Animation-Tags und XPresso: Die Cinema 4D-Tags – XPresso – Teil 03 – Der XPresso-Editor

Jetzt haben wir schon so viel über Nodes, Ports, Verbindungen und XGroups erfahren, aber uns noch nicht tiefer mit dem XPresso-Editor beschäftigt, in dem dies alles stattfindet. Sicherlich, vieles erklärt sich wieder von selbst, aber dennoch möchte ich auch hier Gründlichkeit walten lassen und Ihnen die verfügbaren Menüpunkte und Optionen kurz vorstellen.

Wir haben uns bislang hauptsächlich mit der rechten Hälfte des XPresso-Editors beschäftigt. Dabei handelt es sich im Prinzip bereits auch um eine XGroup, wie Sie auch im oberen Teil dieses Fensters lesen können (siehe Abbildung 2.30).

Animation in Cinema 4D - Der XPresso-Editor, samt X-Manager und X-Pool

Abbildung 2.30: Der XPresso-Editor, samt X-Manager und X-Pool

Über die auch hier vorhandenen Farbflächen lassen sich nach bekanntem Schema zusätzlichen Ports aufrufen. Die Werte für diese Ports können dann jedoch ausschließlich über den Parameter-Teil des Attribute-Managers gesetzt werden. In der Regel gibt es jedoch noch flexiblere Lösungen, um eigene Werte in eine Schaltung einzubringen, wie z. B. Benutzerdaten. Wir kommen darauf etwas später noch ausgiebig zurück.

Die Navigation innerhalb der obersten XGroup des XPresso-Editors entspricht weitgehend der Navigation in den Editoransichten. Über die Tasten 1 und 2 kann in Kombination mit der linken Maustaste der Inhalt des Editors verschoben oder gezoomt werden. Dabei spielt die Position des Mauszeigers im Raster jedoch keine Rolle. Gezoomt wird immer relativ zum Mittelpunkt des Ansichtsfensters. Alternativ hierzu stehen Ihnen auch die beiden bekannten Symbole zum Verschieben und Zoomen in der rechten oberen Ecke jeder XGroup zur Verfügung. Das Scrollrad Ihrer Maus kann ebenfalls zum Zoomen benutzt werden. Dabei darf der Mauszeiger jedoch nicht auf einem Node liegen.

Das Zoomen in oder aus einer Schaltung hat jedoch nicht unbedingt optische Vorteile. Die Darstellungsgröße der Texte und Portnamen bleibt immer konstant. Nur die Nodes und XGroup-Rahmen werden größer oder kleiner dargestellt (siehe Abbildung 2.31). Ich würde daher in den meisten Fällen davon abraten, in die Schaltung zu zoomen oder die Nodes durch das Zoomen unter ihr normales Maß zu skalieren. Die Lesbarkeit der Ports und Titel leidet zu stark. Wenn Sie mehr Übersichtlichkeit benötigen, arbeiten Sie besser mit XGroups, die Sie jederzeit auf ihre Titelzeile reduzieren können.

Animation in Cinema 4D - Unterschiedliche Zoomstufen bei der Darstellung von Nodes

Abbildung 2.31: Unterschiedliche Zoomstufen bei der Darstellung von Nodes

Das Herauszoomen, also die optische Verkleinerung der Nodes kann nur dann sinnvoll sein, wenn Sie z. B. die Ports von räumlich weit voneinander getrennten Nodes miteinander verknüpfen müssen. Es werden daher auch einige feste Zoomstufen angeboten, die Sie nach einem Rechtsklick in das Raster des XPresso-Editors aufrufen können. In dem Eintrag für Zoom finden Sie die Vergrößerungen 100%, 75%, 50% und 25%, wobei 100% mit der normalen Darstellungsgröße der Nodes gleichzusetzen ist.

Im gleichen Kontextmenü finden Sie auch die Untergruppe Inhalt mit den nachfolgend beschriebenen Optionen (siehe Abbildung 2.32).

Animation in Cinema 4D - Das Kontextmenü des XPresso-Editors

Abbildung 2.32: Das Kontextmenü des XPresso-Editors

Über Alles anzeigen werden alle Nodes und XGroups zentriert und gleichzeitig maximal so skaliert, dass der gesamte sichtbare Teil in der XPresso-Ansicht ausgefüllt wird. Über die Auswahl von Zoom > 100% kämen Sie anschließend wieder in die normale Darstellungsgröße der Nodes zurück. Nodes zentrieren berechnet aus der Lage aller Nodes eine mittlere Position auf die die XPresso-Ansicht dann verschoben wird. Hierbei kommt es zu keiner Veränderung der Zoomstufe. Die Zentrierung einer weit ausufernden Schaltung führt also in der Regel nicht dazu, dass alle Nodes tatsächlich auch gesehen werden.

Oben links ausrichten verschiebt die Ansicht des XPresso-Editors so, dass der am weitesten links oben liegende Node Ihrer Schaltung links oben bündig im Ansichtsfenster angezeigt wird. Auch hierbei kommt es nicht zu einer Veränderung der Zoom-Einstellung. Mit An Raster ausrichten können schließlich alle Nodes und XGroups mit einem Schlag auf die hinterlegten Linien im XPresso-Editor gerastet werden. Die Wirkung auf die einzelnen Nodes entspricht also dem bereits besprochenen An Raster ausrichten-Befehl aus dem Kontextmenü der Nodes.

Bitte beachten Sie, dass Befehle, wie Umbenennen, Optimieren, Verbundene Selektieren sowie die Einträge im Ports- oder im Verbindungen-Untermenü zwar ausgewählt werden können, aber keine Wirkung zeigen. Diese funktionieren nur, wenn der Rechtsklick zum Öffnen des Kontextmenüs direkt auf die Titelzeile einer XGroup oder eines Nodes ausgeführt wurde. Was jedoch funktioniert ist der Deaktivieren-Eintrag. Ist dieser ausgewählt, wird dadurch die gesamte Schaltung ausgeschaltet. Die gleiche Wirkung hat übrigens auch die Aktivieren-Option, die Sie in den Basis-Eigenschaften des XPresso-Tags im Attribute-Manager finden.

Schauen wir uns nun die Menüeinträge des XPresso-Editors an. Hier wiederholt sich viel von dem, was wir bereits kennen, aber auch einige neue Funktionen sind hier zu finden.

Das Datei-Menü

Im Prinzip haben wir dieses Menü bereits vollständig im Zusammenhang mit der Erläuterung der XGroups besprochen. Selektierte XGroups können durch Datei > XGroup sichern als… unter einem eigenen Namen gespeichert werden und lassen sich über Datei > XGroup laden… dann natürlich auch wieder öffnen. Besonders in Bezug auf Objekt-Nodes sind dabei die Referenzen zu beachten, denn in einer Schaltung absolut eingebundene Objekte werden natürlich nicht automatisch mitgespeichert. Nach dem Laden einer XGroup sollten diese Nodes also besonders auf ihre Funktion geprüft werden. Die Verwendung der Referenz-Modi Startposition benutzen oder Relative Referenz kann dabei helfen, derartige Fehlerquellen zu vermeiden. Als letzten Punkt bietet das Datei-Menü noch den Schließen-Befehl für den XPresso-Editor an. Durch einen Doppelklick auf das Symbol des XPresso-Tags im Objekt-Manager lässt sich der Editor dann jederzeit wieder öffnen.

Das Bearbeiten-Menü

Hier finden sich hauptsächlich universelle Befehle, wie sie auch in anderen Programmen zum Einsatz kommen. Dazu gehören Rückgängig und Wiederherstellen, um Fehler zurücknehmen oder auch bereits zurückgenommenen Arbeitsschritte wieder herstellen zu können. Dabei können durch mehrmaliges Anklicken von Rückgängig auch längere Arbeitssequenzen Schritt für Schritt wieder zurückgenommen werden. Ausschneiden, Kopieren, Einfügen und Löschen sollten selbsterklärend sein. In der Praxis weiter verbreitet ist jedoch eine Tastenkombination zum Verdoppeln z. B. selektierter Nodes. Dazu halten Sie zusätzlich zur linken Maustaste die Strg/Ctrl-Taste gedrückt und ziehen damit die Titelzeile eines Nodes oder auch einer XGroup an die Stelle im XPresso-Editor an der Sie die Kopie platzieren möchten. Lösen Sie dann zuerst die Maustaste bevor Sie die Strg/Ctrl-Taste loslassen, um eine Kopie zu erhalten. Das Prinzip kennen Sie bereits aus der Zeitleiste, vom Objekt-Manager oder vom Material-Manager her. Auch dort lassen sich auf diese Weise gezogene Elemente duplizieren. Nützlich in diesem Menü können auch die Optionen für Alles selektieren oder Alles deselektieren sein.

Sind Nodes selektiert, kann deren Funktion durch Auswahl von Deaktivieren manuell unterbunden werden. Mit ausgeschalteten Nodes verbundene Funktionsknoten können zwar ggf. nicht mehr richtig arbeiten, bei der Fehlersuche kann das Ausschalten einzelner Nodes jedoch hilfreich sein. Mit Aktivieren lassen sich Nodes jederzeit wieder anschalten.

Das Layout-Menü

Bei den Einträgen dieses Menüs geht es hauptsächlich um die Darstellung der Nodes, Ports und Verbindungslinien. So finden Sie unter dem Eintrag Eingänge z. B. eine Umschaltmöglichkeit von der standardmäßig angelegten linken Seite auf die rechte Seite. Die Eingang-Ports befinden sich also normalerweise entsprechend zur westlichen Schreibe- und Leserichtung auf der linken Seite der Nodes. Wer es intuitiver empfinden sollte, die Eingänge rechts zu platzieren, kann dies hier umschalten. Entsprechend vertauschen sich auch die Farbflächen in der Titelzeile der Nodes und auch die Anordnung bereits existierender Nodes im XPresso-Editor, wie es auch in Abbildung 2.33 zu sehen ist.

Animation in Cinema 4D - Umkehrung der Leserichtung der Nodes und deren Ports

Abbildung 2.33: Umkehrung der Leserichtung der Nodes und deren Ports

Auch die Art der Verbindungen zwischen den Ports kann eingestellt werden. Die Abbildung 2.34 gibt dazu einen Überblick. Oben links sehen Sie dort die Verbindungsart Direkt, die gerade Verbindungslinien zwischen verbundenen Ports benutzt. Rechts oben sehen Sie den Modus Gerade, bei der die Verbindungen in rechten Winkeln verlaufen. Wie man an dem Beispiel schön erkennen kann, können sich dadurch jedoch Überlappungen ergeben, die es schwieriger machen, dem Verlauf der Verbindungen zu folgen.

Animation in Cinema 4D - Die unterschiedlichen Arten der Verbindungslinien

Abbildung 2.34: Die unterschiedlichen Arten der Verbindungslinien

Im Normal-Modus ragen die Verbindungen ein kurzes Stück senkrecht aus den Seiten der Nodes heraus und folgen dann einer Geraden zum gegenüberliegenden Verbindungspunkt. Vor der Einführung der geschwungenen Darstellungsart der Verbindungen war dies der Standardmodus. Die Verbindungsart Geschwungen ähnelt dem Normal-Modus, rundet jedoch den Verlauf wie bei einer Bézier-Splinekurve und sieht daher noch etwas schicker aus.

Animation in Cinema 4D - Der XPresso-Manager und der XPresso-Pool

Abbildung 2.35: Der XPresso-Manager und der XPresso-Pool

Über Statusanzeige einblenden wird der untere Abschluss des XPresso-Editors genutzt, um z. B. Informationen einzublenden, wenn der Mauszeiger auf einem Port liegt. Aber auch wenn der Mauszeiger über einer Verbindungslinie liegt, können hier die miteinander verbundenen Datentypen und Nodes abgelesen werden. Dies ist durchaus praktisch, denn nicht immer sind Start- und Endpunkt einer Verbindung im XPresso-Editor sichtbar. Wenn Sie jedoch Interface > Kontext-Hilfe anzeigen über die Programm-Voreinstellungen von Cinema 4D aktiviert haben, können Sie ggf. auf diese Statuszeile verzichten und so noch ein paar Pixel hinzugewinnen.

Schließlich lassen sich alle Modifikationen im Layout-Menü auch auf einen Schlag wieder auf die Standardeinstellungen zurückschalten, wenn Sie den gleichlautenden Menüeintrag wählen.

Das Ansicht-Menü

Diese Befehle haben wir allesamt bereit über das Kontextmenü erreicht, das sich nach einem Rechtsklick in das Raster des XPresso-Editors öffnet. Sie finden hier die vorgegebenen Zoom-Stufen ebenso wieder, wie die Optionen zur Zentrierung der Nodes oder zur Nutzung des Rasters. Lesen Sie bitte in dem entsprechenden Abschnitt nach, wenn es noch Fragen zu diesen Funktionen geben sollte.

Das Zusätze-Menü

Hier haben wir es nun erstmals mit ganz neuen Einträgen zu tun, die teilweise auf die Elemente an der linken Seite des XPresso-Editors anspielen. Die Einträge XPresso-Manager und XPresso-Pool schalten also nur zwischen den beiden Reitern X-Manager und X-Pool hin und her. Der X-Manager ähnelt in seiner Funktion dem Objekt-Manager und listet einfach nur alle Nodes und XGroups auf, die in der Schaltung vorhanden sind. Durch Anklicken eines Eintrags wird der dazugehörende Node direkt selektiert. Über einen Rechtsklick auf Einträge öffnet sich das bekannte Kontext-Menü, über das z. B. verbundene Nodes selektiert oder zu einer XGroup zusammengefasst werden können. Diese Funktionen sind mittlerweile alle bekannt, so dass wir diese nicht vertiefen müssen. Interessanter ist da jedoch der X-Pool, bzw. der XPresso-Pool, der nicht nur alle verfügbaren Nodes anzeigt, sondern auch fertige Schaltungen, die mit Cinema 4D ausgeliefert werden.

Wie in Abbildung 2.36 zu sehen, beginnt die Liste mit dem Eintrag für die System-Operatoren. Diese gliedert sich weiter in die Untergruppen XPresso, Hair, MoGraph, Dynamics und Thinking Particles. Hierbei hängt es also etwas von Ihrer Ausbaustufe von Cinema 4D ab, wie viele dieser zusätzlichen Node-Gruppen Sie nutzen können. Die XPresso-Rubrik ist jedoch in jedem Fall vorhanden und enthält, wiederum thematisch sortiert, alle Nodes, die wir für normale Schaltungen verwenden können. Spezielle Nodes, die für die Verwendung mit Hair, MoGraph usw. gedacht sind, lassen sich dann in den anderen Gruppen finden. Auch diese werden wir an geeigneter Stelle noch besprechen.

Animation in Cinema 4D - Auflistung im X-Pool-Bereich des XPresso-Editors

Abbildung 2.36: Auflistung im X-Pool-Bereich des XPresso-Editors

Die Gruppe der System-Voreinstellungen ist in der Regel leer, denn es gibt keine speziellen deutschen Schaltungen. Stattdessen finden Sie alle mitgelieferten Schaltungen unter dem Begriff System-Presets, der ja im Prinzip das gleiche bedeutet. Diese Schaltungen sind gut dafür geeignet, sich Anregungen für eigene Projekte zu holen oder sich einfach aus diesem Pool zu bedienen. Dabei gehen einige dieser Voreinstellungen ziemlich an Eingemachte und fordern einiges an Einarbeitungszeit und Hintergrundwissen, um eventuell eigenen Modifikationen daran durchführen zu können. Für fortgeschrittene Benutzer aber auf jeden Fall eine gute Anlaufstelle, um komplexere Schaltungen analysieren zu können.

Der Aufruf einzelner Nodes oder vorgefertigter Schaltung ist durch einfaches Drag&Drop in die rechte Hälfte des XPresso-Editors erledigt. Bei den vorgefertigten Schaltungen handelt es sich in der Regel um XGroups, die in den Gesichert-Ansichtsmodus geschaltet wurden. Da jedoch keine Passworte hinterlegt wurden, können Sie diesen gesicherten Modus auch einfach wieder ausschalten und anschließend z. B. in den Erweitert-Modus umschalten. Der Inhalt der XGroups wird nun sichtbar und kann von Ihnen analysiert werden.

Alternativ zum Aufruf einzelner Nodes über den X-Pool finden Sie nach einem Rechtsklick in das Raster des Editors ebenfalls den Unterpunkt Neuer Node im aufspringenden Kontextmenü. Hierüber haben Sie gleichermaßen Zugriff auf alle Einzel-Nodes von Cinema 4D. Die verfügbaren Nodes sind an beiden Stellen identisch, so dass Sie sich die Methode zum Aufrufen neuer Nodes aussuchen können, die Ihnen am besten gefällt. Einige Nodes, wie z. B. für Objekte, Tags oder Materialien lassen sich ja zudem auch durch direktes Ziehen aus den entsprechenden Managern erstellen, wie wir bereits am Beispiel des Objekt-Nodes erfahren haben.

Wie Sie sicherlich bereits erraten haben, ist der Menüeintrag Thinking Particles Einstellungen… nur für die Nutzung von Thinking Particles interessant. Ich möchte die Besprechung dieses Dialogs daher auch erst später im Kontext der Thinking Particles ansprechen.

Das Berechnung-Menü

Wir haben bereits bei der Betrachtung der Cinema 4D-Tags besprochen, dass deren Ausführung an bestimmte Zeitpunkte während der Neuberechnung der Szene geknüpft ist. Man sprach dabei von der Priorität des Tags. So eine Priorität gibt es ebenfalls für das XPresso-Tag. Sie finden diese Einstellung bei selektierten Tags wie gewohnt im Attribute-Manager. Wenn an einer Schaltung gearbeitet wird, kann es jedoch hilfreich sein, auch zwischendurch, ohne dass die Animation im Editor abläuft, eine Neuberechnung der Schaltung angestoßen werden kann. Genau dafür ist die Funktion Start der XPresso-Berechnung gedacht. Die Auswahl dieses Befehls führt zu einer Aktualisierung der Nodes und deren Berechnung.

Die folgenden beiden Optionen greifen erst dann, wenn z. B. an den Parametern von Objekten in der Szene etwas geändert wird oder wenn Objekte mit Keyframeanimationen in der Schaltung verwendet werden. Normalerweise wird die Schaltung entsprechend der Priorität des XPresso-Tags natürlich automatisch immer wieder neu berechnet, wenn eine Animation abgespielt wird. Es gibt jedoch einige Node-Typen, die davon nicht beeinflusst werden, wie z. B. Nodes, die Ergebnisse von Berechnungen als Zahlenwerte in der Schaltung anzeigen können. Damit diese auch während der Animation laufend aktualisiert werden, schalten Sie Update bei Animation an. Für die eigentliche Funktion der Schaltung hat das aber keinen Nutzen. Die Option für das Live-Update aktualisiert die Schaltung auch dann, wenn die Animation nicht abläuft, aber z. B. ein in der Schaltung abgefragtes Objekt im Editor verschoben wird. Jede Veränderung eines Parameters, der auch in der Schaltung verwendet wird führt dann also zu einer Neuberechnung. Dies macht in jedem Fall Sinn, um Schaltungen auch dann testen zu können, wenn noch gar keine anderen Animationen in der Szene angelegt wurden und ist daher standardmäßig aktiv.

Schließlich sollte einleuchtend sein, dass jeder Node eine gewisse Berechnungszeit benötigt. Teilweise müssen komplexe mathematische Formeln berechnet oder große Punktmengen sortiert werden. Die Verbindung vieler komplexer Nodes kann also dazu führen, dass sich die Berechnungszeit pro Bild geringfügig verlängert. Dies fällt zwar oft beim Rendering kaum ins Gewicht, aber kann natürlich die flüssige Betrachtung einer Animation in den Ansichtsfenstern behindern. Wenn Sie deswegen eine Optimierung Ihrer Schaltung vornehmen möchten, kann der letzte Eintrag dieses Menüs hilfreich sein.

Nach dem Aufruf der Effizienzansicht öffnet sich ein kleiner Dialog, in dem die eigentliche Be-rechnung noch einmal durch ein Häkchen bei Effizienzansicht aktivieren angeschaltet werden
muss. Es kann dann unter zwei Modi gewählt werden. Im Modus Zeit wird die Zeitspanne gemessen, die für die Berechnung jedes Nodes benötigt wird. Dieser Zeitwert, gemessen in Millisekunden, wird dann direkt in die Kopfzeile jedes Nodes geschrieben. Gleichzeitig erfolgt je nach Größenordnung dieser Zeitspanne eine rötliche Einfärbung der Kopfzeile, so dass dann auch schon optisch klar wird, wo die komplexeren Nodes liegen. Die Stärke der Einfärbung kann über den Intensität-Wert eingestellt werden. Je kleiner dieser Wert ist, desto eher werden bereits Nodes eingefärbt, die nur kurze Berechnungszeiten benötigen.

Leider ist es jedoch so, dass diese Neufärbung der Nodes nicht immer zeitgleich mit der Veränderung der Intensität abläuft. Das Aus- und wieder Einschalten von Effizienzansicht aktivieren kann in solchen Fällen helfen, die eingefärbte Darstellung zu aktualisieren.

Der zweite Modus nennt sich Anzahl und schreibt einfach nur die Anzahl der Berechnungsdurchläufe jedes Nodes in die Titelzeile. In der Regel wird hier 1x angezeigt werden. Nur wenn Nodes in eine Schleife eingebunden sind, also z. B. Listen abgearbeitet werden müssen, sind hier auch entsprechend höhere Zahlen zu beobachten. Auch in diesem Modus kann eine zusätzliche Rotfärbung der Titelzeilen auf besonders oft berechnete Nodes hinweisen. Der Intensität-Wert gibt in diesem Modus die minimale Anzahl an Aufrufen wieder, bei der eine tiefrote Einfärbung erfolgt. Weniger Durchläufe führen zu entsprechend schwächeren Einfärbungen. Ein kleiner Intensität-Wert resultiert als auch hier darin, dass auch Nodes mit wenigen Berechnungsschritten rötlich eingefärbt werden. Die obige Abbildung 2.37 stellt diese beiden Modi noch einmal gegenüber.

Animation in Cinema 4D - Die verschiedenen Modi der Effizienzansicht

Abbildung 2.37: Die verschiedenen Modi der Effizienzansicht

Damit wäre erst einmal das theoretische Grundgerüst geschaffen, wie Sie automatisiert oder manuell Schaltungen erstellen können und welche Optionen der XPresso-Editor bietet. Der richtige Zeitpunkt also, um sich die verfügbaren Nodes und deren Funktion anzusehen. Ich werde dabei versuchen, die Nodes entsprechend ihrer Reihenfolge durchzugehen und, sofern möglich, je mit einem kleinen Beispiel der Nutzung vorzustellen.

Ich werde dabei den sogenannten Ergebnis-Node etwas vorziehen müssen, da uns dieser hilft, die Ergebnisse von Berechnungen direkt in der Schaltung anzeigen zu können. Eine wertvolle Hilfe also, um die Resultate von Berechnungen oder schlicht die an den Ports anliegenden Werte direkt betrachten zu können.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

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