MoGraph: Das MoSpline-Objekt – Modus Spline

Dieser Modus erzeugt keine Formen aus dem Nichts, sondern erwartet von uns bereits einen Spline als Ausgangsbasis. Sie finden daher in der Spline-Rubrik des MoSpline-Dialogs ein Feld für diesen Quellspline. Hier können Sie ein selbst gezeichnetes Spline-Objekt oder eins der parametrischen Spline-Grundobjekte verwenden. Das MoSpline verfügt nun über verschiedene Optionen, wie dieser Quellspline nachgezeichnet werden soll. Diese wählen Sie über das Erzeugemodus-Menü. Da das MoSpline-Objekt nur linear interpolierte Punkte erzeugen kann, ist dies also eine Stellschraube für die Anzahl der vom MoSpline erzeugten Punkte und deren Verteilung entlang des Quellsplines. Die Abbildung 5.204 stellt die verschiedenen Optionen gegenüber. Dort wurde zuerst eine einfache Form per Bézier-Spline selbst erstellt und dann als Quellspline im MoSpline-Objekt zugewiesen. Wie im Modus Einfach kann auch im Modus Spline die Größe eines Querschnitts z. B. für die Geometrie-Erzeugung über ein Sweep-Objekt über einen Breite-Wert eingestellt werden. Die Manipulationsmöglichkeiten über einen individuellen Spline oder eine Formel kennen Sie bereits. Lesen Sie hierüber bei Bedarf im Abschnitt zum MoSpline-Modus Einfach nach.

Animation in Cinema 4D - Punkteverteilung am MoSpline in Abhängigkeit des Erzeugemodus-Menüs

Abbildung 5.204: Punkteverteilung am MoSpline in Abhängigkeit des Erzeugemodus-Menüs

In Abbildung 5.204 wurde die zugewiesene Breite zusätzlich über den Anzeigemodus Volle Form dargestellt, den Sie in den Objekt-Einstellungen des MoSplines aktivieren können. Kleine rote Kreise stellen in Abbildung 5.203 die tatsächlich am MoSpline erzeugten Punkte dar, die zum Nachzeichnen des Quellsplines verwendet werden. Im Erzeugemodus Punkte werden genau so viele Punkte erzeugt, wie Punkte und Zwischenpunkte am Quellspline vorhanden sind. Die Typ- und Zwischenpunkte-Einstellungen dort legen also die Verteilung und Anzahl der Punkte am MoSpline fest. Dies ist in jedem Fall der präziseste Modus. MoSpline und Quellspline sind immer perfekt deckungsgleich.

Animation in Cinema 4D - Stilisierung des Buchstaben A mithilfe von MoSpline-Objekten

Abbildung 5.205: Stilisierung des Buchstaben A mithilfe von MoSpline-Objekten

Im Erzeugemodus Anzahl kann eine feste Anzahl an Punkten vorgegeben werden, die dann pro Segment des Quellsplines eingesetzt wird. Die Verteilungsdichte dieser Punkte richtet sich nach dem Interpolationstyp und der Verteilung der Zwischenpunkte am Quellspline. Dort wo am Quellspline mehr Zwischenpunkte liegen, werden dann auch am MoSpline mehr Punkte zu finden sein. Sollte am Quellspline Zwischenpunkte Keine eingestellt sein, wird die eingestellte Anzahl an Punkten nahezu gleichmäßig über die Segmente am MoSpline verteilt.

Das gleiche Resultat erhalten Sie mit Erzeugemodus Gleichmäßig, durch den die MoSpline-Punkte gleichmäßig über jedes Segment des Quellsplines verteilt werden. Die Abstände zwischen den MoSpline-Punkten sind dann also entlang des Quellsplines identisch. Die Anzahl dieser Punkte kann wieder individuell vorgegeben werden. Schließlich bietet auch der Erzeugemodus Schritt eine gleichmäßige Verteilung der MoSpline-Punkte. Hier wird jedoch nicht eine feste Anzahl an Punkten vorgegeben, sondern über die Länge des Quellsplines definiert. Ein Schritt-Wert gibt dabei den Abstand zwischen benachbarten MoSpline-Punkten vor.

Da im Modus Spline separate Einstellungen für das Verdrehen der Punkt-Achsensysteme entlang der MoSpline-Segmente fehlen, muss diese Information bei Bedarf über einen separaten Rail-Spline vorgeben werden. Dieser Quellrail-Spline sollte in seinem gesamten Verlauf einen Abstand vom Quellspline haben, damit es nicht zu undefinierten Abschnitten kommen kann. Damit sind dann bereits alle Parameter dieses Modus besprochen. Interessant ist der Modus Spline dadurch, dass nach wie vor die Start-, Ende-, Offset- und Verlängern Start-, sowie Verlängern Ende-Parameter in den Objekt-Einstellungen genutzt werden können. Oft kommt dieser MoSpline-Modus daher z. B. für die Verfremdung oder Animation von Text-Splines zum Einsatz. Dabei ist nur darauf zu achten, dass die reizvollen Kringel und Kurven in den Verlängerungen nur entstehen können, wenn zumindest am Anfang oder Ende der Segmente am Text leichte Krümmungen vorhanden sind. Die Bildfolge in Abbildung 5.205 gibt dazu ein Beispiel. Dort wurde ein Handschrift-Font in einem Text-Spline ausgewählt. Anschließend wird der Text-Spline dann zu einem normalen Spline-Objekt konvertiert (Mesh > Konvertieren > Grundobjekt konvertieren).

Animation in Cinema 4D - Einstellungen im Modus Turtle des MoSpline-Objekts

Abbildung 5.206: Einstellungen im Modus Turtle des MoSpline-Objekts

Das Spline-Objekt wird dann so oft dupliziert, wie Kringel und Verlängerungen an dem Buchstaben oder Text erzeugt werden sollen. Im Punkte bearbeiten-Modus wird an jeder Spline-Kopie nun der Punkt selektiert, an dem sich ein Verlängerungs-Kringel bilden soll und anschließend jeweils z. B. im Menü Mesh > Spline > Anfangspunkt neu setzen aufgerufen. Nun benötigen wir noch so viele MoSpline-Objekte, wie Splines vorhanden sind. Jedes MoSpline wird in den Modus Spline umgeschaltet und erhält eines der veränderten Spline-Objekte als Quellspline. Nun können Sie sich individuell z. B. mit den Offsets und Veränderungen der Verlängerungen auseinandersetzen. Um Geometrie zu erzeugen wird dann noch jedes MoSpline-Objekt z. B. mit einem Kreis-Objekt unter Sweep-Objekten eingruppiert. Die einzelnen MoSplines des Buchstabens „A“ sehen Sie auf der linken Seite der Abbildung 5.205. Ganz rechts ist dann das entsprechende Gesamtbild zu sehen, das sich aus insgesamt vier MoSplines zusammensetzt. Das innere Segment im Giebel des „A“s habe ich als separates Spline-Objekt abgetrennt und ganz normal unter einem Sweep-Objekt verwendet. Mit solchen extrem eckigen Formen kommt das MoSpline-Objekt in Kombination mit einem Sweep-Objekt nicht so gut zurecht. Dieser Aufwand lohnt sich durchaus, da die entstehenden Formen nun auch leicht animiert werden können, einerseits natürlich durch Keyframes an den bereits bekannten Parametern, andererseits aber auch über MoGraph-Effektoren und Partikel-Modifikatoren. Wir kommen gleich noch darauf zurück.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

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