Shader und Texturen: Die Szene texturieren – Die Hausfassade modellieren und texturieren

Da wir von dem Gebäude nur eine Außenwand darstellen müssen, sollte die Modellierung uns nicht allzu lange aufhalten. Einen Großteil der Wirkung werden wir im Anschluss durch neue Materialien erzielen.

Das Haus modellieren

Da nur ein Teil des Hauses sichtbar sein wird, reicht uns ein großer Würfel als Hauptform völlig aus. Im Prinzip würde sogar ein einzelnes Polygon als Wand ausreichen, aber da das Haus auch einen Schatten auf die Straße werfen wird, sollten wir ein passend proportioniertes Volumen benutzen. Erstellen Sie daher ein neues Würfel-Grundobjekt und geben Sie diesem beispielsweise eine Grundfläche von 750 mal 750 cm bei einer Höhe von ca. 450 cm. Eine kleine Abrundung von 2 cm mit fünf Segmenten lässt die Ecken weniger hart erscheinen. Platzieren Sie diesen Würfel schließlich so in der Szene, dass er bündig auf dem Bürgersteig steht und die linke Seite der Szene komplett ausfüllt. Eine Kopie dieses Würfels verschieben Sie entlang der Straße in Richtung Hintergrund, so dass er ein benachbartes Haus darstellt. Diese Geometrie bleibt dem Betrachter zwar vollständig verborgen, ein Schattenwurf auf die Straße ist aber je nach Sonnenstand dennoch möglich. Die Telefonzelle platzieren Sie anschließend vor der vorderen Hausecke, so wie es in Abbildung 6.63 zu sehen ist.

CINEMA-4D - Platzierung zweier Würfel zur Darstellung stilisierter Gebäude

Abbildung 6.63: Platzierung zweier Würfel zur Darstellung stilisierter Gebäude

Lassen Sie dabei einen kleinen Spalt Platz zwischen der Rückwand der Zelle und der Hauswand. Bevor es an die Materialien der Hauswand geht, sollten wir den Übergang zwischen Bürgersteig und Wand noch etwas ausgestalten.

Schutt und Geröll auf dem Bürgersteig

Abgeblätterter Putz und z. B. Löwenzahn, der durch den Asphalt bricht, erzeugen kleinere Steine und Geröll, die sich oft an Hauswänden ablagern. Wir ergänzen dieses Detail durch ein Ebene-Grundobjekt, das über ausreichend viele Unterteilungen verfügt und ca. 150 cm lang und 30 cm tief dimensioniert wird. Erzeugen Sie ein einfaches Standardmaterial mit 30% Helligkeit und ohne Glanzlicht und weisen Sie dies per Drag&Drop zu. Damit aus dieser flachen Ebene unregelmäßig geformte Bruchstücke werden, ordnen Sie ein Explosion FX-Objekt aus der Deformatoren-Gruppe unter der Ebene ein. Damit die Explosion nur Bruchstücke erzeugt und nicht gleich zu einem Auseinandersprengen führt, setzen Sie in die Stärke in den Explosion-Einstellungen des Deformators auf 0 und reduzieren die Reichweite der Explosion in der gleichen Rubrik auf ca. 40 cm. Die Explosionsdauer habe ich auf ca. 80 und die Druckwellengeschwindigkeit auf 50 reduziert.

Die Beschleunigung der Gravitation wird auf 0 gesetzt, um ein Einsinken der Fragmente in den Boden zu verhindern. In den Fragmente-Einstellungen wählen wir eine Dicke von 10 cm. Dies führt dazu, dass unsere Ebene-Polygone automatisch um 10 cm extrudiert werden und somit massiv erscheinen. Die Fragmentart belassen wir Automatisch mit einer Min Polys-Anzahl von zwei und einer Max Polys-Obergrenze von 10. Als Dichte Fragment-Vorgabe versuchen wir uns mit Werten um 1000.

Um etwas mehr Variation in die Platzierung und Ausrichtung der Fragmente zu bekommen, setzen wir die Geschwindigkeit in den Rotation-Einstellungen auf sechs mit 100% Zufall. Etwas Wirbeln in der Extra-Rubrik des Dialogs sorgen für zusätzliche Variationen. Passen Sie die Position des Deformators und die Dichte der Ebenen-Unterteilungen so an, dass Sie mit dem Ergebnis an dem einen Ende der Ebene zufrieden sind. Durch die kugelförmige Ausdehnung der Explosion macht es Sinn, eine zusätzliche Kopie des Explosion FX-Objekt zu erstellen und an das andere Ende des Ebene-Streifens zu verschieben. Spielen Sie einfach etwas mit den Einstellungen der Deformatoren herum, bis die Ebene in genügen Teile zerbrochen wird. Bedenken Sie, dass später nur die oberen Spitzen durch den Bürgersteig ragen.

Zusätzliche Variationen können erzeugt werden, indem Sie das Ebene-Grundobjekt zu einem Polygon-Objekt konvertieren und anschließend z. B. mit dem Magnet- oder Pinsel-Werkzeug die Form etwas verzerren oder auch glätten. Platzieren Sie die durch die Deformatoren aufgebrochene Ebene anschließend so an der Kante zwischen Hauswand und Bürgersteig, dass nur die Spitzen der Fragmente aus dem Bürgersteig schauen. Eine Rotation der Ebene kann zusätzlich dafür sorgen, dass die Größe der Fragmente mit der Entfernung von der Hauswand abnimmt.

Wenn Sie mögen, erstellen Sie eine Instanz-Kopie dieser explodierten Ebene und platzieren Sie diese an beliebiger Stelle entlang der Begrenzungssteine des Bürgersteigs, um dort weitere Aufbrüche des Asphalts darzustellen. Die Abbildung 6.64 gibt hierzu Anregungen und zeigt auch noch einmal auf der rechten Seite die explodierte Ebene im Detail.

CINEMA-4D - Hier wurden die Geröllhaufen zusätzlich farblich hervorgehoben.

Abbildung 6.64: Hier wurden die Geröllhaufen zusätzlich farblich hervorgehoben.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium.

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