Szenengestaltung und Rendering: Die Rendervoreinstellungen – Die Effekte – 1

Sie kennen bereits viele der grundlegenden Einstellungen in den Rendervoreinstellungen, um z. B. die Ausgabegröße, den Speicherpfad oder die Bildqualität zu steuern. Werfen wir daher nun einen Blick auf die verschiedenen Renderer und Effekte die uns dort zur Verfügung stehen.

Im Fenster der Rendervoreinstellungen finden Sie links eine Effekte-Schaltfläche über die sich zusätzliche Berechnungsmethoden und z. B. Bildfilter auswählen können, mit denen Sie z. B. den Standard-Renderer ergänzen möchten. Lassen Sie uns diese Einträge kurz der Reihe nach durchgehen (siehe untere Abbildung). Die Auflistung beginnt mit den typischen Befehlen zum Entfernen, Kopieren und Einfügen selektierter Effekte. Ebenso lassen sich selektierte Effekte als Preset speichern oder laden.

CINEMA-4D - Effekte

Ambient Occlusion

Sie kennen diesen Effekt bereits als Shader. Die Wirkung ist hier identisch, nur dass automatisch alle Oberflächen damit belegt werden. Eine separate Zuweisung in allen Materialien Ihres Projekts wird dadurch unnötig. Natürlich bleibt die Nutzung des Shaders dennoch oft sinnvoller, da Sie diesen gezielt nur auf bestimmte Objekte legen können und so auch die Renderzeit optimieren können.

CINEMA-4D - Der Cartoon-Renderer

Abbildung 7.57: Der Cartoon-Renderer

Cartoon-Renderer

Hierbei handelt es sich um einen nicht fotorealistischen Renderer. Der Umriss oder auch die Kanten eines Objekts lassen sich in einer Kantenfarbe darstellen. Ebenso können die Farben der Oberflächen und deren Beleuchtung berücksichtigt werden. Ist Stufen aktiv, werden Farbverläufe auf eine der Stufenanzahl entsprechenden Anzahl an Farben reduziert.

Die Hintergrundfarbe kommt nur zum Einsatz, wenn Ihre Szene nicht bereits z. B. durch ein Hintergrundobjekt verschlossen wurde. Benötigen Sie mehr Kontrolle über diesen Effekt, nutzen Sie besser Sketch and Toon und dessen eigenes Materialsystem.

Caustics

Sie wissen bereits wie Caustics in den Einstellungen der Lichtquellen aktiviert und über die Illumination-Einstellungen der Materialien ausgewertet werden können. Nur wenn Caustics auch als Effekt aktiv sind, werden sie tatsächlich auch im Bild gerendert. Die Einstellungen im Effekt entsprechen weitgehend denen im Material und in der Lichtquelle (siehe untere Abbildung).

CINEMA-4D - Caustics

Nur wenn Volumen-Caustic aktiviert wurden, werden die folgenden Werte freigeschaltet. Die Schrittweite legt den Abstand fest in dem Samples, also Proben, genommen werden. Kürzere Abstände bedeuten also längere Rechenzeiten und detailliertere Ergebnisse. Die Sample-Distanz bestimmt den Abstand in dem benachbarte Samples interpoliert werden. Eine größere Distanz führt also zu einem weicheren Ergebnis mit der Gefahr, dass Details verloren gehen. Die Anzahl der Samples kennen Sie ebenfalls bereits. Dies ist die maximale Anzahl an Berechnungsproben die innerhalb der Sample-Distanz miteinander verrechnet werden. Mehr Samples führen auch hier zu mehr Qualität und längerer Berechnungszeit.

Für die Einstellung des gewünschten Caustic-Effekts sind oft mehrere Testberechnungen nötig. Ist Lösung speichern aktiv, werden die aktuellen Caustic-Berechnungen in eine eigene Datei gesichert. Dafür legt CINEMA 4D ein illum-Verzeichnis in Ihrem Projektverzeichnis an. Existiert bereits eine solche Datei, können Sie über das Neuberechnung-Menü festlegen wie verfahren werden soll. Bei Einmal wird automatisch nach einer bereits gespeicherten Lösung gesucht und diese ggf. benutzt. Dies bedeutet aber auch, dass eventuelle Veränderungen an Ihrer Szene dann nicht berücksichtigt werden. Es wird stur auf die gespeicherte Lösung zurückgegriffen. Ist diese gespeicherte Lösung nicht vorhanden, erfolgt eine komplette Neuberechnung. Dies ist auch bei der Einstellung Immer der Fall, weshalb sich diese besonders für Testberechnungen eignet. Die Caustics werden dann immer vollständig neu berechnet. Bei Niemals muss zwingend eine Caustic-Datei vorliegen. Wird diese nicht gefunden bricht das Rendering mit einer Fehlermeldung ab. Schließlich bietet Ihnen Kamera-Animation noch die Möglichkeit, bei einer animierten Kamerafahrt ordentlich Rechenzeit zu sparen. Es wird dann nur für das erste Bild eine vollständige Caustic-Datei erstellt. Voraussetzung hierfür ist, dass sich wirklich nur die Kamera bewegt.

Extern…

Über diesen Filter können Sie auf ein externes Programm, wie z. B. Adobe Photoshop verweisen und dort dann z. B. über ein Makro oder Skript die Weiterverarbeitung des gerenderten Bilds vornehmen lassen.

Farb-Mapping

Über diesen Farb- oder oft auch Color-Mapping genannten Effekt können Sie die Helligkeitsverteilung im gerenderten Bild beeinflussen. Auf diese Weise lassen sich z. B überstrahlte Bereiche korrigieren. Durch die Nutzung von Linearem Workflow können derartige Probleme jedoch oft im Vorfeld vermieden werden.

CINEMA-4D - Farb Mapping

Bereits in der Standardeinstellung sorgt der Filter dafür, dass Helligkeiten auf 100% begrenzt werden und eine entsprechende Neuverteilung der Helligkeiten berechnet wird (siehe Abbildung 7.58).

CINEMA-4D - Links ohne, rechts mit Farb-Mapping und dessen Standardeinstellungen

Abbildung 7.58: Links ohne, rechts mit Farb-Mapping und dessen Standardeinstellungen

Mit Dunkel multiplizieren können Sie zudem manuell die dunklen Bereiche zusätzlich aufhellen und mit Hell multiplizieren erneut mehr Intensität in die hellen Bildabschnitte bringen. Die Optionen im oberen Teil der Einstellungen legen die Art der Neuverteilung der Helligkeiten fest. Exponentiell führt in der Regel zu einer natürlicheren Helligkeitsverteilung. Ist diese Option ausgeschaltet wird eine lineare Helligkeitsverteilung angenommen, die oft zu helle Ergebnisse liefert. Da dabei in jedem Fall Farbwerte verändert werden, können Sie über HSV Modell festlegen, dass im HSV-Farbmodell gearbeitet wird und somit die Anpassung der Helligkeiten von der Farbe eines Bildpixels entkoppelt ist. Ohne diese Option kann es zur Veränderung von RGB-Farbwerten kommen, wenn ein Farbanteil sehr dominant ist. Schließlich können Sie mit Beeinflusst Hintergrund noch darüber abstimmen, ob z. B. ein Himmel- oder Hintergrund-Objekt ebenfalls vom Farb-Mapping betroffen sein soll.

Farbkorrektur

Dieser Effekt sollte Ihnen bereits aus gängigen Grafikprogrammen bekannt sein, oder z. B. auch von der Beschreibung des Filter-Shaders her. Hierüber können Sie Helligkeit, Kontrast oder z. B. den Gamma-Wert Ihres Renderings beeinflussen. Komfortabler lässt sich diese Manipulation jedoch über den separaten Bild-Manager konfigurieren. Wir kommen darauf etwas später zurück.

Glanzlichter

Dieser Effekt filtert die Glanzlichter Ihrer Objekte heraus und kann diese zusätzlich verstärken oder z. B. mit einem Strahlenkranz versehen. Geschickt eingesetzt lassen sich dadurch künstlerisch wirkende Hervorhebungen über die ansonsten oft harten Glanzlichter legen. Sie legen mit dem Schwellwert fest, wo überhaupt Glanzlichter berücksichtigt werden sollen. Nur Stellen mit einer Helligkeit die größer als der Schwellwert ist, werden mit dem Effekt belegt. Mit Minimale Strahl-Intensität und Maximale Strahl-Intensität geben Sie die Bandbreite an Helligkeiten vor, die für den Effekt verwendet wird. Die tatsächliche Intensität des Glanzlichter-Effekts richtet sich dann nach der Helligkeit der Bildpixel an dieser Stelle.

CINEMA-4D - Links ohne, rechts mit Glanzlichter-Effekt

Abbildung 7.59: Links ohne, rechts mit Glanzlichter-Effekt

Die Strahl-Größe ist ein einfacher Multiplikator für die erzeugten Glanz-Effekte. Deren Form können Sie über ein Preset-Menü auswählen oder aber über die Bearbeiten-Schaltfläche auch individuell gestalten. Sie kennen diese Einstellmöglichkeiten bereits aus den Lichtquellen-Einstellungen für Linseneffekte. Schließlich können Sie den Glanzlichter-Effekt auch mehrfach aufrufen und mit verschiedenen Einstellungen rendern lassen. Dies macht z. B. Sinn, wenn verschiedene Objekte auch unterschiedlich starke oder geformte Glanzlichter erhalten sollen. Schalten Sie in so einem Fall zusätzlich die Aktivieren-Option ein und tragen Sie unterschiedliche Zahlenwerte für die Objekt ID in den aktiven Glanzlichter-Effekten ein. Diese Objekt ID-Zahlen werden dann über ein sogenanntes Render-Tag an die entsprechenden Objekte Ihrer Szene geheftet. Was es mit diesem Render-Tag auf sich hat erfahren Sie noch etwas später in diesem Kapitel.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium.

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