Thinking Particles: Die Nodes – Thinking Particles > TP Initiator

Tutorials 28. Januar 2016 – 0 Kommentare

Sie haben nun bereits alle Nodes kennengelernt, mit denen Thinking Particles erzeugt werden können. Wie Ihnen vielleicht aufgefallen ist, stehen an diesen Nodes jedoch immer nur Ausgänge für die gerade neu entstehenden Partikel zur Verfügung. Um Partikel z. B. während einer Animation fortlaufen mit einer Kraft zu belegen oder auf Kollision zu überprüfen würde das nicht viel nützen. An dieser Stelle kommen daher die Initiator-Nodes ins Spiel, denn diese können bei jeder Berechnung einer Schaltung alle Partikel einer bestimmten Gruppe auswerfen. Wie Thinking Particles-Gruppen angelegt werden können hatten wir uns bereits bei der Besprechung der Thinking Particles Einstellungen angesehen. Lesen Sie diesen Abschnitt ggf. nach. In jedem Fall ist bereits eine Gruppe vorhanden, die alle Partikel des Projekts enthält. Durch Ausgabe dieser Alle-Gruppe können Sie also in jedem Fall Partikel manipulieren, selbst wenn Sie noch gar keine eigenen Gruppen angelegt haben.

P Pass-Node

Die Funktion dieses Nodes ist bereits über die einführenden Worte zu dieser Node-Kategorie gut beschrieben. Der P Pass-Node gibt die Partikel einer beliebigen Thinking Particles-Gruppe aus. Sie finden dazu bei selektiertem Node ein Gruppe-Feld im Attribute-Manager. Ist dieses leer, werden automatisch alle Partikel ausgegeben, die zu diesem Zeitpunkt durch Ihre Szene fliegen. Dies ist natürlich recht praktisch, um darüber z. B. generell wirkende Kräfte, wie z. B. die Gravitation auf alle Partikel einwirken zu lassen. Sofern Sie eigene Partikelgruppen über die Thinking Particles-Einstellungen angelegt haben, können Sie deren Namen aber auch direkt aus dem Einstellungsfenster in das Gruppe-Feld des P Pass-Nodes ziehen. Es werden dann nur noch die Partikel dieser Gruppe ausgegeben.

Animation in Cinema 4D - Symbolhafte Nutzung des P Pass-Nodes

Abbildung 3.29: Symbolhafte Nutzung des P Pass-Nodes

Das simple Setup in Abbildung 3.29 gibt Ihnen eine Idee zu der Nutzung eines P Pass-Nodes. Sie sehen dort einen P Quelle-Node, der eine beliebige Anzahl von Partikel erzeugt. Diese landen automatisch in der Alle-Gruppe der Thinking Particles-Einstellungen, da am Ausgang des P Quelle-Nodes keine Zuordnung zu einer anderen Gruppe erfolgt. Der P Pass-Node hat keine Gruppe zugewiesen bekommen und liefert daher an seinem Partikel-Ausgang in jedem Bild der Animation alle Partikel der Szene. In diesem Beispiel wird dies genutzt, um über einen P Gravitation-Node eine nach unten wirkende Gravitationskraft auf alle Partikel wirken zu lassen.

Wenn eine bestimmte Gruppe ausgegeben werden soll, ziehen Sie also einfach den Namen dieser Gruppe mit der Maus aus dem Einstellungsfenster der Thinking Particles in das Gruppe-Feld des P Pass-Nodes, so wie es Abbildung 3.30 andeutet.

Animation in Cinema 4D - Nutzung von Gruppen mit dem P Pass-Node

Abbildung 3.30: Nutzung von Gruppen mit dem P Pass-Node

Diese Gruppe kann alternativ auch über einen Gruppe-Eingang am Node verbunden werden. Dies könnte z. B. über einen P Gruppe-Node erfolgen, den Sie in der Rubrik Thinking Particles > TP Helfer finden können. Neben dem Ausgang-Port für die Partikel stehen Ihnen auch Ausgänge für die Partikel-Anzahl und den aktuellen Index zur Verfügung. Partikel-Anzahl bezieht sich diesmal auf die Gesamtzahl der Partikel, die in der ausgegebenen Gruppe vorhanden sind. Index zählt diese Partikel beginnen mit der Ziffer Null durch und gibt parallel zum Partikelstrom eine Zahlenfolge aus.

P Pass AB-Node

Auch dieser Node gibt Partikel aus, die bereits in der Szene vorhanden sind. Diesmal können jedoch gleichzeitig bis zu zwei Partikelströme gleichzeitig ausgegeben werden. Wozu soll das aber gut sein? Nun, stellen Sie sich z. B. zwei sich kreuzende Partikelströme vor. Sie hätten in einer solchen Situation vielleicht gerne eine Berechnungsmöglichkeit um Kollisionen zwischen den Partikeln dieser beiden Ströme zu vermeiden. Hier kann der P Pass AB-Node helfen. Sie weisen einfach die beiden Gruppen in den Feldern Gruppe A und Gruppe B am Node zu. Ihnen steht dann ein Menü für den Distanz Typ zur Verfügung. Bei der Einstellung Keiner passiert nichts, bzw. die Partikel beider Gruppen werden ungefiltert an den Ausgängen für Partikel A und Partikel B am Node ausgeworfen. Beim Distanz Typ Innerhalb werden an diesen Ausgängen dann jedoch nur noch die Partikel ausgegeben, die sich in einem solchen Abstand zueinander befinden, der kleiner als bei Distanz angegeben ist. Dies wären dann also die Partikel, die sich eventuell zu nahe kommen. Diese Partikel könnten Sie über andere Nodes, wie z. B. P Abstoßen/Abprallen gezielt mit abstoßenden Kräften belegen. Der umgekehrte Fall wird ebenfalls angeboten. Beim Distanz Typ Außerhalb werden an den Partikel-Ausgängen nur noch die Partikel ausgeworfen, die einen größeren Abstand zwischen sich haben, als beim Distanz-Wert angegeben.

Interessant ist auch, dass es sich bei den beiden Gruppen nicht unbedingt um unterschiedliche Partikel-Gruppen handeln muss. Sie dürfen daher auch die gleiche Gruppe bei Gruppe A und Gruppe B verwenden, um z. B. sich zu nahe kommende Partikel innerhalb eines Partikelstroms automatisch auszufiltern.

Die Ports

Neben den offensichtlichen Ausgängen für die gefilterten Partikel der Gruppe A und der Gruppe B finden sich noch einige interessante Ausgang-Ports an diesem Node. Los geht es mit dem Ausgang für Distanz AB. Hier liegen die Entfernungen zwischen den gerade ausgegebenen Partikeln der A- und der B-Gruppe an. Eine ähnliche Information können Sie über den Ausgang Vektor AB abrufen. Hier steht der Differenzvektor zwischen den Positionen des gerade ausgeworfenen Partikelpaars aus der A- und der B-Gruppe an. Der Betrag dieses Vektors, also dessen Länge, entspricht wieder exakt dem Wert, den wir bei Distanz AB erhalten hatten.

Partikel-Anzahl A und Partikel-Anzahl B geben die Anzahl der Partikel beider Gruppen wieder, die der Filterung durch den Distanz-Typ entsprechen. Beachten Sie, dass hier nicht Null ausgegeben wird, wenn keine Partikel ausgegeben werden. Über die Ausgänge Position A und Position B werden nacheinander alle Positionen der Partikel ausgeworfen, die vom Node ausgegeben werden. Alle Positionsangaben bei Thinking Particles sind generell im Welt-System, also global, da die Partikel keine Beziehung zum Emitter oder zu ihrem ursprünglichen Entstehungsort haben.

Das nachfolgende kleine Beispiel in Abbildung 3.31 zeigt eine Schaltung, bei der zwei Partikelströme durch zwei P Sturm-Nodes erzeugt wurden. Beide Partikelströme wurden direkt in eigene Gruppen geleitet. Durch einen P Pass AB-Node mit dem Distanz Typ Innerhalb werden alle Partikel gezielt ausgegeben, die sich an diesen Partikelströmen nahe kommen und in eine separate Gruppe gelegt. Dieser Gruppenwechsel wird in der Abbildung auch durch einen Wechsel der Darstellungsfarbe im Editor deutlich.

Animation in Cinema 4D - Gruppenwechsel von Partikeln bei Annäherung

Abbildung 3.31: Gruppenwechsel von Partikeln bei Annäherung

Die Partikel des linken Emitters, die einem Partikel des rechten Emitters näher als zehn Einheiten kommen, werden am P Pass AB-Node ausgegeben und in eine eigene Gruppe überführt, die zusätzlich durch eine rote Farbe kenntlich gemacht wurde. Gleiches gilt natürlich für die Partikel des rechten Emitters, die den Partikeln des linken Emitters zu nahe kommen. Die Reihenfolge der Einträge bei Gruppe A und Gruppe B spielt daher keine Rolle für das Ergebnis.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

Wir empfehlen:
Maxon BodyPaint 3D-Video-Training

Unsere Empfehlung für dich

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Überschreite mit unserem neuen und sagenhaften Standardwerk für Cinema 4D die Grenzen der Wahrnehmung. Das Release 16 ist das beste Update, das Maxon je herausgebracht hat!

  • Neue Funktionen von R16, R17 und R18 im Detail erklärt
  • In über 15,5 Stunden Video-Training Cinema 4D von A bis Z ergründen
  • PLUS 850 PDF-Seiten und Arbeitsmaterialien
  • Maximales Kreativtraining: Nachbau des Covermotivs

Zum Training

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folgende HTML-Elemente sind erlaubt:<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>