Der Material-Manager: Das Erzeugen-Menü – Der Mabel-Shader

Der Großteil der Kanäle und Parameter sollte Ihnen diesmal wieder von der Besprechung des Banji-Shaders her bekannt sein. Beim Mabel-Shader geht es um die Überlagerung von zwei verschiedenen Oberflächen, um Marmor oder ähnlich strukturierte Steinmaterialien darstellen zu können. Der Shader bietet dazu separate Einstellungen für eine Oberfläche A und eine Oberfläche B an. Oberfläche B liegt dabei über Oberfläche A und verdeckt diese. Durch zufällig wirkende Maskierungen schimmert die Oberfläche A also an einigen Stellen durch.

CINEMA-4D - Das Mabel-Material überlagert zwei separate Oberflächen.

Abbildung 5.28: Das Mabel-Material überlagert zwei separate Oberflächen.

Die Einstellmöglichkeiten für beide Oberflächen sind identisch. Lediglich die Namen der Kanäle unterscheiden sich durch den angehängten Buchstaben A oder B. Um beide Materialebenen separat bearbeiten zu können, sollten Sie die Marmorierung-Option in den Basis-Einstellungen deaktivieren und über das Oberfläche-Menü entweder Oberfläche A oder Oberfläche B auswählen. Es werden dann nur die zu der jeweiligen Oberfläche gehörenden Kanäle angezeigt, und auch das Vorschaubild des Materials zeigt nur noch die Vorschau der gewählten Oberfläche an. Bei Auswahl von Beide werden gleichzeitig alle Materialkanäle angezeigt und auch die Vorschau zeigt nun die Überlagerung der beiden Oberflächen. Der Effekt auf die Materialvorschau ist damit identisch mit dem der Aktivierung der Marmorierung-Option.

Die Materialkanäle der beiden Oberflächen sind in ihren Parametern und Wirkungen identisch zu den bereits bekannten Shadern, wie z. B. dem Banji-Shader. Wir schauen uns daher hier nur die Einstellungen an, die zur Vermischung der beiden Oberflächen führen. Diese werden bei einem Klick auf das Wort Marmorierung angezeigt. Die Marmorierung ist dabei mit einer turbulent verwirbelten Maskierung zu vergleichen, die Oberfläche B an einigen Stellen transparent werden lässt. Dort ist dann Oberfläche A zu sehen. Die Grundlage für die Marmorierung bildet ein einfaches Muster horizontaler Streifen. Sie können dieses Muster erkennen, wenn Sie die Marmorierung-Option aktivieren und den Wert für Marmorierung Verwirbelung auf 0% setzen.

Welches Muster für die Verwirbelung dieser Linien verwendet werden soll, wählen Sie über das Marmorierung Turbulenz-Menü. Hier stehen die bereits vom Rauigkeit-Kanal des Banji-Shaders her bekannten Funktionen zur Verfügung. Deren Muster können Sie direkt als Vorschaubilder anzeigen lassen, wenn Sie auf die kleine Pfeiltaste rechts neben dem Namen der Turbulenz klicken. Den Einfluss des gewählten Musters auf die Verwirbelung der linienartigen Maskierung steuern Sie über Marmorierung Verwirbelung. Marmorierung Skalierung legt dabei die Größe des turbulenten Musters fest. Eine kleine Größe führt zu mehr Variation und feineren Details in der Verwirbelung.

Die Marmorierung Oktaven legen die Rechengenauigkeit und Detailtiefe fest. Ein kleiner Oktaven-Wert führt zu weich geglätteten Turbulenzen, höhere Werte bringen mehr Variationen in das Muster (siehe auch Abbildung 5.29).

CINEMA-4D - Die Marmorierung definiert das Muster und die Sichtbarkeit beider Oberflächen.

Abbildung 5.29: Die Marmorierung definiert das Muster und die Sichtbarkeit beider Oberflächen.

Der Parameter Marmorierung Größe ist etwas missverständlich, denn hier geht es nicht um die Skalierung des Musters der Marmorierung. Vielmehr steuern Sie damit das Clipping der Oberfläche B. Große Werte lassen nur noch die feinen Verästelungen von Oberfläche B sichtbar. Bei kleinen Werten kehrt sich der Effekt um und Oberfläche A ist nur noch als feine Struktur zu erkennen. Das Material wird dann von Oberfläche B dominiert. Folglich haben bei einem Wert von 50% beide Oberflächen den gleichen Anteil an dem sichtbaren Material.

Über Marmorierung Kontrast können Sie die Maskierung beeinflussen. Bei großen Kontrast-Einstellungen entstehen scharfe Kanten zwischen beiden Oberflächen. Kleine Werte dagegen lassen Oberfläche B an den Rändern weich auslaufen. Es wirkt dann so, als wäre das Material der Oberfläche B nur als feiner Sprühnebel aufgetragen worden.

Um die Verwirbelung des ursprünglichen Linienmusters noch zufälliger und somit natürlicher wirken zu lassen, steht Ihnen ein weiterer Satz Parameter zur Verfügung, um die Turbulenz zu variieren. Über Variation Turbulenz haben Sie auch hier wieder die Wahl zwischen den bekannten Mustern, die entsprechend Variation Amplitude dann zur Beeinflussung der Marmorierung herangezogen werden. Variation Oktaven legt auch hier wieder die Detailtiefe und –fülle des Musters fest.

Variation Größe skaliert diesmal das ausgewählte Muster. Dies bedeutet, dass kleine Werte zu einem sehr komplexen Muster führen, das dann hochfrequente Störungen in der Marmorierung erzeugt. Die vorhandene Marmorierung wird dadurch z. B. nur an den Rändern etwas ausgefranst. Bei ansteigenden Variation Größe-Werten übernimmt das Variation Turbulenz-Muster immer stärker die Kontrolle über die Marmorierung und verändert deren Verlauf immer stärker. In der Regel geht man daher so vor, dass Sie die gewünschte Marmorierung mit dem oberen Teil des Dialogs und über Marmorierung Turbulenz vorgeben.

Die unteren Parameter samt der Variation Turbulenz-Funktion werden dann nur noch genutzt, um mit kleinen Variation Größe-Einstellungen feine Ausfransungen und Details zu ergänzen.
Variation Kontrast legt den Kontrast des Variation-Musters fest, bevor es die Marmorierung verzerrt. Ein zu hoher Kontrast führt daher auch hier wieder dazu, dass die Variation Turbulenz stärker auf die Marmorierung einwirkt und dadurch auch sichtbarer wird. Versuchen Sie daher hier eher mit kleineren Werten zu arbeiten.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium.

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