MoGraph: Die Effektoren – Der Ziel-Effektor

Tutorials 10. Oktober 2016 – 0 Kommentare

Mit diesem Effektor lässt sich die Z-Achse der Klone auf ein anderes Objekt ausrichten, wie Kompassnadeln, die immer zum magnetischen Nordpol ausgerichtet werden. Hierfür stehen verschiedene Zielmodi und Optionen in den Effektor-Einstellungen zur Verfügung. Da es hier generell nur um eine Ausrichtung und ggf. noch eine Verschiebung der Klone geht, fallen die Parameter-Einstellungen an diesem Effektor weg. Farben, Wichtungen etc. lassen sich hiermit also nicht direkt beeinflussen. Wie Sie am Beispiel der Abbildung 5.144 erkennen können, wirkt der Effekt natürlich immer dann am eindrucksvollsten, wenn viele Klone vorhanden sind. Hier wurde eine Pyramide über die Gitter-Anordnung eines Klon-Objekts zweidimensional geklont. Der Ziel-Effektor wird dabei im Zielmodus Zielobjekt betrieben, was uns ermöglicht, ein beliebiges Objekt als Zielobjekt im Effektor anzugeben. Ich habe in diesem Beispiel eine Kugel verwendet. Ist Pitch verwenden aktiv, richtet sich fortan die Z-Achse aller Klone auf die Kugel aus. Zur Verdeutlichung wurde der Boden der geklonten Pyramide in Abbildung 5.144 bläulich gefärbt. Sollten Sie beobachten, dass sich statt der Spitze der Boden eines Objekts auf das Ziel ausrichtet, aktivieren Sie Heading umkehren.

Animation in Cinema 4D - Wirkung des Ziel-Effektors

Abbildung 5.144: Wirkung des Ziel-Effektors

Da durch diese Art der Ausrichtung eine gewisse Toleranz in der Rotation um die Z-Achse der Klone unvermeidlich ist, lässt sich noch ein Up Vektor hinzuschalten, der für die Ausrichtung der X-Achse der Klone verwendet wird. Dieses Prinzip sollte Ihnen z. B. vom Spline-Effektor schon bekannt vorkommen. Das Up Vektor-Menü ermöglich die Auswahl alle Welt-Achsrichtungen. Es kann aber auch mit Up Vektor Objekt ein separates Objekt verlinkt werden, auf das sich dann die X-Achsen der Klone soweit möglich ausrichten. Die Ausrichtung der Z-Achse auf das Zielobjekt hat in jedem Fall Vorrang bei der Berechnung.

Wird die Option für Pitch verwenden ausgeschaltet, richten sich zwar die Z-Achsen der Klone weiterhin entsprechend des Zielmodus aus, aber die Rotation um die X-Achse wird bei 0° belassen. Dies wirkt dann so wie auf der rechten Hälfte der Abbildung 5.145. Das Zielobjekt scheint hier nicht länger an der Position der grünen Kugel zu liegen, sondern auf die Ebene der Klone verschoben. Diese scheinbare Zielposition wurde durch eine rote Kugel angedeutet. Die linke Hälfte von Abbildung 5.145 zeigt zum Vergleich die gleiche Szene mit aktiver Pitch verwenden-Option. Die Z-Achsen der Klone zeigen tatsächlich korrekt auf das grüne Zielobjekt.

Animation in Cinema 4D - Ausrichtung mit und ohne Pitch verwenden-Option

Abbildung 5.145: Ausrichtung mit und ohne Pitch verwenden-Option

Neben diesem Zielobjekt Zielmodus können die Klone auch noch Zur Kamera, auf Nächster Klon oder auf Vorheriger Klon ausgerichtet werden. In diesen Fällen werden dann keine separaten Zielobjekte mehr verwendet. Ist bei Zur Kamera kein Kamera-Objekt in der Szene enthalten, wird automatisch die Standardkamera des Editors dafür verwendet. Dieser Modus kann z. B. interessant sein, um Stellwände mit Bildern immer exakt auf die benutzte Kamera auszurichten. Wenn dabei Pitch verwenden ausgeschaltet ist, bleiben die Ebenen z. B. auch senkrecht zum Boden stehen (siehe linke Seite der Abbildung 5.146).

Animation in Cinema 4D - Ausrichtung auf die Kamera oder auf den jeweils nachfolgenden Klon

Abbildung 5.146: Ausrichtung auf die Kamera oder auf den jeweils nachfolgenden Klon

Wie die rechte Seite von Abbildung 5.146 zeigt, kann auch die Ausrichtung auf benachbarte Klone spannend sein. Dort wurden Pyramiden entlang der Welt-X-Achse aufgereiht und mit einem Zufall-Effektor entlang der Welt-Y- und Z-Richtungen verschoben. Anschließend wirkt ein Ziel-Effektor mit Zielmodus Nächster Klon und Pitch verwenden. Die Klone wirken nun wie auf einer Schnur aufgefädelt.

Animation in Cinema 4D - Abstoßung der Klone durch das Zielobjekt

Abbildung 5.147: Abstoßung der Klone durch das Zielobjekt

Zusätzlich zu der Ausrichtung der Klone kann auch noch eine Abstoßen-Option hinzugeschaltet werden. Diese lässt zwei neue Parameter für Abstand und Abstand Stärke erscheinen. Abstand definiert einen Radius um die Position des Zielobjekts herum. Alle Klone, die näher als dieser Abstand an dem Zielobjekt liegen werden entsprechend verschoben. Der Effekt ist in Abbildung 5.147 aus zwei Perspektiven festgehalten. Die Klone in der Nähe des hier grünen Zielobjekts werden weggedrückt. Diese Verschiebung lässt sich über Abstand Stärke skalieren oder gar umkehren. Wie in Abbildung 5.148 zu erkennen, kann bei negativer Abstand Stärke nämlich das Zielobjekt auch anziehend auf die Klone wirken, die sich innerhalb der Abstand-Entfernung befinden.

Animation in Cinema 4D - Anziehende Wirkung des Zielobjekts auf die Klone

Abbildung 5.148: Anziehende Wirkung des Zielobjekts auf die Klone

Vergessen Sie zudem nicht, dass Sie alle Effekte zusätzlich über MoGraph-Selektionen nur auf bestimmte Klone anwenden oder über eine Abnahme räumlich beschränken können. Auch die Nutzung der individuelle Wichtungen an den Klonen kann reizvoll sein. Die folgenden Abbildungen zeigen Ihnen dazu eine Option. Dort wurde mit den Klonen zuerst ein Zufall-Effektor verbunden, der ausschließlich die Wichtungen der Klone verändert. Wird dann in der Abnahme des Ziel-Effektors die Wichtung auf 0% reduziert, reagieren die Klone ganz individuell auf die Anziehung oder Abstoßung eines Zielobjekts.

Wichtig ist nur, dass der Zufall samt seiner Wichtungen vor dem Ziel-Effektor berechnet wird. Der Zufall-Effektor muss daher vor dem Ziel-Effektor in der Effektoren-Liste des Klon-Objekts stehen. Abschließend finden Sie in Abbildung 5.150 ein mögliches Ergebnis mit zufälligen Wichtungen an den Klonen, während ein Ziel-Effektor auf diese wirkt. Wie unten rechts in Abbildung 5.149 zu sehen, muss dafür Wichtung auf der Abnahme-Einstellungsseite des Ziel-Effektors auf 0% reduziert werden.

Animation in Cinema 4D - Verteilung zufälliger Wichtungen mit einem Zufall-Effektor

Abbildung 5.149: Verteilung zufälliger Wichtungen mit einem Zufall-Effektor

Animation in Cinema 4D - Zufällige Ausrichtung und Abstoßung von Klonen

Abbildung 5.150: Zufällige Ausrichtung und Abstoßung von Klonen

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

Wir empfehlen:
Maxon BodyPaint 3D-Video-Training

Unsere Empfehlung für dich

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Überschreite mit unserem neuen und sagenhaften Standardwerk für Cinema 4D die Grenzen der Wahrnehmung. Das Release 16 ist das beste Update, das Maxon je herausgebracht hat!

  • Neue Funktionen von R16, R17 und R18 im Detail erklärt
  • In über 15,5 Stunden Video-Training Cinema 4D von A bis Z ergründen
  • PLUS 850 PDF-Seiten und Arbeitsmaterialien
  • Maximales Kreativtraining: Nachbau des Covermotivs

Zum Training

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folgende HTML-Elemente sind erlaubt:<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>