Nutzung des Splines auch die Auswertung der Transformation-Vorgaben. Diese werden nun nur noch für die erste Extrudierung verwendet. So können Sie mit G.X 0,5 und G.Y 0,5 z. B. jedes Polygon nach der ersten Extrudierung auf die halbe Größe verkleinern. Alle nachfolgenden Extrudierungen bleiben dann konstant in Bezug auf diese Skalierung und eine eventuelle Verdrehung. Bei den Verschiebungen müssen Sie etwas aufpassen, denn dadurch kann sich die extrudierte Form von der Splinevorgabe entfernen.

Zur Steigerung der Genauigkeit bei der Wiedergabe der Splineform erhöhen Sie einfach die Extrusionsschritte. Diese Art der Extrudierung entlang eines Splines ist nur bei Transformieren Von Wurzel möglich. Alternativ zur Verwendung eines Splines direkt im MoExtrudieren-Objekt können Sie aber auch einen Spline-Effektor benutzen. Das sieht dann wie in Abbildung 5.221 aus.

Animation in Cinema 4D - Extrudierung mit einem Spline-Effektor

Abbildung 5.221: Extrudierung mit einem Spline-Effektor

Dazu muss am Effektor der Transformationsmodus Relativ zu Node benutzt werden. Kombiniert man dies mit anderen Effektoren, können dann z. B. auch die Skalierung und Drehung entlang des Splines individuell gesteuert werden. So einen Fall sehen Sie in Abbildung 5.222, wo ein Schritt-Effektor zusätzlich zum Spline-Effektor für eine Drehung und Skalierung der Extrusionsschritte sorgt.

Animation in Cinema 4D - Anpassungen der extrudierten Polygone über einen Schritt-Effektor

Abbildung 5.222: Anpassungen der extrudierten Polygone über einen Schritt-Effektor

Wie in Abbildung 5.222 zu erkennen, verhält sich jedes extrudierte Polygon identisch. Ganz anders mit Transformieren Pro Schritt. Dabei ist die Wirkung der Effektoren auch abhängig von der Anzahl und Reihenfolge der Polygone. Der Effektor-Effekt baut sich dann über die Reihe der extrudierten Polygone auf, wie es die Abbildung 5.223 zeigt.

Animation in Cinema 4D - Ein Schritt-Effektor in Kombination mit Pro Schritt am MoExtrudieren-Objekt

Abbildung 5.223: Ein Schritt-Effektor in Kombination mit Pro Schritt am MoExtrudieren-Objekt

Wenn Sie an einem bestimmten Endwert für das zuletzt extrudierte Polygon interessiert sind, gehen Sie so vor: Ziehen Sie von der Gesamtzahl der extrudierten Polygone eins ab und verwenden Sie diesen Wert dann für die Extrusionsschritte am MoExtrudieren-Objekt. Stellen Sie dann am Schritt-Effektor die gewünschte Verschiebung, Skalierung und Drehung ein, so wie die extrudierte Säule des letzten Polygons aussehen soll und teilen Sie alle diese Werte dann durch die Anzahl der Extrusionsschritte.

Wenn Sie diese Division weglassen, wird bereits das zweite extrudierte Polygon die eingestellten Schritt-Transformationen voll zeigen. Bei jedem nachfolgenden Polygon werden diese Schritt-Einstellungen dann zusätzlich berechnet. Die Polygone werden sich dann also sehr viel intensiver verschieben, drehen und skalieren als im Schritt-Effektor angegeben.
Die Abbildung 5.224 zeigt ein weiteres Beispiel. Diesmal wurde MoExtrudieren mit einem Zufall-Effektor verbunden, der den Winkel und die Größe der extrudierten Polygone verändert. Mit Transformieren Pro Schritt wird der ermittelte Zufallswert für jedes Polygon ein Mal berechnet und dann entsprechend mit der Anzahl der verwendeten Extrusionsschritte multipliziert. Das Ergebnis mit Transformieren Von Wurzel würde ganz anders ausfallen. Dort würde jeder Extrusionsschritt entlang der Extrudierung individuell durch den Zufall skaliert und gedreht.

Animation in Cinema 4D - Zufällige Skalierung und Drehung der Extrudierungen

Abbildung 5.224: Zufällige Skalierung und Drehung der Extrudierungen

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

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