MoGraph: Die Effektoren – Der Simpel-Effektor – Teil 01

Sie haben bereits gesehen, wie vielseitig allein schon das Klon-Objekt bzw. das Matrix-Objekt sein können, um schnell eine große Anzahl an Objekten im Raum zu platzieren und ggf. sogar mit Dynamics in Bewegung zu bringen. Nicht immer geht es jedoch um physikalisch korrekte Simulationen. Schön wäre auch, wenn die Klone beliebig im Raum verschoben, gedreht oder gar gefärbt werden könnten. Genau hier kommen die Effektoren ins Spiel. Sie finden diese im MoGraph-Menü von Cinema 4D in der Gruppe Effektor. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Effektoren gar nicht so dramatisch voneinander. Wir werden daher oft auf immer gleiche Einstellungen stoßen. Letztlich geht es bei den Unterschieden mehr um die Steuerungsmöglichkeit, als um den Effekt auf die Klone. Klone können z. B. über Töne, Formeln, Skripte, über Farbwerte, oder auch einfach über Parameter verschoben werden. Am Ende geht es in den meisten Fällen immer im die Veränderungen der Position, der Größe oder des Winkels. Schauen wir uns als die verfügbaren Effektoren der Reihe nach an. Wir beginnen dabei mit dem Simpel-Effektor, an dem wir bereits einen Großteil aller Effektor-Optionen wiederfinden.

Dieser Effektor verdankt seinen Namen keinesfalls eingeschränkter Optionen. Vielmehr reduziert sich hier die Steuerungsmöglichkeit nur auf manuelle Veränderungen, z. B. der Position oder des Winkels der Klone. Ansonsten ist dieser Effektor keineswegs überflüssig, sondern kann oft schon ausreichen, den gewünschten Effekt zu erzielen.

Die Effektor-Einstellungen

Beginnen wir mit den Einstellungen in der Effektor-Rubrik (siehe Abbildung 5.53).

Animation in Cinema 4D - Die Effektor-Einstellungen des Simpel Effektors

Abbildung 5.53: Die Effektor-Einstellungen des Simpel Effektors

Gleich als erstes finden wir hier einen Stärke-Regler, über den Sie die Wirkung dieses Effektors später beliebig einstellen können. Wir werden jedoch etwas später auch noch eine andere Möglichkeit hierfür besprechen, denn Effektoren lassen sich auch z. B. direkt in der Effektoren-Rubrik eines Klon-Objekts noch in ihrer Intensität regeln. Das Selektion-Feld ist für eine MoGraph-Selektion gedacht, falls Sie diesen Effektor nicht auf alle Klone oder Elemente eines Objekts wirken lassen möchten. Effektoren verfügen zusätzlich noch über Abnahme-Optionen, über die deren Wirkung auch räumlich begrenzt werden kann. Dies hat zusätzlich den Vorteil, dass die Wirkung des Effektors weich ausläuft und nicht abrupt zwischen selektierten und nicht selektierten Klonen springt. Wir kommen darauf noch zurück.

Die nächsten Parameter dieser Einstellungsseite nennen sich Minimum und Maximum und legen die Bandbreite der Veränderung der Klone durch diesen Effektor fest. Dies kann recht praktisch sein, z. B. um die Bandbreite zufällig generierter Effekte einzuschränken. Dies wird verständlicher, wenn wir uns die nächste Rubrik für die Parameter des Effektors ansehen.

Die Parameter-Einstellungen

Hier liegt das Kernstück jedes Effektors, denn hier legen Sie fest, welche Veränderungen an den Klonen oder MoGraph-Elementen überhaupt vorgenommen werden sollen. Los geht es mit den grundsätzlichen Eigenschaften, wie Position, Skalierung und Winkel. Setzen Sie hier ein Häkchen hinter die entsprechende Eigenschaft, die Sie an den Klonen verändern möchten. Dabei können Position, Skalierung und Winkel beliebig kombiniert oder auch ganz ausgeschaltet bleiben. Wie diese Veränderungen auf die Klone angewendet werden, legen Sie u. a. über den Transformationsmodus fest.

Transformationsmodus Relativ bedeutet, dass die ursprüngliche Position, Größe und Drehung der Klone als Basis benutzt wird. Die Veränderungen durch den Effektor werden also praktisch ergänzend hinzugerechnet. Transformationsmodus Absolut überträgt die Position, Skalierung und den Winkel unabhängig von der Ausgangslage und Ausgangsgröße der Klone. Es hängt jedoch stark vom gewählten Transformationsraum ab, wie sich dies auswirkt. Wir kommen gleich noch darauf zurück. Beim Transformationsmodus Remap werden die vorhandenen Eigenschaften der Klone einfach durch die des Effektors ersetzt. Bei allen drei Modi legen Sie über den Transformationsraum das Bezugssystem für diese Veränderungen fest. Mit Transformationsraum Klon fallen die Ergebnisse bei Transformationsmodus Absolut und Transformationsmodus Remap identisch aus.

Effektoren zuweisen

Schauen wir uns das am besten mal wieder an einem Beispiel an. Wir nehmen ein Klon-Objekt wie in Abbildung 5.54, um damit kleine Würfel in einem zweidimensionalen Raster anzuordnen. Wie Sie an den Transformation-Einstellungen des Klon-Objekts auf der linken Seite der Abbildung erkennen können, werden die Würfel-Klone dabei zusätzlich um -40° um die W.P-Achse gekippt. Zusätzlich reduziere ich die Farbe in ihrer Helligkeit zu einem 70%-Grauton. Erstellen Sie dann einen Simpel-Effektor, an dem Sie vorerst noch nichts verändern. War das Klon-Objekt beim Aufruf des Effektors selektiert, wird dadurch automatisch der neue Effektor in der Effektoren-Rubrik des Klon-Objekts gelistet und hat dadurch eine Wirkung auf die Klone. Ansonsten können Sie Effektoren aber auch manuell einfach in die Effektoren-Liste des entsprechenden MoGraph-Objekts ziehen, um diese zuzuweisen.

Animation in Cinema 4D - Einstellungen eines Klon-Objekts

Abbildung 5.54: Einstellungen eines Klon-Objekts

Unterhalb der Effektoren-Liste finden Sie dann erneut einen Prozentwert, mit dem Sie die Wirkung des jeweiligen Effektors regeln können. Dies ist auf der rechten Bildhälfte von Abbildung 5.54 zu sehen. Dies ist praktisch, da ein einzelner Effektor so z. B. auch mit mehreren Klon-Objekten benutzt werden kann. So können Sie die Wirkung der Effektoren beliebig abmischen und ggf. auch animieren. Der grüne Haken hinter dem Effektor in der Liste zeigt an, dass dieser ausgewertet wird. Ein Klick auf diesen Haken deaktiviert die Auswertung des Effektors für dieses Klon-Objekt. Dies kann praktisch sein, wenn Sie bereits mehrere Effektoren zugewiesen haben und Sie die Einstellungen eines einzelnen Effektors dieser Liste überprüfen möchten. Schalten Sie dann einfach alle momentan nicht interessanten Effektoren aus. Ein erneuter Klick auf das rote Kreuz schaltet die Effektoren wieder an. Bedenken Sie zudem, dass die Effektoren in der Liste z. B. eines Klon-Objekts immer von oben nach unten abgearbeitet werden und somit deren Reihenfolge das Ergebnis beeinflussen kann.

Parameter übertragen

Widmen wir uns nun wieder dem Simpel-Effektor. Wechseln Sie dort in die Parameter-Rubrik und aktivieren Sie die Optionen für Position, Skalierung und Winkel.

Das Aktivieren von Position erlaubt Ihnen, separate Werte für P.X, P.Y und P.Z einzutragen. Damit werden die Klone entweder ausgehend von ihrer aktuellen Position verschoben oder aber auf diese Position gesetzt. Darüber entscheidet der Transformationsmodus in Verbindung mit dem Transformationsraum. Ich benutze hier vorerst nur den Wert für P.Y und setze dort 140 cm ein.

Die Skalierung-Spalte bietet uns zusätzliche Optionen. Wenn Abs. Skalierung angeschaltet ist, bleiben die ursprünglichen Achsrichtungen der Klone erhalten, da es zu keiner negativen Skalierung kommen kann. Dies kann ansonsten z. B. bei der Benutzung von Zufallswerten mit anderen Effektoren vorkommen und würde zu einer Spiegelung der Klon-Form entlang der negativen Achse führen. Über die G.X-, G.Y- und G.Z-Werte können Sie dann die gewünschte Zielgröße bzw. Größenveränderung der Klone getrennt für alle drei Achsrichtungen vorgeben. Auch hierbei spielen der Transformationsmodus und der Transformationsraum eine Rolle. So führt z. B. die Skalierung 0, 0, 0 im Transformationsmodus Relativ zu keiner Größenveränderung der Klone. Im Transformationsmodus Remap oder Transformationsmodus Absolut hingegen würden dadurch die Klone auf die Größe 0 geschrumpft und somit unsichtbar werden. Schließlich kann es auch sein, dass Sie gar keine individuelle Skalierung entlang der drei Achsen benötigen, sondern die Klone nur proportional vergrößern oder verkleinern möchten. In dem Fall aktivieren Sie die Option für Gleichmäßig skalieren. Dadurch wird nur noch ein Skalieren-Wert angezeigt, über den die Klone gleichmäßig in ihrer Größe verändert werden können. Ich greife auf diese Option zurück und benutze 0.4 für die Skalierung.

Die Winkel-Rubrik entspricht dann wieder der Position-Spalte und bietet uns generell die drei Komponenten W.H, W.P und W.B für die Veränderung des Winkels um die Heading-, Pitch- und Banking-Richtungen an. Die Lage dieser Achsen ist vom Transformationsraum abhängig. Die Verrechnung mit bereits vorhandenen Winkeln der Klone wird über den Transformationsmodus definiert. Dies wird sicher gleich klarer, wenn wir die Ergebnisse in den verschiedenen Modi direkt miteinander vergleichen. Zuvor sehen Sie auf der linken Seite der Abbildung 5.55 noch einmal die noch unbeeinflussten Würfel-Klone, so wie sie durch das Klon-Objekt noch ohne zugewiesenen Effektor erstellt wurden.

Animation in Cinema 4D - Einstellungen des Simpel-Effektors

Abbildung 5.55: Einstellungen des Simpel-Effektors

Die Abbildung 5.56 stellt Ihnen nun die Wirkungen des Simpel-Effektors im Transformationsraum Klon gegenüber. Dies bedeutet, dass sich alle Position-, Skalierung- und Winkel-Angaben auf das individuelle Achsensystem jedes Klons beziehen. Ganz links sehen Sie dort den Transformationsmodus Relativ. Ausgehend von jeder ursprünglichen Klonstellung werden die Klone nun um 140 Einheiten entlang ihrer Y-Achse verschoben, um 40% vergrößert und zusätzlich um 45° um ihre B-Achse gedreht.

Animation in Cinema 4D - Gegenüberstellung der Effektor-Wirkung in den verschiedenen Transformationsmodi im Transformationsraum Klon

Abbildung 5.56: Gegenüberstellung der Effektor-Wirkung in den verschiedenen Transformationsmodi im Transformationsraum Klon

Zur Vereinfachung des Vergleichs sind die ursprünglichen Klone jeweils leicht abgedunkelt darunter zusätzlich eingeblendet. Das mittlere Bild in Abbildung 5.56 zeigt bei ansonsten identischen Einstellungen das Ergebnis bei Benutzung von Transformationsmodus Absolut, wieder in Verbindung mit Transformationsraum Klon. Die Position der Klone bleibt dadurch identisch mit dem Transformationsmodus Relativ, da die Klone in beiden Fällen den Ursprung der Verschiebung definieren. Unterschiede gibt es jedoch recht eindeutig bei der Skalierung und der Übertragung der Winkel. Die Größe der Klone beträgt nun nicht mehr 140% wie im Transformationsmodus Relativ, sondern nur noch 40%, da dieser Wert nun Absolut gerechnet wird. Ähnliches können wir bei den Winkeln beobachten. Die ursprüngliche Rotation wird komplett durch die neuen Winkel des Effektors überschrieben.

Ein Blick auf das rechte Bild der Abbildung 5.56 zeigt uns das Ergebnis im Transformationsmodus Remap. Dieses ist im Transformationsraum Klon identisch mit dem Transformationsmodus Absolut. Die Effektor-Werte ersetzen einfach die Vorgaben der ursprünglichen Klone, gehen dabei aber von deren individuellen Bezugssystemen aus (wegen Transformationsraum Klon).
Schauen wir uns daher nun einmal an, was eine Veränderung des Transformationsraums auf Effektor bringt. Dies bedeutet, dass nun die Lage und Ausrichtung des Simpel-Effektors selbst für die Veränderung der Klone eine Rolle spielt und nicht länger jeder Klon selbst die Basis für die Veränderung darstellt. Die folgende Abbildung 5.57 stellt wie gewohnt die Ergebnisse der verschiedenen Transformationsmodi im Transformationsraum Effektor gegenüber.

Animation in Cinema 4D - Die Ergebnisse im Transformationsraum Effektor

Abbildung 5.57: Die Ergebnisse im Transformationsraum Effektor

Der Effektor selbst besitzt natürlich wie jedes andere Objekt auch ein eigenes Achsensystem, über das eine Position, eine Größe und eine Orientierung festgelegt werden können. Im Transformationsmodus Relativ bedeutet dies z. B. für die Position, dass die Klone nun ausgehend von ihrer ursprünglichen Position um 140 cm in Richtung der Y-Achse des Effektors verschoben werden. Die veränderten Klone stehen damit exakt senkrecht über den ursprünglichen Klon-Würfeln und sind nicht länger entlang der gekippten Klon-Achsen verschoben. Dies ist ganz links in Abbildung 5.57 zu erkennen. Durch eine Rotation-Animation des Effektor-Objekts könnte diese Verschiebung daher auch zeitlich verändert berechnet werden und für nette Animationseffekte sorgen. Die Skalierung erfolgt in unserem Fall gleichmäßig entlang aller Achsen, daher sind die Klone mit 140% hier exakt so groß wie im Transformationsraum Klon. Bei ungleichmäßiger Skalierung könnte die Verzerrung der Klone ansonsten durch die andere Achsausrichtung des Effektors gegenüber den Klonen ein anderes Ergebnis bringen als noch im Transformationsraum Klon. Die Rotation der Klone fällt diesmal etwas anders aus, da die B-Achse des Effektors nicht mit der ursprünglichen B-Achse der Klone übereinstimmt. Dies ist leicht beim direkten Vergleich der jeweils linken Bilder in den Abbildungen 5.56 und 5.57 zu erkennen.

Schauen wir uns nun an, was bei der Nutzung des Transformationsmodus Absolut passiert. Dies ist in der mittleren Einblendung von Abbildung 5.57 zu sehen. Die Vorgaben für die Position definieren dabei einen einzelnen Punkt im Bezugssystem des Effektors, der in unserem Fall 140 cm entlang dessen Y-Achse nach oben verschoben wurde. Exakt auf diese Position werden nun alle Klone verschoben. Daher wirkt das Ergebnis so, als gäbe es plötzlich nur noch einen geklonten Würfel. Wenn Sie die Stärke des Effektors in der Effektor-Rubrik reduzieren, erkennen Sie jedoch, wie die einzelnen Würfel aus ihrer ursprünglichen Stellung heraus auf diese Position zubewegt werden. Die Übernahme der Skalierung und der Winkel ist ansonsten ebenfalls absolut zum Achsensystem des Effektors zu verstehen. Jede Skalierung oder Rotation der ursprünglichen Klone wird dadurch zurückgenommen und vollständig durch die Effektor-Parameter ersetzt.

Mit dem Transformationsmodus Remap erfolgt die Positionierung ebenfalls ausgehend von der ursprünglichen Position der Klone um 140 cm entlang der Y-Achse des Effektors nach oben versetzt. Dies entspricht also dem Ergebnis im Transformationsmodus Relativ. Was die Skalierung und den Winkel angeht, so ersetzen diese wieder vollständig die ursprünglichen Eigenschaften der Klone und fallen daher wie im Transformationsmodus Absolut aus. Die rechte Darstellung in Abbildung 5.57 zeigt das entsprechende Resultat.

Der dritte Transformationsraum nennt sich Objekt und funktioniert identisch zum Transformationsraum Effektor. Hierbei wird jedoch das Achsensystem z. B. des Klon-Objekts
selbst herangezogen, um eine Position, bzw. um Achsrichtungen für die Skalierung und die Winkeldrehungen zu definieren. Sind der Effektor und das Klon-Objekt gleich ausgerichtet und an gleicher Stelle platziert, werden Sie keinen Unterschied zwischen beiden Transformationsräumen feststellen können. Ich denke, wir können daher auf eine Wiederholung der Wirkungen der Parameter auf die Klone verzichten.

Wie bereits angesprochen, lassen sich die Min/Max-Einstellungen in der Effektor-Rubrik benutzen, um auch die Transformieren-Einstellungen zu begrenzen oder zu skalieren. So können Sie sich in diesem Zusammenhang der Maximum-Regler als einen Multiplikator Ihrer Position-, Skalierung- und Winkel-Einstellungen vorstellen. Nur mit Maximum 100% (und natürlich eine Stärke von 100%) erhalten Sie exakt die eingestellten Parameter. Wird der Maximum-Wert über 100% eingestellt, führt dies zu einer Verstärkung der Effekte. Entsprechend führt eine Reduzierung von Maximum in Richtung 0% zu einer Abschwächung der Transformationen. Da auch negative Werte für Maximum möglich sind, können Position, Skalierung und Winkel auch invertiert bzw. negiert verwendet werden. Sofern Abs. Skalierung angeschaltet ist, bleibt jedoch dabei zumindest die individuellen Achsrichtungen der Klone unverändert (abgesehen von den Winkelveränderungen der Klone).

Die Farbe-Einstellungen

Wir haben bereits am Klon-Objekt beobachtet, dass wir darüber den Klonen einen Farbwert mitgeben können. Auch Effektoren können darauf zugreifen und diese Farbe ggf. verändern. Mit Farbmodus Aus unterbleibt eine Veränderung der ursprünglichen Klon-Farben. Mit Farbmodus An erzeugt der Effektor automatisch die Farbe Weiß und färbt damit alle Klone um. Wie diese Farbe verwendet wird, können Sie über den Mischmodus vorgeben. Mit Mischmodus Voreingestellt ersetzt der Effektor die ursprüngliche Farbe der Klone einfach. Dies kann übrigens selbst durch den Stärke-Regler im Effektor oder in der Effektoren-Liste des Klon-Objekts nicht beeinflusst werden. Ich gehe hier von einem Fehlverhalten des Effektors in diesem Modus aus. Ähnlich rustikal geht es bei den anderen Mischmodi zu, mit denen Sie z. B. Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren oder Dividieren können. Da immer von 100% Helligkeit am Effektor ausgegangen wird, können wir die entstehende Farbe oder Helligkeit in diesem Farbmodus nicht fein steuern. Mit Multiplizieren oder Dividieren erhalten Sie immer die ursprüngliche Farbe der Klone, während Sie bei Addieren immer Weiß und bei Subtrahieren immer Schwarz erhalten.

Ganz anders sieht es aus, wenn wir zusätzlich die Option für Alpha/Stärke verwenden aktivieren. In diesem Fall kann die Intensität der Helligkeit über den Stärke-Regler der Effektor-Rubrik justiert werden. Dazu wird die Farbe zusätzlich als Alpha-Maske benutzt. Im Mischmodus Voreingestellt können wir uns dann das Weiß des Effektors als eine Ebene vorstellen, deren Deckkraft sich über die Stärke des Effektors regulieren lässt. Die Intensität dieser Alpha-Farbe kann zusätzlich über die Maximum- und Minimum-Regler eingegrenzt werden. Übersichtlicher dürfte jedoch sein, weiterhin Maximum 100% und Minimum 0% zu benutzen und die Reduzierung der Wirkung über den Stärke-Wert umzusetzen. Die Stärke können wir uns somit als Deckkraft-Regler vorstellen und Minimum/Maximum als Begrenzungen des Helligkeitswerts am Effektor.

Animation in Cinema 4D - Prozentuale Überlagerung verschiedener Farben auf den Klonen

Abbildung 5.58: Prozentuale Überlagerung verschiedener Farben auf den Klonen

Die Abbildung 5.58 zeigt so eine Farbüberlagerung noch einmal im Detail. Dort würden die Würfel über das Klon-Objekt zuerst rot gefärbt. Im Simpel-Effektor wird im Farbmodus Manuell mit aktiver Alpha/Stärke verwenden-Option ein dunkles Blau eingestellt. Wenn nun die Stärke des Effektors langsam erhöht wird, färben sich die Klone von rot zu blau um. Da es auch einige Effektoren gibt, die Shader, Bitmaps oder zufällig erzeugte Farben nutzen können, ist es nicht bei allen Effektoren so, dass nur eine einzige Farbe für alle Klone gewählt werden kann. Ansonsten ist die Wirkung dieser Rubrik aber bei allen anderen Effektoren identisch.

Animation in Cinema 4D - Veränderung der Klon-Wichtungen durch den Effektor

Abbildung 5.59: Veränderung der Klon-Wichtungen durch den Effektor

Die Andere-Rubrik

Los geht es hier mit der Wichtungstransformation. Wichtungen kennen Sie bereits aus den Erläuterungen eines Klon-Objekts. Damit sind Prozentwerte gemeint, die den Klonen mitgegeben werden können. Mithilfe der Wichtungstransformation lassen sich diese Wichtungen durch den Effektor verändern (siehe Abbildung 5.59). Dabei werden die Wichtungen nicht absolut, sondern in Abhängigkeit des Maximum-Werts in der Effektor-Rubrik und der Stärke des Effektors überblendet. Stellen Sie sich folgenden Fall vor: Ihr Klon-Objekt gibt den Klonen eine Wichtung von 50% mit. Auf das Klon-Objekt wirkt nun unser Simpel-Effektor, mit dem wir diese Wichtungen nun gerne stufenlos auf bis zu 100% erhöhen würden. Hierbei müssen Sie sich 0% Wichtungstransformation als ursprünglichen Wichtung-Wert der Klone vorstellen.

Wird die Wichtungstransformation auf 100% gestellt, wird das Maximum als Wichtung übertragen. Das Maximum muss daher bei 100% eingestellt bleiben. Wenn wir nun also die Wichtungstransformation langsam in Richtung 100% ziehen, erhöhen sich die Klon-Wichtungen proportional. Bei Wichtungstransformation 50% erhalten wir somit eine Wichtung von 75% bei den Klonen, da dies der halbe Wert zwischen 50% und dem vorgegebenen Maximum von 100% ist.

Auf die gleiche Weise würde auch eine Reduzierung der bereits vorhandenen Wichtungen funktionieren. Sie müssen nur ein negatives Maximum eintragen. Benutzen wir z. B. als Maximum -50% führt dies hier bei einer Wichtungstransformation von 50% nun zu einer Wichtung von 0%. Bei der Wichtungstransformation von 100% landen wir entsprechend bei dem angegebenen Maximum von -50% für die Wichtungen. Wenn es Ihnen also einfach nur um das Setzen einer bestimmten Wichtung geht, tragen Sie diese bei Maximum ein und stellen die Wichtungstransformation auf 100%.

Soweit so gut, aber nur Wichtungen zu manipulieren ohne diese auswerten zu können, hätte keinen Sinn. Natürlich können Effektoren daher auch ihre Wirkung von der Wichtung der Klone abhängig machen. In dem Fall lassen Sie die Wichtungstransformation links liegen und wechseln auf die Abnahme-Einstellungsseite des Effektors. Hier finden Sie einen Wichtung-Wert, der diese Abhängigkeit von den Klon-Wichtungen steuert. Dabei ist die Wirkung exakt invertiert zu verstehen. Mit Wichtung 100% interessiert sich der Effektor gar nicht für die Wichtungen der von ihm beeinflussten Klone. Die Wirkung hängt daher ausschließlich z. B. von der Stärke des Effektors und dessen Parameter-Vorgaben ab. Je kleiner der Wichtung-Wert in der Abnahme-Rubrik eines Effektors ist, desto größer ist die Abhängigkeit der Effektorwirkung von der Wichtung der Klone. Haben die Klone eine Wichtung von 0% und wird im Effektor ebenfalls eine Wichtung von 0% benutzt, hätte der Effektor somit gar keine Wirkung mehr auf diese Klone.

Weiter geht es in der Andere-Gruppe der Effektor-Parameter mit den Einstellungen für U Transformation und V Transformation. Was die UVW-Koordinaten der Klone angeht, so konnten wir für diese nur die Richtung der W-Komponente z. B. am Klon-Objekt vorgeben. Schauen wir uns dies am Beispiel der Abbildung 5.60 noch einmal genauer an. Dort ist ein einfaches Klon-Gitter aus vier mal vier Würfeln zu erkennen, das in der Welt XZ-Ebene liegt. Am Klon-Objekt wurde W(UV)-Richtung Y+ eingestellt. Ein Blick von oben auf die geklonten Würfel stellt daher die reine Färbung durch U- und V-Werte dar. Bekanntlich können Sie sich diese Farben durch Anzeige UV in den Transformation-Einstellungen des Klon-Objekts einblenden lassen. Dies ist ganz links in Abbildung 5.60 zu erkennen.

Animation in Cinema 4D - Manipulation der UV-Koordinaten von Klonen

Abbildung 5.60: Manipulation der UV-Koordinaten von Klonen

Der Klon rechts oben ist hierbei schwarz, da dort der Ursprung der UV-Koordinaten liegt. Diese Position entspricht daher der UV-Koordinate 0, 0. von dort aus in horizontaler Richtung verläuft die U-Richtung, die Rot als Maximalwert benutzt. Daher ist der linke obere Klon in der Abbildung rot gefärbt, was einer UV-Koordinate 1, 0 entspricht. Entsprechend ist der Klon unten rechts grün gefärbt, denn seine UV-Koordinate ist 0, 1 und die V-Richtung wird mit grünen Färbungen angezeigt. Die Mischfarben bis hin zum gelben Klon unten links ergeben sich durch Zwischenwerte und Mischungen der Farben Rot und Grün.

Über U Transformation und V Transformation können Sie die U- und die V-Werte der Klone entsprechend der Maximum-Vorgabe in den Effektor-Einstellungen des Effektors anpassen. In der Abbildung 5.60 wurde z. B. ein Maximum 0% verwendet. Zieht man nun U Transformation auf 100%, werden dadurch die U-Anteile aller UVW-Koordinaten auf 0 zurückgeführt. Dies ist an der zweiten Einblendung in Abbildung 5.60 zu sehen. Es tauchen nur noch grüne Färbungen auf. Entsprechend sehen wir nur noch rote Färbungen von stattdessen V Transformation auf 100% gezogen wird.

Diese Veränderungen an den UV-Koordinaten können nicht direkt am Simpel-Effektor verwertet werden. Sie könnten diese Werte jedoch z. B. über spezielle MoGraph-Nodes und eine XPresso-Schaltung abfragen oder in spezielle Formel-Effektoren mit einfließen lassen. Wir kommen darauf noch zurück.

Der Parameter für Klone ändern kommt dann zum Einsatz, wenn Sie verschiedene Objekte z. B. unter einem Klon-Objekt gruppiert haben. In Verbindung mit dem Maximum-Wert aus den Effektor-Einstellungen können Sie dann die Auswahl der angezeigten Objekte zugunsten eines bestimmten Objekts aus der Gruppe beeinflussen. Dies funktioniert in allen Klone-Modi des Klon-Objekts, wir jedoch am häufigsten mit Klone Sortieren verwendet. Die durch einen Effektor erzeugten Graustufen können dann die Auswahl der dargestellten Objekte beeinflussen. Ansonsten regeln Sie mit Klone ändern einfach nur das zahlenmäßige Verhältnis zwischen den geklonten Formen. Der Nutzen dieser Funktion ist an einem Simpel-Effektor sicherlich eingeschränkt, da dieser nur einen Prozentwert bzw. einen einzelnen Grauwert über den Maximum-Wert erzeugen kann. Das Prinzip sollte hier jedoch bereits deutlich werden. Stellen Sie sich z. B. eine Szene wie in Abbildung 5.61 vor.

Animation in Cinema 4D - Das zu klonende Objekt wird hier über den Simpel-Effektor bestimmt.

Abbildung 5.61: Das zu klonende Objekt wird hier über den Simpel-Effektor bestimmt.

Ein Würfel und eine Kugel sind unter einem Klon-Objekt gruppiert. Dieses platziert die Klone in einem 4 * 4 Raster mit Klone Sortieren. Ein Simpel-Effektor ist diesem Klon-Objekt als Effektor zugewiesen, taucht also in dessen Effektoren-Liste auf. Im Effektor und dessen Effektor-Einstellungen wird Maximum 100% verwendet. Der Effektor erzeugt dadurch praktisch 100% Helligkeit. Diese Helligkeit kann über den Klone verändern-Wert in den Parametern multipliziert werden. Je dunkler der dadurch entstehende Grauwert ist, desto eher tendiert das Klon-Objekt zur Erzeugung eines Klons aus dem ersten untergeordneten Objekt. Helle Grautöne lassen das Klon-Objekt eher Kopien der Objekte am Ende der Gruppe erzeugen. Da wir nur zwei Objekte unter dem Klon-Objekt benutzten, liegt die Schwelle der Auswahl des ersten oder zweiten Objekts direkt bei 50% für Klone verändern. Bei Klone verändern 49% sehen Sie daher nur Würfel und ab 50% nur noch Kugeln. Dies ist auf der linken Seite von Abbildung 5.61 zu sehen. Die folgende Abbildung 5.62 zeigt dazu die entsprechenden Einstellungen am Simpel-Effektor.

Animation in Cinema 4D - Die Klone ändern-Einstellungen am Simpel-Effektor

Abbildung 5.62: Die Klone ändern-Einstellungen am Simpel-Effektor

Natürlich ist dies in diesem Fall wenig aufregend. Spannender wird diese Funktion jedoch bei Effektoren, die nicht nur einen Grauwert, sondern z. B. Muster oder ein zufälliges Rauschen erstellen können. Auf diese Weise könnte dann eine beliebige Struktur in die Auswahl der benutzten Objekte gebracht werden. Denken Sie z. B. an die so genannte ASCII-Art, bei der Bilder nur aus Zahlen und Buchstaben gebildet werden. Zudem werden Sie gleich noch sehen, dass der Aktionsraum eines Effektors u. a. durch geometrische Grundformen begrenzt werden kann. Dann würde auch der Simpel-Effektor wieder an Attraktivität gewinnen, da dadurch der Bereich eingegrenzt werden kann in dem sich die Klone verändern, bzw. in dem andere Formen angezeigt werden. Wir kommen gleich im Anschluss auf diese Optionen in der Abnahme-Rubrik der Effektoren zurück.

Effektoren können auch benutzt werden, um einzelne Klone scheinbar zu löschen, bzw. unsichtbar zu machen. Auch hierfür kommen wieder Grauwerte zu Einsatz, die im Fall des Simpel-Effektors nur über den Maximum-Wert der Effektor-Einstellungen eingestellt werden können. Hierbei gibt es keinen Übergang. Entweder ist ein Klon sichtbar oder eben unsichtbar. Damit diese Funktion greift, müssen Sie die Sichtbarkeit-Option in den Parametern des Effektors aktivieren.

Animation in Cinema 4D - Deformation einer Ebene im Objekt-Modus

Abbildung 5.63: Deformation einer Ebene im Objekt-Modus

Liegt der vom Effektor erzeugte Grauwert unter 51% Helligkeit (also bei einem Maximum-Wert < 51%), wird der Klon ausgeblendet. Ansonsten bleibt ein Klon sichtbar. Da unser Simpel-Effektor bekanntlich nur einen Grauwert erzeugen kann, der momentan noch allen Klonen zugewiesen wird, werden also je nach Maximum-Einstellung alle Klone sichtbar oder unsichtbar. Schließlich bleibt auf dieser Parameter-Seite noch der Zeit Offset übrig. Wir kennen diesen bereits unter identischem Namen vom Klon-Objekt. Damit können Sie den Startpunkt der Animation ihrer Klone verschieben, sofern diese über Keyframes verfügen. Auch diesmal wieder kommt es zu einer Multiplikation dieser Zeitspanne mit dem Grauwert des Effektors. Nur bei Maximum 100% wird daher an einem Simpel-Effektor der volle Zeit Offset für die zugewiesenen Klone berechnet. Auch hier ist es wieder so, dass natürlich durch die Verwendung z. B. von Graustufen-Verläufen oder Noise-Mustern viel spannendere Effekte möglich sind, als wenn alle Klone den gleichen Zeit Offset erhalten. Das Prinzip bleibt aber ansonsten mit dem hier vorgestellten beim Simpel-Effektor weiter gültig.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

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