Grundlagen der Animation: Die Menüpunkte der Zeitleiste – Das Bearbeiten-Menü

Tutorials 5. Oktober 2015 – 0 Kommentare

Lassen Sie uns weiterhin systematisch vorgehen und die Einträge des Bearbeiten-Menüs in der Zeitleiste durchgehen. Viele dieser Befehle sollten Ihnen bereits geläufig oder von sich aus selbsterklärend sein. So z. B. die Rückgängig- und Wiederherstellen-Befehle, die den typischen Undo- und Redo-Befehlen anderer Programme entsprechen. Damit können also letzte Arbeitsschritte in der Zeitleiste wieder zurückgenommen werden. Mit Wiederherstellen lassen sich dann rückgängig gemachte Arbeitsschritte ebenfalls wieder zurücknehmen. Wurden bei einem Arbeitsschritt z. B. sehr viele Keyframes gelöscht, so kann das Nutzen der Rückgängig- und Wiederherstellen-Aktionen teilweise sehr lange Zeit benötigen. Dies liegt daran, dass nicht nur die Keyframes selbst, sondern auch die damit verbundenen Interpolationskurven rekonstruiert werden müssen. Dieser Effekt tritt jedoch nur bei großen Mengen an Keyframes auf, wie sie z. B. bei gebackenen Animationen und Motion Capture-Dateien auftreten können.

Befehle des Selektion-Unterpunkts im Bearbeiten-Menü der Zeitleiste

Abbildung 1.78: Befehle des Selektion-Unterpunkts im Bearbeiten-Menü der Zeitleiste

Selektion

Mit Alle Objekte selektieren werden alle Objekte in der Zeitleiste selektiert. Dies schließt automatisch alle Animationsspuren und Keyframes ein, die Bestandteil dieser Objekte sind. Dies kann z. B. helfen, allen Spuren der Animation eine neue Zeit-Spur hinzuzufügen oder andere Spur-Parameter einheitlich zu verändern. Wir kommen noch darauf zu sprechen, welche Optionen die Spuren zur Verfügung stellen.

Alles selektieren klingt erst einmal verwirrend ähnlich, bezieht sich jedoch ausschließlich auf die Keyframes in der Zeitleiste. Dies kann also helfen, die Art der Interpolation für alle Keyframes einheitlich einzustellen oder z. B. generell für alle Keys die Zeit oder den Wert sperren zu lassen.

Sind bereits Objekte oder Keys selektiert worden, können die folgenden Befehle interessant werden. Mit Objektselektion invertieren wird die Selektion der Objekte invertiert. Bislang selektierte Objekte werden also ausgeschaltet, während nicht selektierte Objekte ausgewählt werden. Dies bezieht sich immer auf das gesamte Objekt und alle Animationsspuren, die dieses trägt. Trägt ein Objekt mehrere Spuren, von denen jedoch nur einige selektiert sind, so funktioniert der Befehl nicht, bzw. ist dann sogar ausgegraut.

Mit Key-/Clip-Selektion invertieren werden bislang selektierte Keys deselektiert und unselektierte Keyframes ausgewählt. Dies betrifft automatisch immer die gesamte Animation, lässt sich also nicht auf einzelne Objekte oder Spuren begrenzen.

Der letzte Befehl dieser Gruppe nennt sich Bereich selektieren und ermöglicht die Eingabe von zwei Zeitwerten (siehe Abbildung).

Bereich Selektieren

Nachdem die Zahleneingaben mit Enter bestätigt wurden, wird die Selektion sofort umgesetzt. Der Dialog bleibt dabei weiterhin geöffnet, um ggf. weitere Veränderungen an den Zeit von- und Zeit bis-Werten vornehmen zu können. Die Option Nur Selektierte klingt im Zusammenhang mit einem Selektionswerkzeug erst etwas komisch, bedeutet hier jedoch, dass nur die bereits selektierten Keyframes selektiert bleiben, die sich innerhalb des angegebenen Zeitrahmens befinden. Dieses Selektionswerkzeug bezieht sich sowohl auf Keyframes als auch auf die sogenannten Motion Clips. Wir kommen später noch auf diese Elemente zu sprechen. Sie verlassen die Bereich selektieren-Funktion durch das Schließen des Dialogfensters.

Befehle im Marker-Unterpunkt des Bearbeiten-Menüs in der Zeitleiste

Abbildung 1.79: Befehle im Marker-Unterpunkt des Bearbeiten-Menüs in der Zeitleiste

Marker

Sie kennen die Marker bereits als Hilfselemente die es uns ermöglichen, die Darstellung der Animation in der Zeitleiste etwas zu strukturieren oder dort auch Notizen zu hinterlassen. Für die Animation selber haben diese Elemente also keine Bedeutung. Wir hatten bereits über die entsprechenden Icons zum Erzeugen und Löschen von Markern gesprochen. Auch auf die Möglichkeiten, über einfachen Strg/Ctrl-Klick in den unteren Teil des Zeitstrahls direkt Marker zu erzeugen und überzählige Marker einfach durch Ziehen mit der Maus nach oben zu entfernen, sind wir bereits eingegangen.

Neu ist hier lediglich der Eintrag für Marker auf Selektion setzen. Dadurch werden automatisch zwei Marker erzeugt, die jeweils auf den Anfang und das Ende des selektierten Keyframe-Bereichs gesetzt werden. Dies ist sicher noch praktischer als die Platzierung von Markern auf die Ansichtsgrenzen. Alternativ hierzu ist aber sicher auch die Strg/Ctrl-Klick-Methode an die gewünschten Stellen im Zeitstrahl eine gute Lösung.

Ebene

Das Ebenen-System von Cinema 4D durchdringt alle Bereiche. Sie kennen dies ja bereits aus dem Objekt-Manager und dem Material-Manager. Aber auch Objekte und Spuren, sowie Marker können in der Zeitleiste individuellen Ebenen zugeordnet werden. Jedes selektierte Objekt, jede selektierte Spur (bei Vektor-Spuren auch jede der Unterspuren) und jeder selektierte Marker stellen im Attribute-Manager eine Basis-Rubrik zur Verfügung über die neue oder bereits vorhandene Ebenen zugewiesen werden können. Exakt die gleichen Optionen finden Sie auch hier noch einmal im Ebene-Unterpunkt. Zu neuer Ebene hinzufügen erzeugt eine neue Ebene und ordnet dort die selektierten Elemente der Zeitleiste ein. Mit Von Ebene entfernen können selektierte Elemente wieder auf die neutrale Standardebene gelegt werden. Die ursprünglich zugewiesene Ebene bleibt dabei erhalten. Über das Ebenen-Menü können selektierte Elemente der Zeitleiste direkt in bereits existierende Ebenen verschoben werden. Mit Ebenen-Manager wird schließlich der normalerweise hinter dem Attribute-Manager liegende Ebenen-Manager aktiviert. Auf diesem Weg können Sie die Namen und Farben der Ebenen editieren oder auch die diversen Optionen z. B. für die Darstellung in den Managern steuern. So sehen Sie z. B. in Abbildung 1.80, dass die Farbe einer Ebene ebenfalls auf einen dort zugewiesenen Marker durchschlägt. Dazu darf der Marker allerdings nicht selektiert sein. Selektierte Marker werden immer gelblich dargestellt.

Spuren und Markern können Ebenen zugewiesen werden

Abbildung 1.80: Spuren und Markern können Ebenen zugewiesen werden

Vielleicht ist Ihnen ebenfalls schon die Spalte direkt rechts neben den Objekten und Spurnamen in der Zeitleiste aufgefallen. Dieser Bereich entspricht in Teilen der mittleren Spalte des Objekt-Managers. So können Sie auch hier durch Klick auf den ersten Quader das Ebene-System bedienen. Ansonsten zeigt dieser Bereich durch Einfärbung die Zugehörigkeit zu Ebenen an. So erkennen Sie in Abbildung 1.80 z. B. die Zuordnung der drei Position-Spuren zur blauen und für die Winkel.P-Spur die Zuordnung zur gelben Ebene. Diese Icon-Spalte der Zeitleiste hält jedoch noch weitere Funktionen bereit, die oft die Zuordnung zu Ebenen unnötig machen.

So finden Sie hier ein Filmstreifen-Symbol, das Sie so auch schon aus dem Ebenen-Manager kennen. Ist das Symbol gelblich dargestellt, wird die Animation dieses Elements ausgewertet. Ein Klick auf den Filmstreifen schaltet diesen auf Grau und somit aus. Dieses Element wird also nicht länger berücksichtigt, weder beim Abspielen der Animation im Editor, noch beim Rendering. Dies kann helfen, sich beim Animieren nur auf wenige Objekte zu konzentrieren.

Zudem kann dadurch auch die Wiedergabe im Editor beschleunigt werden, wenn nicht alle Spuren berechnet und Objekte z. B. verschoben, gedreht oder gemorpht werden müssen. Ein bläulich unterlegtes Filmstreifen-Symbol zeigt an, dass unterhalb dieses Elements einige Spuren aktiv und einige über den Filmstreifen ausgeschaltet wurden (siehe Abbildung 1.81).

Die Symbole rechts neben den Objekt- und Spurnamen

Abbildung 1.81: Die Symbole rechts neben den Objekt- und Spurnamen

Nach dem gleichen Prinzip funktioniert das dritte Icon in dieser Spalte der Zeitleiste (siehe Mauszeiger in Abbildung 1.81). Auch dieses kennen Sie bereits als sogenannten Solo-Modus aus dem Ebenen-Manager. Ein graues Icon entspricht dem Standardzustand. Das Element ist praktisch neutral und so lange aktiv, bis ein anderes durch Anklicken in den Solo-Modus geschaltet wird. Das Icon ändert dadurch seine Färbung zu gelblich orange. Fortan werden nur noch die Animationen berechnet, die von Solo-Spuren ausgelöst werden. Auch hier gibt es wieder eine blau hinterlegte Darstellung, wenn sowohl aktive als auch ausgeschaltete Solo-Icons innerhalb einer Hierarchie vorhanden sind.

Im Prinzip sind sich Filmstreifen und Solo-Funktion also sehr ähnlich. Beide funktionieren nur exakt invertiert. Ob Sie nun mit den Filmstreifen oder den Solo-Funktionen arbeiten hängt daher eher von der Menge an Spuren ab, die Sie beeinflussen möchten. Soll nur eine Spur unter vielen ausgewertet werden, klicken Sie einfach deren Solo-Icon an. Alle übrigen Spuren werden fortan ignoriert. Sollen hingegen nur wenige Spuren innerhalb einer Animation mit vielen animierten Objekten ausgeschaltet werden, benutzen Sie besser die Filmstreifen und schalten diese hinter den unerwünschten Spuren aus.

Beachten Sie auch, dass sich das Klicken auf Filmstreifen und Solo-Icons automatisch auf hierarchisch untergeordnete Spuren überträgt. Das Ausschalten der Filmstreifens an einem Objekt wird dadurch automatisch auch alle Filmstreifen der Animationsspuren an diesem Objekt aus- oder anschalten. In diesem Zusammenhang kann auch die Gesamtspur der Zeitleiste genutzt werden, um auf einfachem Weg alle Spuren einer Animation bezüglich Filmstreifen- oder Solo-Funktion zu bedienen.

Sie sehen also, dass Sie für diese Funktionalität die Spuren und Objekte nicht extra in Ebenen sortieren müssen. Ansonsten möchte ich hier den Umgang und die Optionen mit den Ebenen nicht weiter vertiefen, da diese bereits in den Grundlagen der ersten Kompendium-Bands ausgiebig behandelt wurden.

Das Bereichswerkzeug

Sie wissen bereits, dass Sie Keyframes auch direkt in der Zeitleiste mit einem Selektionsrahmen auswählen können. Dazu muss nur die linke Maustaste gehalten werden, während die Maus über den entsprechenden Bereich der Animationsspuren gezogen wird. Das nachträgliche Ergänzen oder Korrigieren kann jedoch etwas mühsam werden. In solchen Fällen bietet sich das Bereichswerkzeug an (siehe Abbildung 1.82).

Keyframes ermöglichen, Lautstärke und Balance von Sound-Spuren zu variieren.

Abbildung 1.82: Das Bereichswerkzeug ermöglicht die flexible Selektion nicht zusammenhängender Bereiche.

Ist dieses aktiv (Tastenkürzel R), kann ebenfalls wieder mit dem Mauszeiger und gehaltener linker Maustaste ein Selektionsrahmen über den gewünschten Keyframes aufgezogen werden. Diesmal bleibt dieser Rahmen jedoch auch nach dem Lösen der Maustaste erhalten. Durch Halten der Taste Shift kann dieser Rahmen dann auch nachträglich noch über dessen Rand-Anfasser verschoben oder skaliert werden. Dabei werden die Keys nicht verschoben.

Wird beim Halten der linken Maustaste keine zusätzliche Taste gehalten, können die im Rahmen eingeschlossenen Keyframes verschoben (bei einem Klick in den Rahmen) oder skaliert werden (bei Nutzung der seitlichen Punkte am Rahmen). Das zusätzliche Halten der Taste Strg/Ctrl verdoppelt automatisch die im Rahmen eingeschlossenen Keyframes. In sofern ist dies mit einer normalen Key-Selektion identisch.

Wird beim Aufziehen eines weiteren Bereichsrahmen die Shift-Taste gehalten, werden bereits bestehende Rahmen nicht gelöscht. So können dann also beliebig viele Rahmen angelegt werden, wie es auch die Abbildung 1.82 zeigt. Durch Halten der Alt-Taste können dann alle vorhandenen Rahmen samt deren Keyframe-Inhalt gleichzeitig editiert werden. So lassen sich also alle Rahmen gleichzeitig verschieben oder durch Ziehen der seitlichen Punkte auch skalieren. Als weitere Tastenkombinationsmöglichkeit ermöglicht das gleichzeitige Halten von Alt- und Shift-Tasten das Verschieben oder Skalieren mehrerer Rahmen, ohne dass die darin enthaltenen Keys in ihrer Position verändert werden. Um sich diese Tastenkombinationen besser merken zu können, mag folgendes helfen:

  • Shift ist nur zum Konfigurieren und eventuellen Hinzufügen der Rahmen gedacht. Keys werden dadurch also in keinem Fall verändert.
  • Alt führt eine Aktion gleichzeitig für alle Rahmen in der Zeitleiste aus

Um einen bereits gezogenen Rahmen des Bereichswerkzeugs wieder zu löschen, erstellen Sie einfach einen neuen Rahmen oder halten Strg/Ctrl mit der linken Maustaste und ziehen einen weiteren Rahmen in der Zeitleiste auf, der den überzähligen Rahmen komplett umgibt. Nach dem Lösen der linken Maustaste ist der alte Rahmen danach verschwunden. Zudem können Sie natürlich auch den Befehl Alle Bereiche löschen im Bearbeiten-Menü benutzen.

Wenn Sie nun einmal so einen Bereichsrahmen neu aufziehen oder einen bereits bestehenden Rahmen mit gehaltener Shift-Taste in der Größe anpassen, werden Sie merken, dass die seitlichen Begrenzungen automatisch immer auf ganze Bildnummer einrasten. Dies ist den Snapping-Optionen zu verdanken, die ebenfalls im Bearbeiten-Menü zu finden sind (siehe Abbildung 1.83).

Die Snapping-Funktionen innerhalb des Bearbeiten-Menüs der Zeitleiste

Abbildung 1.83: Die Snapping-Funktionen innerhalb des Bearbeiten-Menüs der Zeitleiste

Dort bereits aktiv sind die Optionen für Auf Bild einrasten und die Tolerante Selektion. Auf Bild einrasten hat exakt den zuvor beschriebenen Effekt. Keys oder auch Bereichsrahmen können immer nur um ein volles Bild verschoben werden und rasten dort auch jeweils ein. Ist die Option ausgeschaltet, können verschobene Keys auch problemlos z. B. auf das Bild 7,45 verschoben werden. In der Regel ist die Arbeit mit vollen Bildern jedoch übersichtlicher. Ist Tolerante Selektion aktiv, muss nur ein Teil des Keyframes oder eines Motion Clips innerhalb eines Selektionsrahmens liegen, um ausgewählt zu werden.

Neben diesen eher grundsätzlichen Optionen steht noch ein umfangreiches Dialogfenster für die Snappingeinstellungen zur Verfügung. Auch dieses ist bereits in Abbildung 1.83 zu sehen. Ich schätze Sie einfach mal so ein, dass Begriffe, wie z. B. aktuelles Bild, Marker, Keys oder Projektende keine Unbekannten mehr sind. Durch Anhaken der jeweiligen Optionen aktivieren Sie das Einrasten (Snapping) eben auf diese Elemente, sofern ein gezogenes Elemente (Marker, Keyframe, Motion Clip etc) in die Nähe kommt. Diese „Nähe“ wird in einem zeitlichen Abstand bemessen, da wir uns ja entlang eines Zeitstrahls bewegen. Der Distanz-Wert gibt daher diese zeitliche Entfernung an, innerhalb das Snapping ausgelöst wird. Stellen wir die Distanz also z. B. auf 2 Bilder ein und ziehen ein Keyframe in Richtung eines Markers, so wird das Keyframe aktiv zu diesem Marker springen, sobald die Distanz zwischen Marker und Keyframe kleiner als zwei Bilder wird.

Die Optionen im unteren Teil des Dialogs sind speziell für das Editieren von sogenannten Funktionskurven (kurz: F-Kurven) gedacht. Damit sind im Prinzip die Interpolationskurven zwischen den Keyframes gemeint, die wir bereits kennen. Sie werden etwas später jedoch noch einen speziellen Modus der Zeitleiste kennenlernen, bei dem diesen Kurven mehr Platz eingeräumt wird.

Wie Sie bereits wissen, kommt die Form der Interpolationskurven hauptsächlich durch die in den Keyframes gespeicherten Werte zustande. Senkrecht verschobene Keyframepunkte auf der Interpolationskurve verändern daher die Kurve und somit auch den Keywert im Keyframe. Mit der Option Snapping auf Keywert können verschobene Keypunkte auf der Kurve auch an den Werten benachbarter Keyframes einrasten. Das Snapping betrifft dabei also nur die Keywert-Komponente (den senkrechten Anteil des Keyframes) und nicht auch die Keyzeit (die seitliche Verschiebung). Da der Darstellung der Kurven auch ein Raster hinterlegt ist, können Keypunkte auch an diesen Linien einrasten. Dazu muss Snapping auf Y-Gitterwert aktiv sein.

Für diese beiden, speziellen F-Kurven-Optionen definiert der Distanzwert die Einrastdistanz. Sobald ein Keypunkt also einem anderen Keywert oder einem Gitterwert näher als diese Distanz kommt, wird dort eingerastet. Bitte beachten Sie, dass alle diese Optionen für das Snapping erst dann aktiv werden, wenn auch Snapping aktivieren im Bearbeiten-Menü der Zeitleiste angeschaltet wurde!

Lassen Sie uns kurz nochmals zum Bereichswerkzeug und generell zum Umgang mit Gruppen selektierter Keyframes zurückkommen. Wir hatten zu diesem Thema bereits die Ripple-Bearbeitung besprochen. Diese bezieht bei Skalierungen und Verschiebungen von Keys auch die benachbarten Keyframes mit ein. Dieses Prinzip funktioniert auch mit Bereichsrahmen, wie in Abbildung 1.84 zu sehen ist.

Oben sehen Sie die ursprüngliche Selektion, in der Mitte die Skalierung des Bereichsrahmens ohne und darunter mit aktiver Ripple-Bearbeitung.

Abbildung 1.84: Oben sehen Sie die ursprüngliche Selektion, in der Mitte die Skalierung des Bereichsrahmens ohne und darunter mit aktiver Ripple-Bearbeitung.

Die oberste Darstellung zeigt dort die ursprüngliche Key-Selektion. Die mittlere Darstellung zeigt, was beim Skalieren des Bereichsrahmens nach rechts passiert. Die Distanz zu nachfolgenden Keyframes wird kleiner, da diese nicht Bestandteil der Selektion sind. Anders bei gleichzeitiger Nutzung der Option für Ripple-Bearbeitung. Wie die unterste Einblendung zeigt, werden nun auch angrenzende Keyframes proportional verschoben, sodass der ursprüngliche Abstand der Keyframes hinter der Selektion erhalten bleibt. Ähnlich verhält es sich, wenn Sie selektierte Keyframes z. B. mit gehaltener Strg/CTRL-Taste duplizieren und verschieben.

Kurven und Sequenzen lassen sich auf unterschiedlichen Wegen verschieben

Abbildung 1.85: Kurven und Sequenzen lassen sich auf unterschiedlichen Wegen verschieben

Bezogen auf das Bereichswerkzeug lassen sich alle aktiven Rahmen über Alle Bereiche löschen auch wieder löschen. Dabei verschwinden nicht nur die Rahmen, sondern auch die enthaltenen Keys werden deselektiert. Die Keys selbst bleiben jedoch unverändert erhalten. Möchten Sie ansonsten weiter mit dem Bereichswerkzeug arbeiten, reicht auch das Anlegen eines neuen Rahmens aus. Solange dabei nicht die Shift-Taste gehalten wird, werden andere Rahmen dadurch automatisch entfernt. Übrigens werden die Rahmen und Selektionen auch durch Ausschalten des Bereichswerkzeugs deaktiviert. Der Vorteil gegenüber dem Löschen der Bereiche liegt darin, dass nach dem erneuten Anschalten des Bereichswerkzeugs die alten Rahmen und die darin enthaltenen Selektionen wieder hergestellt werden!

Kurve/Sequenz verschieben

Sie wissen bereits, dass sich selektierte Keyframes über den gelb markierten horizontalen Balken im oberen Zeitstrahl verschieben lassen. Soll gleichzeitig der Inhalt einer ganzen Animationsspur verschoben werden, klicken Sie zur Selektion aller Keys der Spur auf den Namen der Spur und benutzen dann die Maus im gelb unterlegten Balken, so wie es die obere Einblendung in Abbildung 1.85 zeigt. Sind viele derartige Verschiebungen nötig, kann das dauernde Hin und Her mit der Maus zum Selektieren und Verschieben schnell nerven. In solchen Fällen bringt Kurve/Sequenz verschieben Abhilfe. Bereits an dem Begriff Kurve erkennen Sie, dass dieses Werkzeug auch später für die Verschiebung von Interpolations- bzw. F-Kurven zu gebrauchen ist.

Ist dieses Werkzeug aktiv, reicht ein Klick an eine leere Stelle der Spur zwischen zwei Keyframes aus, um die gesamte Spur zu selektieren. Im Anschluss kann die Spur dann auch gleich an Ort und Stelle seitlich verschoben werden, ohne dazu extra mit der Maus in den Zeitstrahl fahren zu müssen. Wollen Sie im Anschluss wieder nur einzelne Keys einer Spur selektieren, muss die Funktion Kurve/Sequenz verschieben wieder ausgeschaltet werden. Das Aufziehen von Selektionsrahmen oder die Nutzung des Bereichswerkzeugs ist ansonsten in diesem Modus nicht möglich. Es funktioniert nur mit vollständig selektierten Sequenzen von Keyframes einer Spur.

Kleine Helferlein

Unter dieser Überschrift möchte ich alle Standardfunktionen, wie z. B. Ausschneiden, Kopieren, Einfügen und Löschen zusammenfassen, die es ja auch in anderen Bereichen des Programms gibt. Werden Keys ausgeschnitten oder kopiert, so lassen sich diese mit Einfügen in der selektierten Spur und am aktuellen Zeitpunkt wieder einfügen. Was mit später platzierten Keyframes in der gleichen Spur passiert, kann über die bekannte Ripple-Bearbeitung definiert werden.

Da Keyframes oft nur einfache Zahlenwerte speichern, lassen sich diese auch unter verschiedenen Objekten austauschen. Selbst zwischen verschiedenen Spur-Typen kann gewechselt werden. Dabei ist jedoch auf die Einheit der Spuren zu achten. Die Abbildung 1.86 gibt dazu ein simples Beispiel. Sie sehen dort einen animierten Würfel mit Position- und Winkel-Keyframes. In der obersten Einblendung wurde ein Keyframe aus der Position.Y-Spur selektiert. An der oberhalb des Mauszeigers eingeblendeten Zahl erkennen Sie, dass der Keywert dort 82,221 cm beträgt. Durch die Auswahl von Kopieren bzw. die Nutzung von Strg/Cmd+C werden u. a. Interpolation und Keywert dieses Keys in die Zwischenablage kopiert.

Wir möchten nun in diesem Beispiel dieses Key gerne in die Spur Winkel.B am gleichen Objekt kopieren. Folglich selektieren wir diese Spur durch Anklicken des Spur-Namens, so wie es die mittlere Darstellung in Abbildung 1.86 zeigt.

Kopieren und Einfügen von Keyframes zwischen verschiedenen Spuren

Abbildung 1.86: Kopieren und Einfügen von Keyframes zwischen verschiedenen Spuren

Nachdem der Zeitschieber an die gewünschte Stelle verschoben wurde (siehe grüne Linie in der Abbildung) kann dort das kopierte Keyframe über Einfügen bzw. Strg/Cmd+V eingesetzt werden. Der Zahlenwert in der untersten Darstellung von Abbildung 1.86 belegt, dass hierbei jedoch scheinbar etwas falsch abläuft. Das Keyframe hat nun den Wert 4710,922°.
Dies liegt daran, dass Cinema 4D alle Winkel intern im Bogenmaß rechnet. Eine volle Umdrehung von 360° wird dadurch zu 2*PI, wobei die Kreiszahl PI ungefähr mit 3,1415 gleichzusetzen ist. Teilen wir also unsere kopierten 82,221 Zentimeter durch 2*PI (also ca. 6.283) so kommen wir auf 13,086 volle 360°-Umdrehungen also 4711,0552°. Die Differenz zu den im Key gespeicherten 4710,022° kommt zustande, da wir hier mit einem vereinfachten Zahlenwert für PI gerechnet haben. Cinema 4D geht da mathematisch exakter, also mit weit mehr Nachkommastellen vor.

Ich hoffe dieses kleine Beispiel macht die Problematik beim unbedachten Mischen von Keyframes und Spuren deutlich. Zudem existieren noch exotischere Keyframe-Typen, wie z. B. Point Level-Animationen (PLA), die gar nicht mit anderen Spuren funktionieren. Um auf der sicheren Seite zu sein, fügen Sie kopierte Keyframes also besser nur in Spuren des gleichen Typs ein.

Die Zeitleisten-Voreinstellungen

Wenn Sie Band 1 des Kompendiums ebenfalls durchgearbeitet haben, kennen Sie bereits die Programm-Voreinstellungen von Cinema 4D. Diese lassen sich über das Bearbeiten-Menü von Cinema 4D öffnen und enthalten grundsätzliche Einstellungen, die in diversen Kategorien geordnet angezeigt werden. Der Eintrag für Zeitleisten-Voreinstellungen springt lediglich in die passende Rubrik der Programm-Voreinstellungen und öffnet Ihnen den Dialog gleich an der für die Zeitleiste passenden Stelle. Lassen Sie uns dort die Optionen im Schnelldurchgang besprechen (siehe auch Abbildung 1.87).

Die Voreinstellungen für die Zeitleiste und die Funktionskurven

Abbildung 1.87: Die Voreinstellungen für die Zeitleiste und die Funktionskurven

.1 Attribute-Manager

Für die Aufnahme von Parameter-Keyframes im Attribute-Manager musste in älteren Cinema 4D-Versionen zusätzliche die Strg/Ctrl-Taste bei einem Klick auf einen der grauen Kreise gehalten werden. Wer dieses alte Verhalten bevorzugt, muss die Option für Keyframe-Schaltflächen (alt) aktivieren.

Wird das letzte Keyframe einer Animationsspur gelöscht, führt Spuren ohne Keys entfernen dazu, dass die gesamte Animationsspur aus der Zeitleiste verschwindet, was übersichtlich ist.

.2 Allgemein

Die Cursorindikatoren sind kurze Linien die oberhalb und seitlich der Zeitleiste eingeblendet werden, um die Mauszeigerposition in der Zeitleiste anzuzeigen. Die Interaktive Aktualisierung ist nur beim Arbeiten mit Modifikationskurven und im Ripple-Bearbeitungsmodus zu beobachten. Zu den Modifikationskurven kommen wir gleich noch, wenn wir uns näher mit den F-Kurven beschäftigen.

Die ursprünglichen Kurven und Keyframes werden mit Interaktive Aktualisierung bereits beim Verschieben der Maus aktualisiert und nachgeführt und nicht erst nach dem Lösen der Maustaste. Die Selektionsvorschau aktivieren-Option sorgt für eine Farbveränderung z. B. an Keyframes, sobald der Mauszeiger darüber liegt. Gleiches lässt sich auch für die Funktionskurven (diese werden bekanntlich auch als F-Kurven abgekürzt) mit F-Kurven: Selektionsvorschau aktivieren auswählen.

.3 Zeitleiste – Objektbereich

Sollen alle Animationsspuren in separaten Spuren-Ordnern angezeigt werden, aktivieren Sie die Zweige anzeigen-Option (siehe Abbildung 1.88).

Oben ohne, unten mit Zweige anzeigen

Abbildung 1.88: Oben ohne, unten mit Zweige anzeigen

Zusätzlich werden z. B. bei der Animation von Positionen oder Drehwinkeln die Einzelkomponenten in separaten Spuren abgelegt. Ein Position-Keyframe z. B. besteht daher in der Regel aus drei separaten Keyframes, nämlich für den X-, den Y- und den Z-Anteil der aufgenommenen Position im Raum. Sollen auch diese drei Spuren wieder je in einem Ordner zusammengefasst werden, so aktivieren Sie Vektorspuren anzeigen.

.4 Zeitleiste – Key-Modus

Die folgende Rubrik beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Elemente in der Zeitleiste (siehe Abbildung 1.89).

Optionale Symboldarstellung in den Keyframes und farbige Spur-Hinterlegung

Abbildung 1.89: Optionale Symboldarstellung in den Keyframes und farbige Spur-Hinterlegung

Ist Gesamtspur anzeigen aktiv, wird am oberen Rand der Zeitleiste eine zusätzliche Spur angezeigt, in der die Keyframes aller animierten Elemente der Szene aufgelistet werden. Dies erleichtert z. B. die Skalierung einer kompletten Animation, um diese insgesamt schneller oder langsamer zu gestalten, bzw. um die gesamte Animation auf einmal zu verschieben. Spuranfang/-ende anzeigen legt einen farbig hinterlegten Bereich zwischen benachbarte Keyframes einer Spur. Dies macht es leichter auf einen Blick zu erkennen, wo die Animation eines Elements beginnt oder endet. Diese Bereiche sind in Abbildung 1.89 durch die Farben Rot, Grün und Blau gekennzeichnet.

Keys linksbündig meint die Positionierung der Keyframes in der Zeitleiste. Ist die Option ausgeschaltet, erscheinen Keyframes zentriert unter den Bildnummern oder dem Zeitcode am oberen Rand der Zeitleiste. Ansonsten werden die Keys linksbündig zu diesen Zahlenwerten platziert.

Durch Keysymbole anzeigen werden zusätzlich in den Keyframeflächen Symbole für die Art der Interpolation eingezeichnet. Diese sind jedoch nur beim extremen Heranzoomen an die Keys in der Zeitleiste zu sehen. Sind die Keyframes in der Zeitleiste zu klein, wird automatisch auf eine Einblendung dieser Symbole verzichtet. Wir haben die verschiedenen Interpolationsmethoden und deren Key-Symbole bereits besprochen.

Auch die Möglichkeit, Spuren und Marker zu Ebenen zuzuweisen haben wir bereits angesprochen. Die Farben dieser Ebenen können durch Anhaken von Ebenenfarbe anzeigen auch unter die Spuren der jeweiligen Elemente in der Zeitleiste gelegt werden. Ansonsten kann diese Einfärbung auch durch das Spurfarben-Menü definiert werden. Im Position/Größe/Winkel-Modus erhalten die Spuren für die Animation von Positionen, der Größe und der Ausrichtung eigene Farben (siehe Abbildung 1.89). In der Einstellung Spurfarben entfällt diese Färbung und nur die Unterspuren für die X-, Y- und Z-, bzw. die H-, P- und B-Anteile der Keyframes erhalten Einfärbungen. In der Einstellung Keine Farben entfallen schließlich auch diese Farben.

Da Keyframes in der Zeitleiste zusammen mit der Zoomstufe dort in der Breite skaliert werden, könnte es beim extremen Herauszoomen zu nicht mehr wahrnehmbaren Keyframes kommen. Um dem vorzubeugen, legen Sie mit Keys: Minimale Breite eine Mindestbreite in Pixeln für die Keyframes an.

.5 Zeitleiste – F-Kurven-Modus

Wie bereits erläutert, werden Animationen hauptsächlich über Keyframes definiert. Die Zeit zwischen den Keyframes wird durch Interpolationskurven überbrückt, welche die Veränderung der Werte eines Keyframes zum Nächsten anzeigen. Diese Kurven werden auch Funktions- oder kurz F-Kurven genannt und können innerhalb der Zeitleiste in einem eigenen Bereich angezeigt werden (siehe Abbildung 1.90). Auto Modifikationsmodus Reduktion bezieht sich auf die Berechnung der so genannten Modifikationskurven, die zur Beeinflussung von F-Kurven verwendet werden können. Je größer der Prozentwert angelegt wird, desto stärker ist die Vereinfachung der Form dieser Kurven. Wir kommen noch darauf zurück.

Der F-Kurven-Modus innerhalb der Zeitleiste zeigt gezielt die Interpolationskurven animierter Objekte an.

Abbildung 1.90: Der F-Kurven-Modus innerhalb der Zeitleiste zeigt gezielt die Interpolationskurven animierter Objekte an.

.6 Zeitleiste – Motion-Modus

Animationen lassen sich auch in sogenannten Motion Clips organisieren. Dies hat z. B. den Vorteil, dass mehrere dieser Clips später wie bei einem Baukastensystem mit Übergängen versehen und überblendet werden können. So lassen sich dann komplexe Animationen aus an sich einfachen Einzelclips erstellen. Wird so ein Übergang zwischen zwei Clips automatisch erzeugt, wird der Wert für Motion Clip Übergangszeit dafür herangezogen. Ein Wert von Null führt zu einer sofortigen Überblendung sich überlappender Clips. Die Überblendung entspricht dann von ihrer Länge her exakt der zeitlichen Überlappung der Clips. Werden größere Werte verwendet, beginnt und endet die Überblendung mit diesem Zeitabstand von den sich überlappenden Rändern der Clips her. Sie erfahren etwas später natürlich noch mehr über die praktische Nutzung von Motion Clips und F-Kurven.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

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