MoGraph: Das Tracer-Objekt

Tutorials 3. November 2016 – 0 Kommentare

Auch das Tracer-Objekt gehört wieder zu der Sorte an MoGraph-Objekten, die nicht unbedingt etwas mit Klonen und Effektoren zu tun haben. Mit diesem Objekt lassen sich nämlich z. B. die Flugbahnen von Partikeln, Objekten oder von Punkten nachzeichnen und dadurch zu Splines umwandeln. Der Tracer kann dadurch wie ein normales Spline-Objekt u. a. in Verbindung mit einem Sweep-Objekt benutzt werden, um neue Geometrie zu erzeugen. In jedem Fall muss das Objekt, dessen Position oder dessen Punkte verfolgt werden sollen, in das Feld für Tracer Verknüpfung gezogen werden. Handelt es sich um Partikel, ziehen Sie hier entweder das Emitter-Objekt des Standard Partikelsystems hinein oder aber die entsprechende Partikel-Gruppe des Thinking Particles-Systems. Auf diese Weise können Sie mehr als nur ein einzelnes Objekt zuweisen. Auch MoGraph-Klone lassen sich natürlich nachverfolgen. Ziehen Sie dann einfach z. B. das Klon-Objekt in den Tracer hinein. Die Abbildung 5.175 zeigt dazu ein erstes Beispiel. Dort wurde zuerst ein einfacher Würfel mit Positions- und Winkel-Keyframes animiert und dann in das Feld Tracer Verknüpfung gezogen. Beim Abspielen der Animation ziehen nun automatisch die Eckpunkte des Würfels Splinekurven hinter sich her. Beachten Sie in jedem Fall, dass Sie die Animation immer nur vorwärts und bildweise abspielen sollten. Hin und her springen in der Zeit oder das Auslassen einiger Bilder kann zu falschen Ergebnisse am Tracer führen.

Animation in Cinema 4D - Nachzeichnen von Punktbewegungen mittels MoGraph Tracer

Abbildung 5.175: Nachzeichnen von Punktbewegungen mittels MoGraph Tracer

Schauen wir uns etwas genauer an, was es mit den Einstellmöglichkeiten am Tracer auf sich hat (siehe auch Abbildung 5.175). Los geht es mit dem Tracermodus. Der Modus Pfade tracen ist generell gut geeignet, um animierte Objekte, egal ob Splines, Polygon-Objekte oder Partikel, in ihrer Bewegung nachzuzeichnen. Das ist der Effekt, den wir bereits am Würfel in Abbildung 5.175 beobachten konnten. Dort wurden die Punkte des Würfels während der Animation einzeln nachgezeichnet. Wenn Sie nur die Flugbahn des Achsensystems am zugewiesenen Objekt interessiert, schalten Sie am Tracer die Option für Punkte tracen aus. Dann entsteht pro Objekt immer nur ein Tracer-Splinesegment, egal wie viele Punkte das Objekt hat. Haben Sie hingegen einen Emitter oder eine Thinking Particles-Gruppe mit dem Tracer verknüpft, werden immer nur die Flugbahnen der Partikel und nicht die Punkte der an den Partikeln befestigten Objekte berücksichtigt.
Den Umgang mit Emittern möchte ich kurz an zwei Abbildungen verdeutlichen. Wir beginnen mit dem Anlegen eines einfachen Thinking Particles-Emitters. Ich verwende dafür ein Null-Objekt, das ich für die Ausrichtung und Positionierung eines P Sturm-Emitters benutze. Die daraus entstehenden Partikel leite ich in eine eigene Partikel-Gruppe, die ich in den Thinking Particles-Einstellungen erzeugt habe. Schließlich lasse ich die Partikel dieser Gruppe noch über einen P Pass-Node ausgeben und mit Gravitation beaufschlagen. Dies ist in Abbildung 5.176 zu sehen. Tiefer gehende Informationen zu XPresso und dem Thinking Particles-System hatten wir bereits in früheren Kapiteln dieses Buchs abgehandelt.

Animation in Cinema 4D - Konfiguration eines einfachen Thinking Particles-Emitters

Abbildung 5.176: Konfiguration eines einfachen Thinking Particles-Emitters

Parallel zu diesem Partikelstrom rufe ich auch noch einen normalen Emitter unter Simulieren > Partikelsystem ab und ergänze zu diesem ein Gravitation-Objekt aus dem gleichen Menü. Dem Emitter ordne ich einen kleinen Würfel unter und aktiviere Objekte darstellen am Emitter-Objekt. Die Option für Renderinstanzen können Sie ruhig ebenfalls aktivieren, da der Tracer sowieso keine Punkte von emittierten Objekten verfolgen kann.

Wie in Abbildung 5.177 bereits zu sehen, ziehen Sie nun den Standard Emitter aus dem Objekt-Manager und die Alle Partikel-Gruppe aus den Thinking Particles-Einstellungen in die Liste des Tracers. Da die Option für TP Untergruppen aktiv ist, werden automatisch alle Partikel beachtet, die in oder unterhalb der Alle Partikel-Gruppe enthalten sind. Ansonsten können Sie natürlich auch die eigene Partikel-Gruppe direkt in die Verknüpfungsliste des Tracers ziehen und würden dann TP Untergruppen nicht mehr benötigen.

Animation in Cinema 4D - Nachzeichnen von Partikelflugbahnen mit dem Tracer

Abbildung 5.177: Nachzeichnen von Partikelflugbahnen mit dem Tracer

Die Einstellung für Sampleschritt legt generell fest, wie detailliert der Tracer zu Werke gehen soll. Sampleschritt 1 bedeutet, dass jedes Animationsbild ausgewertet wird. Bei Sampleschritt 5 würde dann z. B. nur noch alle fünf Animationsbilder nachgeschaut, wo die Partikel, Objekte oder Objektpunkte gerade sind. Wie dann die Verbindung zwischen diesen aktuellen Positionsdaten und den zuletzt ermittelten Daten zustande kommt, können Sie über Typ regeln. Die Abbildung 5.178 stellt die Unterschiede beispielhaft gegenüber. Dort wurde zur Verdeutlichung ein Sampleschritt von nur 25 verwendet. Es wird also nur in jeder Sekunde ein Wert generiert (alle 25 Bilder), durch den dann der Tracer-Spline verläuft. Mit der Standardeinstellung Typ Linear treten die dadurch fehlenden Werte deutlich hervor. Die erzeugten Splines wirken sehr eckig, wie auf der linken Seite von Abbildung 5.178. Doch dies birgt auch eine Chance, denn durch die großen Lücken zwischen den Tracer-Punkten bleibt viel Spielraum für Abrundungen. Verwenden wir z. B. nun den Typ B-Spline und benutzen Zwischenpunkte Gleichmäßig, stellt sich der Tracer wieder ganz anders dar. Es entstehen wieder weich gerundete Kurven. Diese Technik können Sie z. B. verwenden, wenn Sie für die Nachbearbeitung der Tracer-Splines nicht so viele Punkte benötigen oder aber wenn Sie die nachgezeichneten Animationskurven der Partikel oder Objekte glätten und runden möchten. Ansonsten entsprechen diese Einstellungen für Typ, Zwischenpunkte, Spline schließen etc. denen, die Sie an jedem Spline-Objekt finden können. Ich denke, wir können daher auf eine ausführlichere Beschreibung verzichten. Lesen Sie bitte ansonsten in Band 1 des Kompendiums zu diesem Thema nach. Neu in diesem Zusammenhang ist nur die Option für Reihenfolge umkehren, die bei der Weiterverarbeitung des Tracers z. B. mit einem Sweep-Objekt interessant sein kann.

Animation in Cinema 4D - Beeinflussung der Genauigkeit des Tracers

Abbildung 5.178: Beeinflussung der Genauigkeit des Tracers

Da der Tracer Bild für Bild der Animationszeit folgend neue Splinepunkte erzeugt, finden sich die neusten Punkte immer am Ende des Tracer-Splines, also im Struktur-Manager am Ende der Punkt-Auflistung, wenn der Tracer z. B. über Mesh > Konvertieren > Grundobjekt konvertieren zu einem normalen Spline umgewandelt wird. Mit der Option Reihenfolge umkehren kann diese Sortierung der Punkte umgedreht werden. Die Form des Tracer-Splines verändert sich dadurch nicht, aber wir haben es z. B. einfacher, die Skalierung des Querschnitts an einem Sweep-Objekt an das gewünschte Ende des Tracer-Splines zu legen. Die Abbildung 5.179 zeigt genau diesen Fall. Dort werden wieder Partikel mit einem Tracer nachverfolgt. Dieser Tracer liegt mit einem Kreis-Spline zusammen unter einem Sweep-Objekt. Auf diese Weise können Sie einen Tracer direkt zur Erzeugung von Geometrie nutzen. Um die Strukturen etwas effektvoller auslaufen zu lassen, reduzieren wir Skalierung Ende am Sweep-Objekt auf 0%. Dadurch laufen die Sweep-Strukturen dort spitz zu, wo sich das verfolgte Partikel befindet. Ist am Tracer die Option für Reihenfolge umkehren aktiv, liegt die Spitze des Sweep-Objekts nun dort, wo das Partikel erstmals gestartet ist.

Animation in Cinema 4D - Effekt der Umkehrung der Punktreihenfolge am Tracer

Abbildung 5.179: Effekt der Umkehrung der Punktreihenfolge am Tracer

Soll nicht die gesamte Bewegung eines Objekts nachgezeichnet werden, stehen auch dafür verschiedene Optionen parat. So können Sie z. B. die Option für Tracer aktiv jederzeit umschalten und diesen Zustand auch mit Keyframes animieren. Nur wenn Tracer aktiv angeschaltet ist, findet eine Nachzeichnung der Bewegungen oder Objekte statt. Wird diese Option zwischen ein- und ausgeschaltetem Zustand animiert, entstehen automatisch Lücken im Tracer-Spline und somit zusätzliche Segmente. Noch einfacher wird das Begrenzen des Tracers über das Grenze-Menü.
Mit Grenze Keine wird, natürlich in Abhängigkeit von der Tracer aktiv-Option, immer die ganze Animationszeit über das verknüpfte Objekt nachverfolgt. Mit Grenze Ende erscheint ein zusätzlicher Bilder-Wert. Hiermit können Sie praktisch die Länge des nachgezeichneten Zeitabschnitts festlegen, ausgehend immer von der aktuellen Position z. B. eines Objekts. Bei einem Bilder-Wert von 5 würden dann also die Bewegungen der Partikel oder Objekte nachgezeichnet, die jeweils in den letzten fünf Animationsbildern stattgefunden hat. Doch Achtung! Die Sache hat einen Pferdefuß.

Ist der verwendete Sampleschritt größer als dieser Bilder-Wert, kommt es zu einem plötzlichen Abriss des Tracer-Splines und somit zu einem Flackern, wenn der Tracer z. B. für die Erzeugung von Geometrie benutzt wird. Schwer zu beurteilen, ob dies ein Fehler ist oder schlicht eine Limitation des Tracers. In jedem Fall fahren Sie in diesem Modus am besten, wenn Sie Sampleschritt auf 1 belassen. Dann haben Sie die volle Freiheit, was den Bilder-Wert betrifft. Dieser Modus Grenze Ende eignet sich besonders für Nachzieheffekte hinter Partikeln oder Objekten, da sich die nachgezeichnete Spur nach der eingestellten Bilderanzahl automatisch auslöscht. Dies ist übrigens auch auf der linken Seite von Abbildung 5.180 wieder am Beispiel nachgezeichneter Partikelflugbahnen zu erkennen. Rechts daneben sehen Sie die gleiche Szene, nur dass diesmal Grenze Start verwendet wurde. Es werden immer nur die ersten Bewegungsphasen jedes Partikels nachgezeichnet. Alles was länger als bei Bilder angegeben für die Animation benötigt, wird praktisch nicht mehr berücksichtigt. Beide Darstellungen in Abbildung 5.180 verwenden den Tracer wieder zusammen mit einem einfachen Kreis-Spline unter einem Sweep-Objekt, um schlauchförmige Geometrie zu erzeugen.

Animation in Cinema 4D - Unterschied zwischen Grenze Ende und Grenze Start

Abbildung 5.180: Unterschied zwischen Grenze Ende und Grenze Start

Die Raum-Einstellung

Mit diesem Menü legen Sie fest, wie z. B. die sich bewegenden Partikel oder Objekte in das Bezugssystem des Tracers umgerechnet werden. Der Tracer verfügt schließlich ebenfalls über ein Achsensystem und könnte daher problemlos auch mit Keyframes animiert werden. In der Einstellung Raum Global werden die verlinkten Objekte oder Partikel zum Zeitpunkt der Abtastung (siehe Beschreibung des Parameters Sampleschritt) in lokale Koordinaten des Tracers umgerechnet. Wird also der Tracer z. B. über eine Keyframe-Animation verschoben oder gedreht, bewegen sich dadurch auch die bereits nachgezeichneten Bewegungskurven mit. Auf diese Wiese können Sie selbst einfache Animationen der verknüpften Objekte zu komplexen Tracer-Spuren umwandeln. Bleibt das Tracer-Objekt unbewegt liegen, können Sie in diesem Modus immer davon ausgehen, dass die nachgezeichneten Spuren zu den animierten Positionen der verfolgten Objekte oder Partikel passen. Anders sieht es aus bei Raum Lokal. Hierbei werden die verfolgten Elemente zuerst global umgerechnet, also relativ zum Welt-Achsensystem. Diese Werte werden dann ohne weitere Umrechnung direkt an den Tracer übergeben. Praktisch bedeutet dies, dass Sie nur dann passende Spuren erhalten, wenn der Tracer exakt im Welt-Ursprung der Szene liegt und keine Skalierung oder Verdrehung aufweist.

Animation in Cinema 4D - Unterschiedliche Tracer-Modi mit Raum Global und Raum Lokal

Abbildung 5.181: Unterschiedliche Tracer-Modi mit Raum Global und Raum Lokal

Die Abbildung 5.181 stellt diese Unterschiede noch einmal recht plastisch dar. Am linken Rand dieser Abbildung erkennen Sie die Ausgangsszene. Der Kreis stellt das Null-Objekt dar, das als Thinking Particles-Emitter fungiert. Der nach unten weisende Pfeil ist ein weiteres Null-Objekt, das von Thinking Particles für die Richtungsangabe der Gravitation benutzt wird. Die dazu passende Schaltung war bereits in Abbildung 5.176 zu sehen. Das selektierte Achsensystem ist unser Tracer. Dieser wird durch zwei Keyframes um seine Z-Achse gedreht. Schauen wir uns einmal an, was dann passiert, wenn wir diese Animation ablaufen lassen. In der Mitte der Abbildung 5.181 ist der Modus Raum Global zu erkennen, wobei ich die Länge der nachgezeichneten Spuren über Grenze Start mit 20 Bildern beschränkt habe. Die Tracer-Spuren verlieren nie den Kontakt zu den roten Partikel-Punkten, deren Animation sie nachzeichnen. Die Rotation des Tracers führt jedoch dazu, dass die bereits gezeichneten Spuren verdreht werden. Es entsteht eine komplexe Spirale, die an ein unordentliches Gewinde erinnert. Ganz anders das Ergebnis, wenn wir nun auf Raum Lokal wechseln. Die nachgezeichneten Spuren erscheinen nun versetzt an einer ganz anderen Stelle (siehe rechte Seite von Abbildung 5.181). Die animierte Rotation des Tracers dreht zwar hier ebenfalls die Spuren, aber diese bleiben dabei starr und zeigen somit immer noch die ursprünglichen Bewegungskurven. Der räumliche Versatz kommt zustande, da mein Tracer nicht in der Position 0, 0, 0, also nicht im Welt-Ursprung liegt. Es mag Fälle geben, bei denen Sie so ein Verhalten brauchen können, in der Regel werden Sie jedoch den Raum Global hilfreicher finden.

Mit Klonen arbeiten

Bislang haben wir nur die Bahnen von Partikeln und Punkten an traditionell animieren Objekten nachgezeichnet. Wie Sie richtig vermuten, können aber auch MoGraph-Objekte und deren Klone nachverfolgt werden. In einem ersten Schritt entfernen Sie daher einfach alle Einträge aus dem Feld Tracer Verknüpfung, indem Sie einen Rechtsklick in dieses Feld ausführen und dann Alles entfernen aufrufen. Erstellen Sie dann ein MoGraph Matrix-Objekt und verbinden Sie dieses mit einem Zufall-Effektor, der die Positionen der Matrizen zufällig animieren soll. Im Zufall-Effektor eignet sich dafür z. B. der Zufallsmodus Noise. Das Matrix-Objekt ziehen Sie anschließend in das Feld der Tracer Verknüpfung am Tracer-Objekt. Sollten sie das Tracer-Objekt im Beispiel zuvor mit Keyframes animiert haben, entfernen Sie diese Animationen nun wieder.

Wechseln Sie dazu auf die Koordinaten-Seite des Tracers im Attribute-Manager und führen Sie dort Ctrl+Shift-Klicks auf die rot markierten Kreise vor den Parametern aus. Dadurch werden automatisch alle Keyframes und Spuren dieser Parameter in der Zeitleiste gelöscht. Ansonsten belasse ich es bei den Einstellungen Raum Global und Grenze Start mit 20 Bildern, damit die nachgezeichneten Spuren nicht so lang werden. Dieser Tracer liegt schließlich wieder mit einem Kreis-Spline unter einem Sweep-Objekt, damit sichtbare Geometrie entsteht. Wie Sie wissen, muss dabei der Kreis als erstes Objekt unter dem Sweep-Objekt liegen. Die Abbildung 5.182 fasst diese Einstellungen noch einmal zusammen. Unten links sehen Sie in dieser Abbildung zudem ein zu erwartendes Ergebnis. Die zuvor in Gitter-Formation platzierten Matrizen werden zufällig bewegt und ziehen dabei in den ersten 20 Animationsbildern Linien hinter sich her. Dies ist also bereits durch die Einstellung Klon-Objekte behandeln Nur Node abgedeckt. Dabei werden die Klone nachgezeichnet, deren erzeugendes Objekt unter Tracer Verknüpfung aufgeführt ist. Lassen Sie uns diese Szene nun etwas erweitern.

Animation in Cinema 4D - Nachzeichnen animierter Matrizen eines MoGraph Matrix-Objekts

Abbildung 5.182: Nachzeichnen animierter Matrizen eines MoGraph Matrix-Objekts

Ersetzen Sie das Matrix-Objekt durch ein neues Klon-Objekt in Gitter-Anordnung. Auch dieses erhält den bereits vorhandenen Zufall-Effektor als Effekt. Dort können Sie ggf. noch zufällige Winkel-Rotationen mit hinzuschalten, damit die Klone gleich ordentlich durchgerüttelt werden. Kopieren Sie anschließend dieses Klon-Objekt und ordnen Sie diese Kopie direkt als Kind unter dem Original Klon-Objekt ein. Unter dieser Kopie wiederum gruppieren Sie z. B. ein kleines Polygon-Grundobjekt ein. Das oberste Klon-Objekt dieser Hierarchie ziehen Sie schließlich in die Tracer Verknüpfung am Tracer-Objekt. Wir belassen es dort ansonsten bei der Einstellung Nur Node für Klon-Objekte behandeln und schauen einmal, was bei Abspielen der Animation passiert.
Wie auch in der folgenden Abbildung 5.183 zu sehen, werden nur die Mittelpunkte des Klon-Gitters nachgezeichnet, das durch das Klon-Objekt erzeugt wird, welches in der Tracer Verknüpfung gelistet ist. Das dort untergeordnete Klon-Objekt samt dessen Polygonen wird gar nicht berücksichtigt.

Animation in Cinema 4D - Nachzeichnen animierter Klon-Hierarchien

Abbildung 5.183: Nachzeichnen animierter Klon-Hierarchien

Die Einstellung Nur Node interessiert sich also nicht für die Hierarchien und nur für die Klon-Objekte, die direkt mit dem Tracer verlinkt wurden. Also versuchen wir es mit der Einstellung Direkte Klone für Klon-Objekte behandeln und belassen ansonsten alles andere wie gehabt (siehe linkes Bild in Abbildung 5.184). Nun werden auch die Klon-Matrizen des zweiten Klon-Objekts erkannt und entsprechend verfolgt. Die Option für Punkte tracen funktioniert jedoch auch hier nicht. Es werden nur die Mittelpunkte aller Klone nachgezeichnet. Dies ändert sich erst, wenn wir Klone von Klonen wählen. Dies ist in der Mitte von Abbildung 5.184 zu sehen, wobei ich dort wegen der Übersichtlichkeit die Klon-Anzahl an beiden Klon-Objekten reduziert habe.

Animation in Cinema 4D - Unterschiede zwischen den Klon-Objekte behandeln-Einstellungen

Abbildung 5.184: Unterschiede zwischen den Klon-Objekte behandeln-Einstellungen

Wenn Sie zusätzlich auch noch die Positionen der Klon-Matrizen nachgezeichnet haben möchten, aktivieren Sie zusätzlich die Option Inkl. Klon-Objekt. Das Ergebnis ist ganz rechts in Abbildung 5.184 zu sehen. Nicht nur die vier Eckpunkte der geklonten Polygone sondern auch deren Mittelpunkte werden nun nachverfolgt. Zusätzlich nachgezeichnet werden dann aber auch die Matrizen des obersten Klon-Objekts.

Alternative Tracermodi

Alle bisher beobachteten Effekte hatten mit dem Nachzeichnen von früheren Bewegungsphasen zu tun. Der Tracer beherrscht jedoch noch zwei andere Modi, die grundsätzlich anders funktionieren. Diese stehen im Tracermodus-Menü zur Verfügung. Neben dem bislang benutzten Modus Pfade tracen kann z. B. auch Alle Objekte verbinden ausgewählt werden. Dies hat nichts mehr mit Animationen, sondern mit der Reihenfolge von verknüpften Objekten oder der Indexnummer von Klonen oder Partikeln zu tun. „Malen nach Zahlen“ könnte man diesen Modus auch nennen. Die Abbildung 5.185 zeigt, was darunter zu verstehen ist. Dort wurden zwei einfache Kugeln in die Tracer Verknüpfung gezogen. Im Tracermodus Alle Objekte verbinden mit aktiver Punkte tracen-Option werden dann beginnend ab der ersten Kugel deren Punkte der Reihe nach mit einem Spline verbunden. Dann, am letzten Punkt dieser Kugel angekommen, springt der Tracer auf den ersten Punkt der zweiten Kugel über und durchläuft auch dort wieder alle Punkte bis zum Letzten. Entsprechend des Modus-Namens werden so alle gelisteten Objekte miteinander verbunden. Lassen wir Punkte tracen ausgeschaltet, werden nur die Achsensysteme der Objekte miteinander verbunden. Auf diese Weise können Splinekurven z. B. auch durch die Positionen von Null-Objekten laufen.

Animation in Cinema 4D - Tracermodus Alle Objekte verbinden

Abbildung 5.185: Tracermodus Alle Objekte verbinden

Die Abbildung 5.186 stellt auf der linken Seite so ein Beispiel vor. Dort wurden einfach nur vier Null-Objekte im Raum verteilt und anschließend in das Feld der Tracer Verknüpfung des Tracers gezogen. Im Tracermodus für Alle Objekte verbinden, wobei zusätzlich die Option für Spline schließen im unteren Teil des Dialogs aktiviert wurde, werden die Null-Objekte nun der Reihe nach miteinander verbunden. Der Tracer liegt hier wie üblich zusammen mit einem Kreis-Spline unter einem Sweep-Objekt, um Geometrie zu erzeugen. Aber auch die Nutzung von Klon-Objekten ist in diesem Modus denkbar, wie die mittlere Darstellung von Abbildung 5.186 zeigt. Dort wurden über ein Klon-Objekt einfache Polygon-Grundobjekte zuerst kreisförmig platziert und dann über einen Zufall-Effektor etwas durcheinander gebracht. Zudem wurde am Tracer das Typ-Menü auf Kubisch umgeschaltet, damit eine gerundete Verbindung zwischen den Klonen erfolgt. Dazu muss dann auch das Zwischenpunkte-Menü z. B. auf Angepasst umgeschaltet werden. Das letzte Bild ganz rechts in Abbildung 5.186 kehrt noch einmal zu dem Beispiel mit den beiden Kugeln in der Tracer Verknüpfung zurück. Diesmal wurde jedoch der dritte Tracermodus Alle Elemente verbinden gewählt. Deutlich zu erkennen, dass diesmal die Verbindung zwischen den an sich separaten Objekten fehlt. In diesem Modus werden also nur noch die Elemente miteinander verbunden, die zum gleichen Objekt gehören. Dies trifft z. B. auch auf die Klone eines Klon-Objekts zu.

Animation in Cinema 4D - Verbinden von Objekten und von Elementen

Abbildung 5.186: Verbinden von Objekten und von Elementen

Die folgende Abbildung 5.187 macht dies noch etwas deutlicher. Dort wurde wieder ein Klon-Objekt mit dem Tracer verbunden. Das Klon-Objekt ordnet einige Polygone kreisförmig an und wird durch einen Zufall-Effektor etwas durcheinander gewirbelt. Anders als noch im mittleren Bild von Abbildung 5.186, benutzen wir diesmal Klon-Objekte behandeln Direkte Klone, damit auch die geklonten Polygone beachtet werden. Beim Tracermodus Alle Objekte verbinden in Kombination mit Punkte tracen werden nun jeweils alle vier Punkte jedes geklonten Polygons durchfahren und dann der jeweils letzte Punkt eines Polygons mit dem jeweils ersten Punkt des nächsten geklonten Polygons verbunden. Beim Tracermodus Alle Elemente verbinden interessiert sich der Tracer nicht mehr für die separaten Formen und verbindet nur noch die jeweils vier Eckpunkte der Polygone miteinander. Es entstehen separate Ringe durch den gewählten Typ Kubisch in Verbindung mit Spline schließen. Generell lassen sich viele Anwendungsfälle für diese Funktionen finden. Denken Sie z. B. an Klon-Objekte, die zwischen zwei anderen Klon-Objekten interpolieren. Auch solche Konstruktionen können zur Modellierung oder Animation komplexer Strukturen genutzt werden, wie es Abbildung 5.188 zeigt.

Animation in Cinema 4D - Unterschied zwischen Elemente und Objekte verbinden

Abbildung 5.187: Unterschied zwischen Elemente und Objekte verbinden

In Abbildung 5.187 erkennen Sie noch einmal den beschriebenen Unterschied zwischen Alle Elemente verbinden und Alle Objekte verbinden am Beispiel von geklonten Polygonen. Die folgende Abbildung 5.188 zeigt abschließend eine weitere Option zum schnellen Erzeugen von Spline-Knäuel, indem verschiedene Klon-Objekte durch ein übergeordnetes Klon-Objekt überblendet werden. Benutzt werden jeweils nur einfache Null-Objekte als Klone.

Animation in Cinema 4D - Überblenden verschiedener Klon-Objekte

Abbildung 5.188: Überblenden verschiedener Klon-Objekte

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

Wir empfehlen:
Maxon BodyPaint 3D-Video-Training

Unsere Empfehlung für dich

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Überschreite mit unserem neuen und sagenhaften Standardwerk für Cinema 4D die Grenzen der Wahrnehmung. Das Release 16 ist das beste Update, das Maxon je herausgebracht hat!

  • Neue Funktionen von R16, R17 und R18 im Detail erklärt
  • In über 15,5 Stunden Video-Training Cinema 4D von A bis Z ergründen
  • PLUS 850 PDF-Seiten und Arbeitsmaterialien
  • Maximales Kreativtraining: Nachbau des Covermotivs

Zum Training

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folgende HTML-Elemente sind erlaubt:<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>