Grundlagen der Animation: Die Zeitleiste

Tutorials 10. September 2015 – 0 Kommentare

Sie werden sich vielleicht wundern, warum wir nun erneut über die Zeitleiste sprechen wollen. Hatten wir das nicht bereits ausführlich getan? Tatsächlich ist es so, dass ich nicht ohne Hintergedanken bislang von der kleinen Zeitleiste gesprochen habe. Es existiert nämlich noch ein eigener Manager, in dem die Erzeugung, Verwaltung und das Editieren von Keyframes noch sehr viel komfortabler möglich ist, als bislang vorgestellt. Die eigentliche Zeitleiste finden Sie über das Fenster-Menü von Cinema 4D unter dem Eintrag Zeitleiste… Lassen Sie uns schrittweise die Eigenschaften und Optionen dieses Fensters durchgehen (siehe Abbildung 1.37).

Die Zeitleiste

Abbildung 1.37: Die Zeitleiste. Ziffer 1 zeigt den Zeitstrahl, bei Ziffer 2 sehen Sie Filter- und Navigationsicons. Ziffer 3 markiert eine Statuszeile, Ziffer 4 ein Keyframe mit Spline-Interpolation und Ziffer 5 den Bereich für die Auflistung der animierten Elemente des Projekts.

Wir konzentrieren uns zunächst auf die bereits bekannten Elemente. So werden Sie sicherlich erahnen, dass der horizontale Bereich bei Ziffer 1 mit unserem bekannten Zeitstrahl identisch ist. Auch hier finden wir einen grünen Reiter, der mit der Maus verschoben werden kann, um gezielt ein Bild in der Animation anzusteuern. Die jeweilige Bildnummer wird direkt neben dem Zeitreiter angezeigt. Zudem läuft an der entsprechenden Position eine senkrechte grüne Linie nach unten. In der Fußzeile bei Ziffer 3 finden Sie zusätzlich zur aktuellen Bildnummer noch die Grenzbilder des aktuellen Vorschaubereichs und die Grenzbilder der aktuellen Keyframe-Selektion. Wie Sie jetzt bereits erkennen können, liegt ein großer Vorteil dieser Zeitleiste darin, dass sie frei platziert und skaliert werden kann und nicht nur die Keyframes eines einzelnen Objekts anzeigen kann. Ein wichtiges Kriterium, wenn es darum geht, die Animation eines Parameters oder Objekts z. B. an die Bewegung anderer Objekte anzupassen.

Bei Ziffer 2 finden Sie viele Icons wieder, die Sie bereits aus anderen Managern, wie z. B. dem Attribute-Manager oder den Editoransichten kennen (siehe auch Ansicht > Filter in der Zeitleiste). Wir gehen diese kurz von links nach rechts durch. Die Lupe aktiviert ein Suchfeld. Hier können Sie den Namen eines animierten Elements eingeben. Alle anderen Objekte, Tags oder Materialien werden dann z. B. aus der Zeitleiste ausgeblendet. Das Haus-Symbol blendet eine Pfadzeile oberhalb des Zeitstrahls ein. Hier wird der aktuelle Hierarchiepfad der Auflistung in der linken Spalte der Zeitleiste angezeigt. Wie bereits vom Objekt-Manager her bekannt, können auch hier Einträge mittels Rechtsklick und Auswahl von Als Wurzel setzen markiert werden.

Die Icons in der Kopfzeile der Zeitleiste

Abbildung 1.38: Die Icons in der Kopfzeile der Zeitleiste

Dadurch werden nur noch deren animierte Eigenschaften in der Zeitleiste angezeigt. Die Nutzung des nach oben weisenden Pfeils neben der Pfadzeile verschiebt die Wurzel jeweils eine Hierarchiestufe höher (siehe auch Eine Hierarchieebene hoch im Ansicht-Menü).

Durch Klick auf das Haus-Icon neben der Pfadzeile wird diese praktisch geleert und es werden wieder alle Elemente der Szene in der Zeitleiste angezeigt (siehe auch In oberste Hierarchie springen im Ansicht-Menü). Es gibt jedoch noch einige ergänzende Filtereinstellungen an der Zeitleiste. Es werden daher standardmäßig immer nur die animierten Elemente Ihres Projekts in der Zeitleiste angezeigt. Dazu möchte ich gleich noch etwas mehr sagen. Lassen Sie uns zuvor jedoch die Besprechung der Icons fortführen.

Wie in Abbildung 1.38 zu erkennen, öffnet ein Klick auf das geschlossene Auge-Symbol eine zusätzliche Spalte an der linken Seite. Dort finden Sie alle Elemente Ihres Projekts in diversen Ordnern strukturiert. Der Klick auf das vorangestellte Dreieck der Gruppe Objekte zeigt so z. B. alle Objekte in Ihrer Szene an. Sowohl hinter den Gruppen als auch hinter den darin enthaltenen Elementen finden Sie zwei bereits bekannte Symbole. Das geöffnete Auge bedeutet, dass diese Gruppe oder das entsprechende Element in der Zeitleiste angezeigt werden. Durch Anklicken des Auges kann die Darstellung an- und ausgeschaltet werden. Das Lupe-Symbol steht für die Aktivierung während der Suche durch die Suchzeile der Zeitleiste. Nur Elemente mit aktiver Lupe können über die Suche auch gefunden und für die Auflistung in der Zeitleiste herausgefiltert werden.

Wie Sie sicherlich erahnen werden, sind alle diese Funktionen nur dann relevant, wenn Sie sehr komplexe Projekte mit vielen animierten Objekten und Parametern verwalten müssen. Szenen mit nur wenigen animierten Objekten werden oft übersichtlich genug sein, um auf derartige Such- und Filtermöglichkeiten in der Zeitleiste verzichten zu können.
Das folgende umrahmte Plus-Icon in der Kopfzeile öffnet eine zusätzliche Zeitleiste. Auch dieses Prinzip ist bereits aus anderen Managern bekannt. Da sich alle derart geöffnete Zeitleisten unabhängig voneinander konfigurieren lassen, wird auch hierdurch ggf. die Bearbeitung sehr komplexer Projekte erleichtert. Interessant wird die Nutzung mehrerer Zeitleisten auch dadurch, dass diese unterschiedlich gescrollt werden können. Damit wären wir dann bereits beim vorletzten Icon. Dieses ist Ihnen bereits aus den Editoransichten bekannt und verschiebt die Darstellung des Bereichs unterhalb des Zeitstrahls.

Mit einem gehaltenen Mausklick auf dieses Icon können Sie die Maus nach links und rechts verschieben und damit den Zeitstrahl vor und zurück verschieben. Sind sehr viele Objekte oder Parameter mit Keyframes versehen, kann auch das senkrechte Scrollen über das Verschieben-Icon erledigt werden. Entsprechend funktioniert das letzte Icon zum Zoomen in der Zeitleiste.

Noch schneller können beide Funktionen über die bekannten Tastenkürzel 1 und 2 angesprochen werden. Befindet sich der Mauszeiger über dem Keyframe-Bereich der Zeitleiste kann die Taste 1 gehalten und durch Mausbewegung die Darstellung verschoben werden. Die gehaltenen Taste 2 führt bei einer Mausbewegung nach links oder rechts zum Hinein- und Hinauszoomen.

1.2.1 Die Keyframes in der Zeitleiste

Sofern Sie bereits ein animiertes Objekt in Ihrer Szene haben, werden Ihnen die typischen Keyframe-Kästen auch in der Zeitleiste auffallen (siehe auch Abbildung 1.39).
Keyframes und Animationsspuren
Abbildung 1.39: Keyframes und Animationsspuren

Anders als noch in der „kleinen Zeitleiste“ sind die Keys hier jedoch übersichtlich in sogenannten Spuren geordnet. So finden Sie auf der linken Seite der Zeitleiste nicht nur Einträge der animierten Objekte, sondern können durch Anklicken des Plus-Symbols vor deren Namen auch alle animierten Eigenschaften einsehen. Wie bei einem Dateibrowser werden so z. B. die Keyframes für Position, Größe oder Winkel in eigenen Ordnern gruppiert. Diese Ordner können erneut aufgeklappt werden, um z. B. die einzelnen Spuren für die X-, Y- und Z-Koordinaten einer Position-Animation einsehen zu können.

Die blauen Keyframes lassen sich durch Hineinzoomen in den Zeitstrahl extrem verbreitern. Ab einer gewissen Größe erscheinen zusätzliche Symbole innerhalb der Keyframes. Diese Symbole sind z. B. in der folgenden Abbildung 1.40 zu erkennen. Je nach Interpolation des Keyframes werden andere Symbole angezeigt. Wie wir bereits wissen, stehen uns Spline-, Linear- und Stufe-Interpolation zur Verfügung. Was jedoch neu für uns ist, lässt sich nur nach dem Aufklappen der Animationsspuren beobachten. Unterhalb der Keyframes werden die Interpolationskurven eingezeichnet. Bei Spline-Interpolationen sind zusätzlich die Tangenten zu sehen. So können wir nun erstmals auch die Interpolationskurven z. B. von Größe- und Winkel-Animationen betrachten.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium zur Animation von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette C4D-Kompendium mit über 950 Seiten Know-how als Download (PDF) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium – Die Animation.

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