MoGraph: Das Klon-Objekt – Die Transformation-Einstellungen

In dieser Rubrik können Sie weitere Eigenschaften der Klone festlegen, wie z. B. deren Farbe oder Wichtung. Zudem lassen sich hier die Klone einheitlich verschieben, skalieren und drehen. Die Abbildung 5.40 zeigt dazu ein Klon-Objekt, das Würfel-Klone in einem zweidimensionalen Gitter erzeugt.

Animation in Cinema 4D - Einstellungen der Transformieren-Rubrik eines Klon-Objekts

Abbildung 5.40: Einstellungen der Transformieren-Rubrik eines Klon-Objekts

Neben den Klonen selbst lassen sich über das Anzeige-Menü Punkte in den Editoransichten einblenden, deren Farben dann die Farbe der Klone, deren Wichtung oder deren Positionen im UVW-Raster anzeigen können. Mit Anzeige Keine unterbleibt die Darstellung dieser Punkte. Die folgende Abbildung 5.41 gibt wieder, wie es sich in den anderen Modi darstellt.

Animation in Cinema 4D - V.l.n.r.:Anzeige der Wichtungen, der UVW-Koordinaten, der Farben

Abbildung 5.41: V.l.n.r.:Anzeige der Wichtungen, der UVW-Koordinaten, der Farben

Da die zusätzlichen Punkte an den Positionen der Klone eingezeichnet werden, sollten Sie das Objekt unter dem Klon-Objekt kurzzeitig für den Editor auf unsichtbar schalten, um diese Punkte besser sehen zu können. Mit Anzeige Wichtung werden diese Punkte rot bis gelb dargestellt. Dies ist ganz links in Abbildung 5.41 zu sehen. Das Farbschema entspricht damit dem eines Vertex Map-Tags. Klon-Punkte mit einer Wichtung von 0% erscheinen tiefrot, Klon-Punkte mit einer Wichtung von 100% erscheinen gelb. Die Wichtungen dazwischen ergeben entsprechende Mischfarben. Die Basis-Wichtung der erzeugten Klone können Sie über den Wichtung-Regler in den Transformation-Einstellungen vorgeben. Über Effektoren können diese Wichtungen dann verändert oder natürlich auch ausgewertet werden. So kann z. B. eine zufällige Verschiebung der Klone von deren individueller Wichtung abhängig gemacht werden. Wir kommen darauf noch zurück.

Mit Anzeige UV werden die intern vergebenen UVW-Koordinaten der Klone farbig codiert angezeigt. Wie Sie vielleicht wissen, decken die UVW-Koordinaten jeweils nur die Werte 0 bis 1 ab. Diese Werte werden für die U-, die V- und die W-Richtung auf die Farben Rot, Grün und Blau umgerechnet. Ein schwarzer Punkt entspricht daher der UVW-Koordinate 0, 0, 0. Ein grüner Punkt stellt die Koordinate 0, 1, 0 dar, usw. Diese UVW-Koordinaten haben an dieser Stelle nichts mit dem Materialsystem von Cinema 4D zu tun, können jedoch von einigen Effektoren ausgewertet werden. Die W-Richtung im UVW-System geben Sie über das Menü W(UV)-Richtung an. In der Einstellung Y+ verläuft die W-Achse dann also z. B. parallel zur positiven Y-Achse des Klon-Objekts. Besonders gut ist diese Werteverteilung natürlich im Klon-Objekt-Modus Gitter zu sehen. Die mittlere Darstellung in Abbildung 5.42 gibt eine solche Einfärbung der Klon-Punkte entsprechend ihrer UVW-Koordinaten wieder.

Animation in Cinema 4D - Rotation der Klone bei ihrer Erzeugung

Abbildung 5.42: Rotation der Klone bei ihrer Erzeugung

Schließlich können Sie sich mit Anzeige Farbe auch die an die Klone übergebene Farbe an den Klon-Punkten darstellen lassen. Die Farbe der Klone ist eine unabhängige Eigenschaft, bleibt also auch bei Zuweisung eines Materials zu den Klonen erhalten und kann z. B. über spezielle MoGraph-Shader ausgewertet oder über Effektoren beeinflusst werden. Auf diese Weise ist es z. B. auch möglich, eine zufällige oder eine aus einer Textur abgeleitete Einfärbung der Klone zu realisieren. Über die Farbe-Einstellungen des Klon-Objekts können Sie den geklonten Objekten eine einheitliche Farbe zuweisen. Diese Farbwiedergabe ist ganz rechts in Abbildung 5.41 zu sehen. Standardmäßig werden alle Klone weiß gefärbt.

Position, Größe und Winkel

Nicht immer entsprechen die Position, Größe oder Ausrichtung der Klone dem gewünschten Zustand. Mit den Einstellungen der Transformation-Seite des Klon-Objekts können Sie Position, Größe und Winkel der Klone einheitlich editieren. Die Abbildung 5.42 gibt dazu ein Beispiel. Sie sehen dort Würfel, die über die W.P- und W.B-Einstellungen gekippt wurden. Entsprechend würden die P.-Einstellungen zu einer Verschiebung der Klone führen, bzw. die G.-Einstellungen zu einer Skalierung entlang der entsprechenden Achsen.

Zeit- und Animationsvorgaben

Natürlich können auch Objekte geklont werden, die bereits über Keyframes verfügen. Mit den Einstellungen Zeit und Animationsmodus legen Sie fest, wie diese Animationen auf die Klone übertragen werden. Die Abbildung 5.43 gibt dazu ein Beispiel. Dort wurde ein Würfel mit Position-Keyframes versehen, die den Würfel ein Mal auf und ab bewegen. Dies ist ganz links in der Abbildung zu sehen.

Animation in Cinema 4D - Animation des geklonten Objekts

Abbildung 5.43: Animation des geklonten Objekts

Nach dem Unterordnen des Würfels unter ein Klon-Objekt müssen Sie dort Klone fixieren ausschalten, damit die animierte Position des Würfels zu sehen ist, wenn Sie die Animation laufen lassen. Da die Klone in diesem Fall über Winkel in den Transformation-Einstellungen gedreht wurden, bewegen sich die Klone entsprechend schräg während der Animation. Die mittlere Einblendung in Abbildung 5.43 deutet diese Bewegungsrichtung durch schwarze Linien an. Mit dem Zeit-Parameter lässt sich nun die vorhandene Animation des Würfels zeitlich verschieben. Begann diese ursprünglich direkt in Bild 0, so führt Zeit 10 B dazu, dass sich die Klone erst ab Bild 10 bewegen, also eben zehn Bilder später. Was dann z. B. nach dem Anzeigen des letzten Keyframes passieren soll, können Sie über den Animationsmodus festlegen.

Mit Animationsmodus Abspielen kann nur der Zeitbereich wiedergegeben werden, der auch an Ihrem Original Objekt mit Keyframes belegt wurde. Hat also der Würfel Keyframes zwischen den Bildern 0 und 10, so werden bei einem Zeit-Wert 0 auch exakt diese Bilder abgespielt. Wenn Sie nun aber die Zeit erhöhen, verschiebt sich zwar der Startpunkt für die Wiedergabe nach hinten, die ursprüngliche hintere Begrenzung der Animation bei Bild 10 bleibt jedoch bestehen. Mit einem Zeit-Wert von 5 B startet die Animation also erst bei Bild 5, wird dann aber nur die ersten fünf Bilder der Animation wiedergeben. Alles was nach Bild 10 kommt wird abgeschnitten. Dieser Modus eignet sich also entweder nur mit einem Zeit-Wert von 0, oder aber Sie benutzen den Zeit-Wert, um damit die Animation am Ende abzuschneiden.

Beim Animationsmodus Loop kann Zeit benutzt werden, um die Animation beliebig später, oder bei negativen Werten auch beliebig früher anzuzeigen. Nach der Wiedergabe des letzten Keyframes springt die Wiedergabe automatisch an den Anfang, also zum ersten Keyframes des Objekts zurück und beginnt erneut mit der Wiedergabe. Dabei spielt der Zeit-Wert keine Rolle mehr. Die Zeit gibt also nur den Zeitpunkt bis zum ersten Abspielen der Animation an.

Mit Animationsmodus Fest wird immer nur das Animationsbild angezeigt, das über den Zeit-Wert ausgewählt wurde. Sie müssen in diesem Modus also selbst den Zeit-Wert z. B. über Keyframes animieren, um darüber die Animation des Objekts abzuspielen. Trotz dieses Mehraufwands birgt dies zusätzliche Optionen für Effekte, denn Sie können die Veränderung des Zeit-Werts selbst animieren und so ggf. die Animation zeitlich verändert, oder z. B. auch rückwärts wiedergeben lassen. Der Animationsmodus Fester Loop verhält sich genauso, nur dass hierbei wieder die Animation automatisch wiederholt wird, wenn Sie über die Zeit Bilder außerhalb des ursprünglich animierten Zeitbereichs auswählen. Damit sind bereits alle Einstellungen der Transformation-Rubrik erläutert.

Sie finden diese Rubrik nahezu unverändert bei allen MoGraph-Objekten, die Klone erzeugen, also z. B. auch beim bereits besprochenen Matrix-Objekt, der MoInstanz oder dem Bruch-Objekt. Ich werde bei den Erläuterungen dieser Objekte dann jeweils auf diese Beschreibungen verweisen, um nicht zu viel Platz durch identische Wiederholungen zu verschwenden.

Bevor wir uns nun mit der letzten Rubrik, den Effektoren beschäftigen, möchte ich noch auf eine hilfreiche Kombinationsmöglichkeit geklonter Objekte mit Dynamics eingehen. Über die bereits bekannten Tags für Rigid Bodies und Soft Bodies können nämlich auch Klone dynamisch animiert werden, ohne dafür auf Effektoren oder Keyframes zurückgreifen zu müssen.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

Wir empfehlen:
Maxon BodyPaint 3D-Video-Training

Unsere Empfehlung für dich

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Überschreite mit unserem neuen und sagenhaften Standardwerk für Cinema 4D die Grenzen der Wahrnehmung. Das Release 16 ist das beste Update, das Maxon je herausgebracht hat!

  • Neue Funktionen von R16, R17 und R18 im Detail erklärt
  • In über 15,5 Stunden Video-Training Cinema 4D von A bis Z ergründen
  • PLUS 850 PDF-Seiten und Arbeitsmaterialien
  • Maximales Kreativtraining: Nachbau des Covermotivs

Zum Training