Animation-Tags und XPresso: Die Cinema 4D-Tags – Auf Spline ausrichten

Tutorials 30. November 2015 – 0 Kommentare

Dieses Tag klingt ähnlich wie Auf Kamera ausrichten, geht jedoch ganz anders vor, da hier vorrangig die Position des Objekts verändert wird. Zudem wird diesmal zwingend ein zweites Objekt benötigt, nämlich ein Spline-Objekt, das als Spline-Pfad im Dialog des Tags zugewiesen werden muss. Dazu reicht das Ziehen des entsprechenden Objekts aus dem Objekt-Manager per Drag & Drop aus. Alternativ hierzu finden Sie das Mauszeigersymbol auf einer weißen Kreisfläche rechts hinter dem Feld für den Spline-Pfad. Ein Klick auf dieses Icon aktiviert einen speziellen Selektionsmodus. Wenn Sie nun mit dem Mauszeiger auf ein Spline-Objekt klicken, wird dieses automatisch als Pfad benutzt. Fälschlich zugewiesene Objekte lassen sich durch einen Klick auf die kleine Schaltfläche am rechten Rand des Spline-Pfad-Felds wieder entfernen.

Animation in Cinema 4D - Auf Spline ausrichten

Abbildung 2.5: Auf Spline ausrichten

Nach der Verlinkung mit einem Spline-Pfad sollten Sie bereits erkennen können, wie Ihr Objekt automatisch am Anfang dieses Splines, also auf dessen erstem Punkt platziert wird. Dies hat mit dem Position-Wert des Tags zu tun, der standardmäßig bei 0% liegt. Dieser Prozentwert gibt nun also an, an welcher Stelle des Splines ihr Objekt liegen soll. Für eine Animation des Objekts entlang der Splinekurve reicht somit aus, den Position-Parameter zwischen 0% und 100% zu animieren. Sie wissen ja bereits, dass sich Parameter durch Klicks auf die vorangestellten Kreissymbole mit Keyframes versehen lassen.

Bitte beachten Sie, dass der Position-Prozentwert nicht absolut funktioniert! Eine Position von 50% muss daher nicht zwingend der Hälfte des Pfads entsprechen. Dies hängt mit den ggf. ungleichmäßig verteilten Zwischenpunkten am Spline-Pfad zusammen. Lediglich die Extremwerte 0% und 100% entsprechen immer dem Anfang und Ende des Splines. Da Splines standardmäßig eine angepasste Interpolation benutzen, können die Dichte und die Abstände der Zwischenpunkte an solchen Splines stark variieren. Entsprechend würde ein mit der Auf Spline ausrichten-Expression über einen solchen Pfad animiertes Objekt in den Kurven langsamer als auf geraden Abschnitten sein. Für eine gleichmäßige Geschwindigkeit und eine höhere Präzision des Position-Werts, sollten Sie am Spline eine gleichmäßige Zwischenpunkt-Interpolation mit höherer Zwischenpunkte-Anzahl verwenden.

Tangentiale Ausrichtung

Aber nicht nur die Position auf dem Pfad kann durch das Tag vorgegeben werden, sondern auch die Ausrichtung des Objekts. Hierzu muss die Tangential-Option des Tags aktiviert werden. Entsprechend der Achse-Auswahl wird dann z. B. die Z-Achse des Objekts tangential zur aktuellen Position auf dem Pfad ausgerichtet. Dies entspricht der Wirkweise des An Pfad ausrichten-Tags, sofern dort der Vorausberechnen-Wert auf nur ein Bild eingestellt wird. Alternativ zur Z-Achse des Objekts können über das Achse-Menü auch die X- oder Y-Achse ausgewählt werden. Aktuell liegt da jedoch scheinbar ein kleiner Fehler in der Tag-Berechnung vor. Zumindest die Achseinstellung Y scheint in meiner Version nicht richtig zu funktionieren. Dies kann jedoch in Ihrer Cinema 4D-Version bereits wieder behoben sein. Notfalls ordnen Sie das Tag einfach einem Null-Objekt zu und gruppieren dann unter dem Null das eigentliche Objekt, das dem Spline folgen soll. So können Sie die Lage des Objekts individuell handhaben und die Tag-Achse Z verwenden, die auf jeden Fall funktioniert.

Zusätzlich wird bei aktivierter Tangential-Option ein Feld für einen Rail-Pfad freigeschaltet. Dies ist also ein separates Spline-Objekt, das Sie zusätzlich zur Lagebestimmung des Objekts verwenden können. Die Abbildung 2.6 gibt dazu ein Beispiel. Dort sehen Sie einen Kegel, der Tangential mit seiner Z-Achse auf dem grün eingefärbten Spline-Pfad bewegt werden soll. Die rötlich eingefärbte Splinekurve wurde zusätzlich als Rail-Pfad zugewiesen. Die Abbildung macht deutlich, dass nun nicht nur die Z-Achse dem Spline-Pfad folgt, sondern auch die X-Achse des Objekts permanent zwischen dem Spline-Pfad und dem Rail-Pfad liegt. So ein Rail-Spline kann also benutzt werden, um an jeder Stelle die Rotation des Objekts um seine tangentiale Flugrichtung herum kontrollieren zu können.

Animation in Cinema 4D - Individuelle Ausrichtung des Objekts auf dem Pfad

Abbildung 2.6: Individuelle Ausrichtung des Objekts auf dem Pfad

Bei tangentialer Ausrichtung der Z- oder Y-Achse wird jeweils die X-Achse des Objekts in Richtung des Rails fixiert. Bei der tangentialen Achse X wird die Z-Achse des Objekts so gedreht, dass sie vom Rail-Pfad weg zeigt. Schließlich kann im Tag-Dialog noch die Nummer des Segments gewählt werden, auf dem sich das Objekt bewegt soll. Dies ist natürlich nur dann relevant, wenn der Spline-Pfad mehr als ein Segment enthält. Beachten Sie hierbei die Zählweise. Das erste Segment eines Splines trägt die Nummer Null.

Abhängigkeiten zwischen Tags

Sollten Sie nun auf die Idee kommen, ein Objekt per Auf Spline ausrichten auf einem Spline zu bewegen, die Ausrichtung jedoch über ein An Pfad ausrichten-Tag steuern zu wollen, ergibt sich ein Problem. An Pfad ausrichten ließt nämlich nur Position-Keyframes aus. Diese sind jedoch bei uns nicht vorhanden. Die Verschiebung des Objekts erfolgt schließlich nur über prozentuale Position-Keyframes am Auf Spline ausrichten-Tag. Derartige Probleme lassen sich durch das Backen der Objektanimation beheben. Legen Sie dazu die gewünschten Position-Keys im Auf Spline ausrichten-Tag an, um die Geschwindigkeit der Bewegung und natürlich auch den abgeflogenen Spline-Bereich zu definieren. Bearbeiten Sie ggf. die Zwischenpunkte am Spline, sowie die F-Kurven des Position-Parameters in der Zeitleiste, um das gewünschte Zeitverhalten des Objekts festzulegen.

Sind Sie damit zufrieden, selektieren Sie das animierte Objekt in der Zeitleiste und wählen Sie anschließend Funktionen > Objekte backen in der Zeitleiste. Sollten Sie das Objekt selbst in der Zeitleiste nicht entdecken können, schalten Sie die Option Alles Animierte anzeigen im Menü Ansicht > Anzeigen aus. Schließlich ist momentan nur das Tag animiert. Das Objekt selbst trägt keine Keyframes. Aber genau dies wollen wir ja jetzt ändern. Im Objekte backen-Dialog achten Sie auf die richtigen Start- und Ende-Einträge, damit die gesamte Animation erfasst wird. Zudem muss die Option Expression backen angehakt sein. In unserem Fall reicht zudem, die Option für Position zu aktivieren. Sofern Sie das Original nach dem Backen behalten möchten, lassen Sie zusätzlich Kopie erstellen angeschaltet. Das Resultat ist oben in Abbildung 2.7 zu sehen. Der Kegel wird automatisch kopiert und hat jetzt die Animation auf dem Pfad als normale Position-Keyframes zugewiesen bekommen. Wenn Sie nun dem gebackenen Kegel eine An Pfad ausrichten-Expression zuordnen, funktioniert wieder alles wie gewohnt. Das Objekt dreht sich automatisch in die Kurven.

Animation in Cinema 4D - Backen der Objekt-Animation

Abbildung 2.7: Backen der Objekt-Animation

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

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