Szenengestaltung und Rendering: Die Rendervoreinstellungen – Das finale Rendering starten – Der Render-Manager

Sie wissen nun also, wie Sie ein Einzelbild oder eine Animation so berechnen lassen können, dass die volle Auflösung und Qualität genutzt und das Ergebnis automatisch nach Fertigstellung gespeichert wird (sofern ein Speicherpfad in den Rendervoreinstellungen eingetragen wurde). Was passiert jedoch wenn Sie automatisch mehrere Einzelbilder oder ganz verschiedene Projekte z. B. über Nacht berechnen möchten? Für solche Zwecke gibt es den Render-Manager, den Sie im Rendern-Menü von CINEMA 4D finden. Soll das aktuell geöffnete Projekt dort automatisch auftauchen wählen Sie stattdessen Rendern > Zu Rendern-Manager hinzufügen…

Im oberen Bereich des Managers finden Sie eine Liste mit den Projekten, die nacheinander berechnet werden sollen (siehe Abbildung 7.112).

CINEMA-4D - Der Render-Manager

Abbildung 7.112: Der Render-Manager

In jedem Projekt sollten daher bereits vor dem Hinzufügung zum Render-Manager alle nötigen Qualitätsstufen, Renderverfahren, Effekte, Auflösungen und natürlich auch Speicherpfade eingetragen sein. Über Datei > Öffnen… können dem Render-Manager beliebig viele Projekte hinzugefügt werden. Jeder Listeneintrag erhält eine automatische Nummerierung. Per Drag & Drop können die Einträge aber auch nachträglich noch beliebig umsortiert werden. Zudem lassen sich Listeneinträge durch Ausklicken des Häkchens auch von dem Rendering ausnehmen.

Die Status-Spalte enthält Wartet für noch nicht begonnene Rendering, In Arbeit für laufende Renderings, Beendet für erfolgreich abgeschlossene Renderings, Gestoppt für vorzeitig unterbrochene Renderings und Fehler, wenn das Rendering aufgrund einer Fehlermeldung nicht durchgeführt werden konnte. Dies kann z. B. dann an einer fehlenden Textur liegen. Die Spalte für Rendervoreinstellungen zeigt den Namen der in dem Projekt aktiven Rendervoreinstellung an. Sofern ein Projekt mehrere Rendervoreinstellungen enthält (wir haben ja bereits die Erstellung einer Untereinstellung z. B. mit geringeren Qualitätsstufen für die Bildberechnung besprochen), können Sie auch nachträglich noch die für das Rendering gewünschte Voreinstellung bestimmen.

Dazu finden Sie ein Rendervoreinstellungen-Menü in der unteren Hälfte des Managers. Gleich daneben haben Sie zudem die Möglichkeit den Namen der Kamera auszuwählen, aus deren Sicht die Berechnung stattfinden soll. Dies funktioniert natürlich nur, wenn mehr als ein Kamera-Objekt in der Szene vorhanden ist. Dabei handelt es sich um eine besonders praktische Funktion, denn Sie können dem Render-Manager das gleiche Projekt auch mehrfach hinzufügen. Sind dann in dieser Szene mehrere Kameras enthalten, können diese nacheinander berechnet werden, z. B. um ein Produkt aus mehreren Blickwinkeln abzubilden. Sie müssen also nicht für jede Kamera eine eigene Szene sichern!

Die Meldung-Spalte listet schließlich etwaige Probleme auf, wie z. B. Automatischer Bildname. Dies bedeutet, dass in dem gelisteten Projekt kein Speicherpfad für das Bild oder die Animation eingetragen wurde. Damit dennoch ein Rendering durchgeführt werden kann, generiert der Render-Manager dann einen eigenen Bildnamen. Dies kann aber auch dazu führen, dass bereits existierende Bilder mit dem gleichen Namen überschrieben werden. Sie sollten in solchen Fällen daher besser einen individuellen Speicherpfad und Namen direkt im Projekt eintragen oder dafür die Dreipunkt-Schaltflächen im unteren Teil des Render-Managers benutzen. Darüber können Sie für Bild oder Multi-Pass-Bild auch nachträglich noch Speichpfade anlegen. Multi-Pass-Bild ist jedoch automatisch ausgegraut, sofern im Projekt kein Multi-Pass aktiv ist. Mehr dazu gleich.

Ebenso lässt sich für jeden Renderjob eine Protokoll-Datei sichern. Auch deren Speicherpfad kann ganz unten im Render-Manager angegeben werden. Ist diese zusätzliche Datei nicht gewünscht, lassen Sie den Pfad leer oder deaktivieren die Protokollierung über die Programm-Voreinstellungen (Rubrik: Renderer). Zudem kann der Inhalt des Protokolls auch ohne Speicherung im Protokolldatei-Reiter des Render-Manager eingesehen werden. Welche Informationen in dieses Protokoll einfließen sollen, legen Sie über Anzeigen/Filter > Filter-Protokoll fest. System steht dabei nur für die Kenndaten Ihres Rechners und kann daher oft ausgeschaltet bleiben. Render und Projekt listen hingegen die wichtigsten Eckdaten der Rendervoreinstellungen, des gesicherten Bilds und der bearbeiteten Szene auf. Mit Anzeigen/Filter > Im Bild-Manager öffnen… kann ein berechnetes Bild direkt in CINEMA 4D betrachtet werden. Andere Einträge dieses Menüs erlauben die Betrachtung direkt im Explorer/Finder Ihres Betriebssystems.

Möchten Sie bereits vor dem Starten der aufgelisteten Renderings sicher sein, dass diese ohne Fehler durchlaufen werden, können Sie bereits beim Laden der Projekte eine Überprüfung der Material-Texturen durchführen lassen. Wird dann z. B. eine benötigte Bitmap nicht gefunden, erhalten Sie direkt eine entsprechende Fehlermeldung und können darauf rechtzeitig reagieren. Die entsprechende Option finden Sie im Jobs-Menü des Managers unter dem Namen Texturen prüfen. So könnten Sie dann z. B. über das Menü Jobs > Projekt bearbeiten die in der Auflistung des Render-Managers selektierten Projekte automatisch in CINEMA 4D öffnen lassen. Nachdem dort die notwendigen Veränderungen vorgenommen wurden, lassen Sie die Projekte einfach wieder sichern. Ist hingegen Jobs-Menü nur der Punkt Texturfehler aktiv, wird lediglich das Rendering einer Szene abgebrochen, wenn eine fehlende Textur bemerkt wird. In diesem Fall fährt der Render-Manager mit dem nächsten Listeneintrag fort. Ist Texturfehler ausgeschaltet, werden auch Projekte mit fehlenden Texturen berechnet. Die entsprechenden Materialien werden dann jedoch nicht wie gewünscht aussehen können.

Versehentlich hinzugefügte Projekte können durch einen Rechtsklick auf deren Namen und Auswahl von Löschen auch wieder aus der Liste entfernt werden. Den gleichen Effekt hat Jobs > Löschen. Den eigentlichen Start der Berechnung lösen Sie schließlich mit Jobs > Rendern starten aus. Im gleichen Menü finden Sie auch Rendern stoppen, um einen noch laufenden Renderauftrag zu beenden. Achten Sie bei Benutzung des physikalischen Renderers unbedingt darauf, nicht den Sampler Fortschreitend ohne Limitierung zu benutzen (Nicht endend). Der Render-Manager ist ansonsten ohne manuellen Abbruch des Renderings bis in alle Ewigkeit mit dem Rendering dieses Projekts beschäftigt und blockiert somit die Berechnung eventuell nachfolgender Projekte in der Liste! Der eigentliche Sinn des Render-Managers ist ja eben nicht die manuelle Überwachung, sondern das unbeaufsichtigte Rendern mehrerer Projekte in Abwesenheit.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium.

Wir empfehlen:
Maxon BodyPaint 3D-Video-Training

Unsere Empfehlung für dich

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Überschreite mit unserem neuen und sagenhaften Standardwerk für Cinema 4D die Grenzen der Wahrnehmung. Das Release 16 ist das beste Update, das Maxon je herausgebracht hat!

  • Neue Funktionen von R16, R17 und R18 im Detail erklärt
  • In über 15,5 Stunden Video-Training Cinema 4D von A bis Z ergründen
  • PLUS 850 PDF-Seiten und Arbeitsmaterialien
  • Maximales Kreativtraining: Nachbau des Covermotivs

Zum Training