Grundlagen der Animation: Die Menüpunkte der Zeitleiste – Das Ansicht-Menü – Teil 1

Auch in diesem Menü schlummern wieder viele bereits bekannte Funktionen, sodass wir uns mit diesen Einträgen nicht immer im Detail erneut beschäftigen müssen.

Die Vorschau-Einstellungen

Bei diesen Einträgen geht es um das schnelle Umschalten des Vorschaubereichs der Animation, um die Wiedergabe im Editor auf einen bestimmten Abschnitt der Animation zu beschränken. Sind bereits Keyframes selektiert worden, kann mit Vorschau auf Selektion setzen der Vorschaubereich exakt an den selektierten Bereich in der Zeitleiste angepasst werden. Vorschau auf Ansicht setzen bezieht sich nur auf den gerade in der Zeitleiste sichtbaren Bildbereich, ist also unabhängig von eventuell vorhandenen Selektionen. Schließlich ermöglicht Vorschaubereich setzen die numerische Eingabe für Zeit von und Zeit bis, um so zwei Zeitpunkte festzulegen, zwischen denen der Vorschaubereich liegen soll (siehe auch Abbildung 1.91).

Einträge unter Ansicht > Vorschau der Zeitleiste

Abbildung 1.91: Einträge unter Ansicht > Vorschau der Zeitleiste

Dies entspricht also den Eingaben für Vorschauzeit: Min und Vorschauzeit: Max in den Projekt-Voreinstellungen von Cinema 4D.

Die Gitter-Einstellungen

Mit Gitter ist das Raster im Hintergrund der Spuren und Keyframes gemeint. Diese senkrechten Linien starten an dem Zeitstrahl oben in der Zeitleiste und sollen die Platzierung von tiefer liegenden Keyframes übersichtlicher machen. Es stehen dafür vier verschiedene Voreinstellungen für die Dichte dieser Linien, also für deren seitlichen Abstand zur Verfügung. Durch die Auswahl von Kein Gitter wird in jedem Fall die Darstellung des Gitters komplett ausgeschaltet. Dabei bleibt die gewählte Gitter-Option jedoch aktiv. Nach dem Ausschalten von Kein Gitter ist daher sofort die ursprüngliche Gitterdarstellung wieder zu sehen.

Gitter

Nun kurz zur Bedeutung der Gitter-Optionen. Bei Fein wird jedes Bild von Senkrechten begrenzt, bei Unterbilder kommt sogar noch eine weitere senkrechte Linie in der Mitte jedes Bilds hinzu. Bei Mittel werden jeweils fünf Bilder durch eine Senkrechte abgetrennt. Schließlich zeichnet Pro Sekunde nur noch eine Senkrechte für jede volle Sekunde, also folgt bei einer Bilderrate von 25 eben alle 25 Bilder ein Strich. Die Abbildung 1.92 stellt Ihnen diese Modi noch einmal vor.

Im Prinzip hängt die passende Wahl nur von der Zoomstufe der Zeitleiste ab. Zudem ist Cinema 4D automatisch so clever, dass die beschriebenen Abstände automatisch variiert werden, wenn Sie extrem in die Zeitleiste hinein- oder extrem aus dieser herauszoomen. Sie werden daher nie beim Herauszoomen eine durch Gitterlinien schwarz gefärbte Zeitleiste vorfinden. Was jedoch in Abhängigkeit des gewählten Gitter-Modus eingestellt wird, sind die Keyframes, wie Sie auch bei den oberen beiden Darstellungen in Abbildung 1.92 erkennen können.

Von oben nach unten sehen Sie hier die Modi Unterbilder, Kein Gitter, Fein, Mittel und Pro Sekunde.

Abbildung 1.92: Von oben nach unten sehen Sie hier die Modi Unterbilder, Kein Gitter, Fein, Mittel und Pro Sekunde.

Durch die Wahl von Unterbilder schrumpfen die Keyframes seitlich zusammen. Die Darstellung der Interpolationssymbole fällt daher in der Regel in diesem Modus weg, bzw. ist nur bei bestimmten Zoomstufen zu sehen. Dies ist übrigens auch dann der Fall, wenn Kein Gitter zusammen mit Unterbilder kombiniert wird!

Die Icongröße

Diese drei Einstellmöglichkeiten beziehen sich ausschließlich auf die Icons in der linken Spalte der Zeitleiste. Je nach eigener Vorliebe können Sie damit also die Darstellungsgröße der Symbole z. B. für die animierten Objekte, Materialien, Tags und Spuren anpassen. Dabei nimmt natürlich auch mit steigender Größe der Platzbedarf zu. Die folgende Abbildung 1.93 stellt Ihnen die drei verfügbaren Größen direkt gegenüber. Für die Animation selbst hat diese Darstellungsgröße ansonsten keine Auswirkung.

V. l. n. r. die Darstellungsgrößen Kleine Icons, Mittlere Icons und Große Icons

Abbildung 1.93: V. l. n. r. die Darstellungsgrößen Kleine Icons, Mittlere Icons und Große Icons

Die folgenden Unterpunkte Anzeigen, Verbergen und Verknüpfen wurden bereits besprochen. Menüpunkte, wie Anzeigen > Nur aktive Animationsebene anzeigen und Anzeigen > Animationsebenen anzeigen machen für Sie momentan noch keinen Sinn. Wir kommen darauf zurück, wenn die Animationsebenen besprochen werden. Gleiches gilt für Filter > Motionquellen anzeigen. Auch dies gibt erst Sinn, wenn wir im sogenannten Motionmodus mit Motionquellen arbeiten. Gedulden Sie sich dafür noch etwas. Ansonsten enthält das nachfolgende Filter-Menü hauptsächlich bekannte Optionen. Pfadzeile anzeigen, Suchzeile anzeigen und Filter anzeigen wurden bereits bei der Besprechung der entsprechenden Symbole oben rechts in der Zeitleiste vorgeführt.

Ein-/Ausklappen

Über Alles einklappen bzw. Alles aufklappen lassen sich die Spuren aller Einträge in der linken Spalte der Zeitleiste auf- oder zuklappen. Selektierte einklappen und Selektierte aufklappen funktionieren genauso, jedoch nur mit den aktuell selektierten Listeneinträgen in der Zeitleiste. Das Aufklappen betrifft jedoch nicht die Anzeige der einzelnen Interpolationskurven unterhalb der Spuren. Diese müssen ggf. weiterhin manuell entfaltet werden.

Der F-Kurvenmodus

Die folgenden Menüs und Einträge sind teilweise nur für bestimmte Modi der Zeitleiste relevant. Es macht daher Sinn, sich zunächst den F-Kurvenmodus anzusehen. Bislang haben wir nur mit dem Keymodus gearbeitet. Dort sind die Funktionskurven nur klein unterhalb der Keyframe-Spuren zu sehen. Daher gibt es einen separaten F-Kurvenmodus, in den Sie entweder über den gleichnamigen Eintrag im Ansicht-Menü oder über das entsprechende Icon links oben in der Zeitleiste umschalten können (siehe auch Abbildung).

F-Kurven

Der Hauptunterschied zwischen den Modi ist der, dass Sie im F-Kurvenmodus auf der rechten Seite der Zeitleiste immer nur die Kurven angezeigt bekommen, deren Spuren auch in der linken Spalte selektiert wurden. Mit den bekannten Icons und Tastenkürzeln zum Verschieben und Zoomen in der Zeitleiste können Sie dadurch jedoch viel präziser mit den Tangenten der Kurven arbeiten. Je nach den Keywerten innerhalb der Kurve kann das senkrechte Scrollen im rechten Teil nötig sein, um die aktive Interpolationskurve tatsächlich zu sehen. Sie können sich dabei an den am linken Rand eingeblendeten Werten orientieren.

Zudem wird die Funktion des Zoom-Icons, bzw. des Tastenkürzels 2 erweitert, sodass Sie die dargestellten Kurven individuell in der Breite und auch Höhe anzeigen lassen können (siehe obere Abbildung und auch Abbildung 1.94).

Die Darstellung der Funktions-kurven kann beliebig skaliert werden

Abbildung 1.94: Die Darstellung der Funktions-kurven kann beliebig skaliert werden

Ansonsten können Sie mit den F-Kurven ebenso arbeiten wie mit den Keyframes. Auf den Kurven stellen bläuliche Punkte die Lage der Keyframes dar. Durch das Verschieben dieser Punkte können also der Wert der Keyframes und somit der Verlauf der Kurve verändert werden. Zudem können die bekannten Selektionsmethoden genutzt werden, um diese Key-Punkte zu selektieren, deren Eigenschaften über den Attribute-Manager zu editieren oder ggf. direkt mit den Tangenten an diesen Punkten zu hantieren.

So sehen Sie z. B. in der unteren Abbildung, wie dort die Tangente eines Spline interpolierten Keyframes verändert wird. Der Zahlenwert neben dem Key-Punkt gibt auch in diesem Modus den Keywert wieder. Dazu muss das Keyframe nicht extra selektiert werden. Es reicht das Platzieren des Mauszeigers in seiner Nähe aus. Neben diesen offensichtlichen Funktionen und der größeren Darstellung der Kurven die natürlich das feinere Arbeiten erleichtern, existieren noch spezielle Werkzeuge, die nur mit F-Kurven funktionieren. Ich möchte daher an dieser Stelle die Besprechung des Ansicht-Menüs in der Zeitleiste schnell zu Ende bringen und mich danach mit dem F-Kurven-Menü befassen.

Tangente F-Kurve

Neben dem später noch besprochenen Motionmodus finden wir dort anschließend den bereits bekannten Automatik-Modus. Dieser sorgt bekanntlich dafür, dass die linke Spalte der Zeitleiste automatisch mit allen Elementen des Projekts gefüllt wird. Die bereits erläuterten Optionen unter Ansicht > Anzeigen können dann u. a. zum Einschränken der Fülle an aufgelisteten Einträgen genutzt werden.

Ist der Automatik-Modus ausgeschaltet, müssen die Elemente selbst per Drag&Drop z. B. aus dem Objekt-Manager in die linke Spalte der Zeitleiste gezogen werden. Dabei können nicht länger benötigte Einträge durch Anklicken selektiert und mit Selektierte Objekte entfernen aus der Liste gelöscht werden. Dies hat keine Auswirkungen auf die Animation dieses Objekts. Ebenso wird das entfernte Objekt natürlich nicht gelöscht. Es bleibt weiter in der Szene und kann jederzeit wieder aus dem Objekt-Manager in die Zeitleiste gezogen werden. Alle Objekte entfernen geht dann noch einen Schritt weiter und leert die linke Spalte der Zeitleiste komplett. Dafür muss zuvor also keine Selektion erstellt werden. Beide Befehle funktionieren nur, wenn der Automatik-Modus ausgeschaltet ist. Ansonsten sind diese Einträge ausgegraut.

Der Befehl Als Wurzel setzen ist Ihnen ebenfalls bekannt. Dieser und die folgenden Einträge des Menüs sind nur aktiv, wenn der Automatik-Modus angeschaltet ist. Eine Wurzel ist im Cinema 4D-Sprachgebrauch ein übergeordnetes Objekt oder Element. Wurde ein Objekt als Wurzel markiert, werden fortan nur noch die Spuren und Elemente angezeigt, die auf gleicher oder hierarchisch niedrigerer Ebene liegen. Sofern mehrere komplexe Objektgruppen mit Animationen in Ihrer Szene vorhanden sind, können Sie sich dadurch z. B. gezielt nur einen Abschnitt dieser Hierarchie in der Zeitleiste ansehen.

Durch In oberste Hierarchie springen werden automatisch wieder alle Bestandteile der Szene in der Zeitleiste angezeigt. Ansonsten legt Eine Hierarchieebene hoch automatisch die Wurzel auf das jeweils übergeordnete Element der aktuellen Wurzel. Die beiden letztgenannten Befehle finden Sie aber auch noch einmal als Symbole neben der Pfadzeile wieder, sofern Ansicht > Filter > Pfadzeile anzeigen oder das Haus-Icon in der Titelzeile der Zeitleiste aktiviert wurden (siehe Abbildung 1.95).

Die Funktionen für In oberste Hierarchie springen und Eine Hierarchieebene hoch finden sich auch links neben der Pfadzeile wieder.

Abbildung 1.95: Die Funktionen für In oberste Hierarchie springen und Eine Hierarchieebene hoch finden sich auch links neben der Pfadzeile wieder.

Soweit also zu diesem Menü. Lassen Sie uns wie angekündigt nun einen kleinen Sprung in das Menü der F-Kurven wagen. So können Sie direkt weitere Vorteile der Arbeit im F-Kurvenmodus in Aktion sehen.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

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