Dynamics: Das Dynamics Body-Tag – Teil 6 – Die Cache-Rubrik

Diese Funktionen sind teilweise Wiederholungen der Optionen, die wir bereits in den Dynamics-Einstellungen der Projekt-Voreinstellungen gefunden hatten. Das Erstellen einer Cache-Datei speichert für jedes Bild einer Animation den exakten Zustand der dynamischen Objekte ab. Dies ermöglicht die schnellere Navigation in den Ansichtsfenstern und in der Zeit und macht zudem erst das Rendering der Animation mit Team Render möglich. Der Unterschied zu den Projekt-Voreinstellungen liegt darin, dass mit den Cache-Optionen eines Dynamics Body-Tags gezielt auch nur die Bewegung eines einzelnen Objekts gebacken werden kann. Die Projekt-Voreinstellungen konnten immer nur Caches für alle Dynamics-Objekte zusammen erstellen. Wenn also nur die Simulation einzelner Objekte aktualisiert werden müssen, kann die Nutzung von Objekt backen natürlich schneller sein, als wenn für alle Objekte Caches erstellt werden. Aber der Reihe nach.

Wie in Abbildung 4.45 zu erkennen, startet die Dialogseite mit einer Option für Lokale Koordinaten.

Animation in Cinema 4D - Die Cache-Einstellungen eines Dynamics Body-Tags

Abbildung 4.45: Die Cache-Einstellungen eines Dynamics Body-Tags

Das ist bereits eine recht spannende Option, denn sie setzt die aktuelle Bewegung dieses Objekts relativ zu einem eventuell vorhandenen Überobjekt und speichert die Bewegung somit relativ zu diesem Objekt in die Cache-Datei. Wenn also z. B. Ihr dynamisches Objekt unter einem Null-Objekt gruppiert wurde, so könnten Sie das Null-Objekt nach dem Backen der Cache-Datei an eine andere Stelle verschieben oder gar drehen und die Simulation des dynamischen Objekts würde mit verschoben und gedreht. Die Fallrichtung durch die Gravitation könnte dann z. B. dazu führen, dass ein Objekt nach oben fliegt, anstatt nach unten zu fallen. Liegt Ihr Objekt beim Backen auf der obersten Hierarchie-Ebene, können Sie auch nachträglich noch z. B. ein Null-Objekt darüber einsortieren, um diese Steuerungsmöglichkeit zu erhalten. Ist die Option ausgeschaltet, werden die Objektbewegungen relativ zum Welt-Koordinatensystem gespeichert. Dies macht die nachträgliche Verschiebung oder Drehung des simulierten Objekts unmöglich.

Wir hatten thematisch bereits gestreift, dass es auch spezielle XPresso-Nodes gibt, über die z. B. Zustände der simulierten Objekte abgefragt werden können. Wir hatten dies schon als Auslöser dynamischer Objekte benutzt. Auf gleichem Wege ließe sich auch abfragen, ob ein Objekt gerade kollidiert. Diese Information wird beim Erzeugen einer Cache-Datei jedoch nicht automatisch mit gespeichert. Wenn Sie also auch an gebackenen Objekten noch XPresso-Schaltungen hängen haben, die auf diese Information angewiesen sind, müssen Sie Kollisionsdaten einschließen aktivieren. Dadurch werden auch diese Informationen in die Cache-Datei integriert.

Erkauft wird dies durch einen erhöhten Speicherbedarf für die Daten. Aus diesem Grund ist diese Option auch standardmäßig ausgeschaltet. Die folgenden Schaltflächen sind dann großteilig selbsterklärend. Mit Objekt backen berechnen Sie die Cache-Datei. Sie können aber auch über eine Multiselektion mehrere Dynamics Body-Tags gleichzeitig selektieren und durch Betätigung von Objekt backen gleichzeitig mehrere Cache-Dateien erzeugen lassen. Sie müssen daher nicht jedes Tag einzeln bedienen, wenn Sie eine bestimmte Auswahl von dynamischen Objekten backen möchten. Sollen aber sowieso die Daten von allen Objekten fixiert werden, können Sie auch die Alles backen-Schaltfläche benutzen. Diese entspricht der bekannten Funktion aus den Projekt-Voreinstellungen.

Folgerichtig können Sie eine bereits erzeugte Cache-Datei mit Objekt-Cache löschen wieder aus der Szene entfernen lassen, bzw. mit Alle Caches löschen dies auf einen Schlag für alle Dynamics-Caches veranlassen. Ein Info-Bereich unterhalb dieser Schalflächen zeigt ansonsten den individuellen Speicherbedarf eines gebackenen Caches an. Der Speicherbedarf hängt hauptsächlich von der Länge der Animation ab. Stellen Sie also bereits vor der Erzeugung der Cache-Datei sicher, dass Ihre Projektlänge optimal eingestellt wurde. So könnten Sie z. B. speziell für das Backen der Dynamics-Caches auch die minimale und die maximale Projektzeit so editieren, dass nur der Zeitbereich eingeschlossen wird, in dem Sie dynamische Elemente benutzen und backen möchten.
Nach der Erstellung einer Cache-Datei wird die Option für Cachedaten verwenden automatisch aktiviert. Dies stellt sicher, dass die dynamische Simulation für dieses Objekt ausgeschaltet wird und stattdessen die Daten aus dem Cache entnommen werden. Sie können diese Option aber trotz eines vorhandenen Caches ausschalten, um z. B. weiter mit Dynamics-Einstellungen zu experimentieren.

Damit haben wir alle Optionen der Dynamics Body-Tags besprochen und Sie sind in der Lage, Festkörper und weiche Objekte simulieren zu lassen. Wie Sie aber vielleicht schon festgestellt haben, ist es etwas umständlich oder teilweise auch gar nicht möglich, komplexere Beziehungen zwischen mehreren Objekten herzustellen. Gerade in der Mechanik kennen wir ja verschiedene Elemente, mit denen wir Objekte lagern und verbinden können. Denken Sie z. B. an Schrauben, mit denen Objekte fest verbunden werden oder an Scharniere, die nur eine eingeschränkte Beweglichkeit zulassen. Auch das lässt sich mit Dynamics simulieren und verbirgt sich hinter dem Begriff Konnektor. Sie finden diesen als separaten Eintrag unter Simulieren > Dynamics.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

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