MoGraph: Das MoInstanz-Objekt

Tutorials 27. Oktober 2016 – 0 Kommentare

Wir hatten dieses Objekt bereits kurz angesprochen. Die MoInstanz kann immer dann verwendet werden, wenn Kopien eines Objekts benötigt werden und diese Kopien noch über Effektoren beeinflusst werden sollen. Spannend an der MoInstanz ist, dass die Anzahl der Kopien über den Wert Vergangenheit fest vorgegeben werden kann und sich diese Kopien laufend aktualisieren. Bewegt sich also z. B. ein Würfel aufwärts und wird gleichzeitig als Objektreferenz in einem MoInstanz-Objekt angegeben, so entstehen hinter dem Würfel Kopien, die praktisch seinen Flugweg oder allgemein seine Veränderungen nachzeichnen.

Dabei ist nur zu beachten, dass die MoInstanz nur verlässlich mit Objekten zusammenarbeitet, die Klone erzeugen. Die einfachste Lösung ist somit ein Fall wie in Abbildung 5.161. Dort wurde zuerst ein Würfel animiert, der sich drehend aufwärts bewegt und dabei kleiner wird. Dieser Würfel wurde dann unter einem MoGraph Bruch-Objekt eingruppiert, das im Modus Direkt arbeitet. Im Prinzip verändert dies nichts an dem Würfel oder dessen Animation, aber wir können nun die Animation des Würfels mit einem MoInstanz-Objekt nachzeichnen lassen. Wie bereits in Abbildung 5.161 zu erkennen, ziehen Sie dafür das Bruch-Objekt in das Feld für die Objektreferenz. Das Prinzip ähnelt also dem eines normalen Instanz-Objekts von Cinema 4D. Neu ist hier jedoch der Parameter für die Vergangenheit. Dieser gibt die maximale Anzahl an Instanz-Kopien an, die erzeugt werden. In jedem Bild der Animation wird dabei eine neue Kopie erzeugt, bis die Anzahl der Vergangenheit erreicht wird. In dem Moment wird automatisch die älteste Instanz gelöscht und durch eine neue Kopie an der aktuellen Position der Objektreferenz ersetzt. Ein mögliches Ergebnis ist auf der linken Seite der Abbildung 5.161 zu erkennen. Zusätzlich können diese Kopien auch noch durch Effektoren verändert werden, um z. B. deren Position zusätzlich zu variieren. Mit etwas Fantasie lässt sich das soweit treiben, dass eine Art Emitter für MoGraph-Klone erstellt werden kann.

Animation in Cinema 4D - Instanzierung eines animierten Würfels

Abbildung 5.161: Instanzierung eines animierten Würfels

Lassen Sie uns auch dies einmal ausprobieren. Wir behalten dafür das Bruch-Objekt samt dem dort untergeordneten Würfel, löschen diesmal jedoch die Animationen von dem Würfel. Die MoInstanz bekommt wie gehabt das Bruch-Objekt als Objektreferenz zugewiesen. Damit haben wir vorerst eine statische Szene. Da sich nichts bewegt, werden die Kopien der MoInstanz alle an der gleichen Stelle erzeugt und fallen daher nicht weiter auf. Aus dem Grund ergänzen wie nun einen Zufall-Effektor mit dem Zufallsmodus Noise und aktivieren zusätzlich dessen Indiziert-Option, damit alle Bestandteile der Postion- und Winkel-Vektoren zufällig errechnet werden. In den Parametern des Effektors aktivieren wir Position und Winkel. Die Größenordnung dieser Werte können Sie vorerst beliebig wählen. Auch den Farbmodus habe ich angeschaltet. Diesen Zufall-Effektor ziehen Sie nun noch in die Effektoren-Liste an unserem MoInstanz-Objekt. Lassen Sie nun einmal die Animation im Editor ablaufen und erhöhen Sie die Vergangenheit an der MoInstanz z. B. auf 50. Es wirkt so, als würden nach und nach neue bunte Würfel erscheinen und sich zufällig bewegen.

Animation in Cinema 4D - Einstellungen an den Effektoren und der MoInstanz

Abbildung 5.162: Einstellungen an den Effektoren und der MoInstanz

Je größer Sie die Position-Werte am Zufall-Effektor setzen, desto größer wird die Wolke der Würfel-Instanzen. Da unser Zufall-Effektor durch den Zufallsmodus Noise automatisch animiert ist, schwirren die Würfel wie ein Fliegenschwarm durcheinander. Dabei sind jedoch nie mehr Würfel zu sehen als bei Vergangenheit eingetragen. Dies ist also einerseits die Stellschraube für die Anzahl der simulierten Partikel, andererseits ist dieser Wert praktisch auch identisch mit der Lebenszeit der Partikel. Da in jedem Animationsbild eine neue Instanz entsteht und ggf. auch eine alte Instanz wieder gelöscht werden muss, können wir dies mit einem Schritt-Effektor kombinieren, um z. B. die Größe der Würfel-Instanzen über ihre Lebenszeit hinweg zu animieren.

Wir erzeugen also einen neuen Schritt-Effektor und weisen diesen ebenfalls wieder der MoInstanz zu. Im Schritt-Effektor belassen wir es bei Schrittlücke 0 und aktivieren in den Parametern die Skalierung mit einem Skalieren-Wert von -1, wobei die Optionen für Gleichmäßig skalieren und Absolute Skalierung aktiv sind. Da der Schritt-Effektor seine Veränderung entsprechend der Spline-Kurve aus den Effektor-Einstellungen automatisch auf alle Klone bzw. MoInstanzen verteilt, werden die Würfel dadurch erst gegen Ende ihrer Lebenszeit kleiner.

Um dem ganzen die Krone aufzusetzen ergänzen wir nun noch ein dynamisches Rigid Body-Tag zur MoInstanz. Dadurch erhalten die Würfel eine Masse und fallen automatisch nach unten. Zudem können die Würfel nun auch miteinander kollidieren. Die Instanzen fliegen dadurch zu allen Seiten davon. Wie intensiv dieses Auseinanderfliegen ist, können Sie über die zufälligen Positionen steuern, die der Zufall-Effektor erzeugt.

Animation in Cinema 4D - Dynamische Simulation eines MoGraph-Emitters

Abbildung 5.163: Dynamische Simulation eines MoGraph-Emitters

Je weiter die Würfel am Anfang auseinander liegen, desto geringer ist die Gefahr, dass gleich am Anfang eine Kollision zu erwarten ist, die die Würfel beschleunigt auseinanderfliegen lässt. Stellen Sie nur sicher, dass Individuelle Elemente in den Kollision-Einstellungen des Tags auf Alle steht. Wenn Sie ein wenig mehr Stabilität in die Würfel-Bewegungen bringen möchten, erhöhen Sie Position folgen in den Kräfte-Einstellungen des Tags leicht. Dadurch fallen die Instanzen nicht mehr unendlich weit herunter, sondern bleiben magnetisch gehalten näher an ihrer ursprünglichen Entstehungsposition. Die Abbildung 5.163 gibt hierzu noch einmal Eindrücke dieser Einstellungen und der zu erwartenden Würfel-Animationen wieder.

Abschließend zur MoInstanz möchte ich noch darauf hinweisen, dass diese keine Renderinstanzen erzeugen kann. Jede Kopie mehr kostet uns also entsprechend viel Arbeitsspeicher und ggf. auch Leistung beim Abspielen der Animation im Editor. Erfreulich ist jedoch, dass die MoInstanz normal konvertiert werden kann (Mesh > Konvertieren > Grundobjekt konvertieren) um echte Kopien als einzelne Objekte zu erhalten. Diese sind dann jedoch statisch und haben keine Verbindung mehr zu den zuvor mit der MoInstanz verknüpften Effektoren.

Die Transformation-Einstellungen der MoInstanz sind mit denen z. B. des Klon-Objekts identisch. Ich möchte daher hier auf eine erneute Besprechung verzichten. Diese Einstellungen sind hauptsächlich für statische Veränderungen an den Instanzen gedacht, um diese z. B. generell um eine bestimmte Achse zu drehen oder räumlich zu verschieben.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

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