Deformationen und Partikel: Die Krone modellieren – die mittleren Zierelemente

Tutorials, Videos 9. Juli 2014 – 0 Kommentare

Nun ist es bald geschafft, denn es fehlen nur noch einige wenige Elemente in der Mitte der Krone. Wir beginnen dabei an der oberen Spitze und arbeiten uns nach unten vor. An der Spitze der Krone finden wir erneut ein Kreuzmotiv. Wir könnten hier nach dem gleichen Prinzip wie bei den Zacken der Krone vorgehen. Schneller dürfte jedoch die Benutzung eines Blume-Splines sein, den Sie bei den Spline-Grundformen finden können. Verschieben Sie das Blume-Objekt an die passende Stelle. Orientieren Sie sich für eine mittige Platzierung an dem X-Koordinatenwert der bislang verwendeten Symmetrie-Objekte.

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Eigentlich für eher weich gerundete Blattformen gedacht, lassen sich mit diesem Spline auch eckige Strukturen erzeugen (siehe Abbildung 4.81).

CINEMA-4D - Das obere Kreuz-Symbol wird aus einem Blume-Spline geformt.

Abbildung 4.81: Das obere Kreuz-Symbol wird aus einem Blume-Spline geformt.

Setzen Sie dazu die Anzahl der Blätter auf vier und stellen Sie das Zwischenpunkte-Menü auf Keine. Es entsteht dadurch eine eckige Kreuzform, deren Größe wir über die beiden Radius-Werte definieren können. Ein Radius innen von 4 cm und ein Radius außen von 8 cm sollte eine Struktur in passender Größe erzeugen. Durch Rotation um 45° um die Z-Achse der Blume erhalten wir ein aufrecht stehendes Plus-Zeichen.

Um das Kreuz jetzt noch individuell ausformen zu können, konvertieren Sie die Blume zu einem normalen Spline-Objekt und wechseln in den Punkte-Modus. Selektieren Sie nun jeweils den rechten Punkt außen an jedem Kreuzbalken und drehen Sie diese vier Punkte um die Z-Achse um ca. 10° im Uhrzeigersinn. Beobachten Sie beim Rotieren den B-Winkel im Koordinaten-Manager. Nach dem Lösen der Maustaste springt dieser Wert wieder auf 0°, da die Rotation von Punkten nicht zu einer permanenten Veränderung der Winkel führt. Versuchen Sie daher möglichst nahe an den B-Winkel von 10° zu kommen, bevor Sie die Maustaste wieder lösen. Wiederholen Sie diese Aktion mit den jeweils linken Punkten an der Außenseite der Kreuzform. Diese Punkte werden folgerichtig gegen den Uhrzeigersinn gedreht, bis im Koordinaten-Manager ein B-Winkel von ungefähr 350° angezeigt wird. Damit sollte die charakteristische Kreuzform bereits komplett sein und Sie können dieses Spline-Objekt unter einem neuen Extrude-NURBS-Objekt eingruppieren.

Dort stellen Sie eine Verschiebung von ungefähr 4 cm im Z-Anteil ein und weisen der Start-Deckfläche zusätzlich eine Rundung zu. Ein Start-Radius von 1 cm bei zwei Start-Stufen sollte ausreichen. Eine Deckfläche auf der Rückseite können wir uns sparen. Ein neues Kugel-Grundobjekt mit einem Radius von ca. 3,4 cm kann von Ihnen dann in der vorderen Deckfläche des Kreuzes versenkt werden.

Eine Kopie dieser Kugel wir auf den Radius 9,7 cm vergrößert und so weit nach unten gezogen, dass der untere Balken der Kreuzform vollständig in der großen Kugel verschwindet. Jetzt fehlen uns nur noch die kleinen Kugeln, die im bereits modellierten Kelch in der Mitte der Krone liegen. Eine neue Kugel mit einem Radius von ca. 3,5 cm wird dazu unten an der Basis des Kelchs platziert und über die bekannte Duplizieren-Funktion linear vervielfältigt. Passen Sie dazu den Y-Anteil der Verschiebung im Dialog entsprechend an, damit die Kugel-Kopien ohne Lücken aufeinander gestapelt erscheinen.

CINEMA-4D - Die Kugeln in der Mitte der Krone komplettieren den oberen Aufbau.

Abbildung 4.82: Die Kugeln in der Mitte der Krone komplettieren den oberen Aufbau.

Drei Instanz-Kopien sollten zur Schließung der Lücke ausreichen. Im Abschluss können Sie die Kopien natürlich auch noch manuell etwas verschieben, um sie besser an die Kelchform anzuschmiegen.

Der angedeutete Stoff der Krone

Der Bereich hinter den Zacken der Krone ist zusätzlich noch mit einem gewölbten Stoff ausgeschlagen. Eine leicht zerknitterte Ebene sollte dieser Form bereits ausreichend nahe kommen. Rufen Sie daher ein neues Ebene-Grundobjekt auf und bringen Sie dies im Modell-Modus über die Anfasser auf eine passende Größe. Eine Breite von 110 cm und eine Tiefe um 24,5 cm kommen der Grundform ausreichend nahe. Als Richtung der Ebene muss zudem z. B. +Z gewählt werden, damit die Ebene auch frontal in der Ansicht mit der Bildvorlage zu sehen ist.

Eine leichte Verformung der Ebene sollte den gewünschten Schattierungseffekt hervorrufen können. Dafür sind jedoch die standardmäßig eingestellten Segment-Werte zu hoch gewählt. Reduzieren Sie daher die Segmente Breite auf 10 und Segmente Tiefe auf 5, bevor Sie die Ebene zu einem Polygon-Objekt konvertieren.

Im Punkte-Modus nutzen Sie z. B. das Pinsel- oder das Magnet-Werkzeug, um die Ebene an den Seiten etwas zu verschlanken und nach unten zu ziehen (siehe auch Abbildung 4.83).

CINEMA-4D - Modellieren des gewölbten Stoffs aus einer Ebene

Abbildung 4.83: Modellieren des gewölbten Stoffs aus einer Ebene

Orientieren Sie sich dabei wie immer an der Bildvorlage. Die seitlichen und unteren Ränder der Ebene müssen vollständig hinter den vorhandenen Elementen der Krone verschwinden. Ist dies erreicht, selektieren Sie einige zufällig ausgewählte Punkte im sichtbaren Teil der Ebene und aktivieren Mesh > Befehle > Punktwert setzen. Wählen Sie dort den Modus Alle Knittern [Normale] und klicken Sie auf die Zuweisen-Schaltfläche im Werkzeug-Teil des Dialogs. Über das Wert-Feld im Dialog können Sie jetzt verschiedene Stärken ausprobieren, mit denen die selektierten Punkte zufällig verschoben werden sollen. Selbstverständlich steht Ihnen alternativ auch offen, die gewünschten Punkte manuell zu verschieben, um Unregelmäßigkeiten im Stoff darzustellen.

Um dem Stoff nun noch etwas Volumen zu geben, lassen Sie im Kanten-Modus einen Randloop mit der Loop-Selektion erstellen und Extrudieren diese Kanten entlang der Welt-Z-Richtung in die Tiefe. Nach der Unterordnung dieser Stoff-Ebene unter einem neuen HyperNURBS-Objekt sollte die Illusion perfekt sein. Die eckigen Unregelmäßigkeiten der Ebene werden zu welligen und weich geschwungenen Bereichen (siehe auch Abbildung 4.84).

CINEMA-4D - Nach dem Hinzufügen des Stoffs ist die stilisierte Krone fertig modelliert

Abbildung 4.84: Nach dem Hinzufügen des Stoffs ist die stilisierte Krone fertig modelliert

Kontrollieren Sie abschließend noch einmal die Positionen aller Objekte zueinander auch unter Zuhilfenahme unseres Platzhalter-Würfels, der die Außenwand der Telefonzelle darstellen soll. Hinter der Krone sollte nirgendwo eine Lücke verbleiben. Seitlich und von oben betrachtet muss die Krone also überall an der Würfel-Wand anliegen und ein massives Volumen darstellen. Dabei dürfen durchaus auch einige Stellen in die Wand hineinragen. Sind Sie mit dem Ergebnis schließlich zufrieden, löschen Sie die Würfel-Wand und gruppieren alle verbleibenden Bestandteile der Krone unter einem neuen Null-Objekt. Dies können Sie z. B. wieder durch die Selektion aller Objekte und den Aufruf von Objekte > Objekte gruppieren im Objekt-Manager erreichen. Normalerweise sollte das neue Null-Objekt automatisch im Zentrum der gruppierten Objekte platziert werden. Gefällt Ihnen jedoch diese Position nicht, wechseln Sie in den Achse bearbeiten-Modus und korrigieren Sie dort die Position des Null-Objekts. Dadurch wird die Position der dort untergeordneten Objekte nicht beeinflusst.

Die Telefonzelle hinzuladen

Damit ist die Krone fertig und kann an unserer Telefonzelle angebracht werden. Hierzu nutzen Sie Hinzuladen… aus dem Datei-Menü von CINEMA 4D und wählen dort die Datei mit der Telefonzelle aus. Verschieben Sie das Null-Objekt der Kronen-Gruppe im Modell-Modus an eine passende Stelle am Dach, mittig über dem TELEPHONE-Schriftzug und skalieren Sie die Krone gleichmäßig entlang aller drei Achsen auf eine stimmige Größe. Wenn Sie den Koordinaten-Manager auf den Modus Abmessung+ schalten, sollten dort X-, Y und Z-Werte von ungefähr 16,5 cm, 33,6 cm und 5,5 cm angestrebt werden. Diese Skalierung passt gut zu der ursprünglichen Größe der Krone in der Bildvorlage der Telefonzellen.

Überprüfen Sie nach der Skalierung erneut den lückenfreien Sitz an der Außenwand der Zelle, bevor Sie die Kronen-Gruppe unterhalb des Text-Splines für den TELEPHONE-Schriftzug unter dem Extrude-NURBS einordnen, das ebenfalls bereits unter dem Array-Objekt gruppiert wurde. Die Krone sollte dadurch automatisch auf allen vier Seiten der Telefonzelle erscheinen. Damit ist auch die Modellierung dieses Teils abgeschlossen. Laden Sie nach dem gleichen Prinzip auch noch die Szene mit dem bereits modellierten Telefonapparat hinzu und platzieren Sie diese Objekte im Innenraum der Zelle an der fensterlosen Wand (siehe auch Abbildung 4.85). Abschließend können Sie z. B. noch einen Griff außen an der Tür der Telefonzelle anbringen.

CINEMA-4D - Nach dem Hinzuladen der Telefonzelle und des bereits modellierten Telefons komplettiert sich das Modell.

Abbildung 4.85: Nach dem Hinzuladen der Telefonzelle und des bereits modellierten Telefons komplettiert sich das Modell.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium.

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