Deformationen und Partikel: Die Krone modellieren – die Zacken der Krone

Tutorials, Videos 4. Juli 2014 – 0 Kommentare

Die Zacken der Krone bilden kreuzförmige Motive und florale Umrisse. Auch hierbei liegt wieder eine Symmetrie vor, weswegen wir uns auf die Modellierung nur einer Hälfte konzentrieren können. Wir beginnen dabei damit, die Umrisse in der frontalen Editoransicht möglichst exakt mit einem Spline-Objekt nachzuzeichnen. Hierfür bietet sich ein Bézier-Spline an, da wir dessen Tangenten sowohl für die harten Ecken der Kreuze, als auch bei den weichen Rundungen der Blattformen einsetzen können.

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Aufgrund der Symmetrie macht es Sinn, beim Zeichnen in der Mitte, also an der Symmetrie-Ebene zu beginnen. Die Splinekurve folgt von dort aus dann z. B. den oberen Konturen der Zacken und verläuft oberhalb der bogenförmigen Krümmung unserer Zylinderbasis wieder zurück zur Symmetrie-Ebene (siehe Abbildung 4.71).

CINEMA-4D - Zuerst wird nur der halbe Umriss mit einem Spline nachgezeichnet und dann gespiegelt.

Abbildung 4.71: Zuerst wird nur der halbe Umriss mit einem Spline nachgezeichnet und dann gespiegelt.

Sind Sie mit der Form zufrieden, überprüfen Sie, ob die Anfangs- und Endpunkte wirklich auf der gleichen X-Position liegen. Hier muss der Pfad schließlich gespiegelt werden. Selektieren Sie hierfür die beiden Endpunkte des Splines und setzen Sie im Koordinaten-Manager deren X-Abmessung auf 0 cm. Als Vorbereitung für das eigentliche Spiegeln der Splineform setzen wir nun noch dessen Achsensystem auf die X- und Z-Koordinate der Endpunkte. Dazu müssen Sie in den Modell- und Achse bearbeiten-Modus umschalten und das Verschieben-Werkzeug aktivieren. Im Attribute-Manager aktivieren Sie das 3D-Snapping auf Punkte und verschieben das Achsensystem damit auf einen der Spline-Endpunkte. Danach vergessen Sie nicht, das Snapping wieder zu deaktivieren. Alternativ zu dieser Snapping-Methode können Sie natürlich auch die X- und Z-Position der Endpunkte über den Koordinaten-Manager auf das Achsensystem übertragen.

Zurück im Punkte-Modus deselektieren Sie alle Punkte am Splinepfad z. B. über Selektieren > Alles deselektieren und wählen dann Mesh > Verformen > Spiegeln. Im Dialog dieses Werkzeugs nutzen Sie Objekt als Koordinatensystem und ZY als Spiegelebene. Alle übrigen Einstellungen können auf den Standardwerten belassen werden. Nach dem Klick auf die Anwenden-Schaltfläche sollte die fehlende Hälfte ergänzt worden sein. Trotz aktiver Punkte verschmelzen-Option ist das Spiegeln-Werkzeug nicht in der Lage, die ehemaligen Endpunkte korrekt mit dem Spiegelbild des Splines zu verschmelzen. Diese Punkte sind nach dem Spiegeln also doppelt vorhanden, was natürlich korrigiert werden sollte. Selektieren und löschen Sie daher diese Punkte auf der Symmetrie-Ebene. Übrig bleiben zwei durch Lücken getrennte Splinesegemente.

Zum Verbinden dieser Segmente selektieren Sie die beiden Punkte an den Rändern einer dieser Lücken und wählen Mesh > Spline > Segmente verbinden aus. Anschließend selektieren Sie den Spline erneut im Objekt-Manager um dessen Dialog im Attribute-Manager zu sehen. Aktivieren Sie dort die Spline schließen-Option. Damit ist die Splineform vollständig.

Die Zacken extrudieren

Aus dieser Form nun ein dreidimensionales Objekt zu erzeugen ist ein Leichtes. Wir benutzen dazu ein neues Extrude-NURBS-Objekt und ordnen diesem das Spline-Objekt unter. In den Einstellungen des NURBS-Objekts reduzieren Sie den Z-Anteil der Verschiebung auf 3 cm. Diese Tiefe reicht vollkommen aus. Zusätzlich geben Sie der vorderen Deckfläche eine Rundung mit zwei Start-Stufen und einem Start-Radius von 0,5 cm. Die hintere Deckfläche lassen wir weg. Diese wäre später sowieso nicht zu sehen. Stellen Sie das Ende-Menü also auf Keine.

Die 3D-Zacken liegen nun massiv vor uns, folgen jedoch entlang der Z-Richtung noch nicht der Krümmung der Kronenbasis. Auch hier helfen uns wieder Deformatoren weiter. Dazu muss die Deckfläche des Extrude-NURBS jedoch zusätzlich gleichmäßig unterteilt werden. Ansonsten kann es bekanntlich zu unschönen Schattierungen auf der gebogenen Oberfläche kommen. Stellen Sie also im Dialog des Extrude-NURBS den Typ der Deckfläche auf Vierecke und aktivieren Sie die Option für die Regelmäßige Unterteilung. Eine Weite von 2 cm erscheint angemessen. Dies muss aber nach der Biegung noch überprüft werden. Zusätzlich sollte auch die Anzahl der Zwischenpunkte am Spline angepasst werden, denn die Form enthält viele gerade Abschnitte, die in der Standardeinstellung nur unzureichend unterteilt werden. Dies kann wiederum zu Schattierungsproblemen im Bereich zwischen Deck- und Mantelfläche am Extrude-NURBS-Objekt führen. Die Abbildung 4.72 zeigt das gewünschte Ergebnis.

CINEMA-4D - Mit einem Extrude-NURBS wird der Spline zu einem massiven Objekt

Abbildung 4.72: Mit einem Extrude-NURBS wird der Spline zu einem massiven Objekt

Selektieren Sie also das Spline-Objekt unter dem Extrude-NURBS und korrigieren Sie dessen Zwischenpunkte z. B. auf den Modus Unterteilt. Dies sorgt sowohl für feiner aufgelöste Kurven als auch für gleichmäßig unterteilte Geraden. Bei einem Winkel von 5° sollte eine Maximale Länge von 3 cm ausreichen. Auch dies können Sie jedoch jederzeit später noch überprüfen und anpassen, da das Extrude-NURBS-Objekt nicht konvertiert werden muss.

Bevor es jedoch an das Biegen des NURBS-Objekts geht, lassen Sie uns zuerst noch die Zierelemente in diesem Bereich ergänzen. Da wären jeweils Kugeln in den Kreuzelementen und rechteckige Bänder an den Blattmotiven zu berücksichtigen (siehe Abbildung 4.73).

CINEMA-4D - Die Zierelemente innerhalb der floralen Muster und Zacken werden ergänzt.

Abbildung 4.73: Die Zierelemente innerhalb der floralen Muster und Zacken werden ergänzt.

Wir rufen daher ein neues Kugel-Grundobjekt auf und bringen dieses auf eine passende Größe. Ein Radius um die 3,3 cm erscheint passend. Platzieren Sie diese Kugel dann mittig im zentralen Kreuzmotiv des Extrude-NURBS. Auch hier sollte die Kugel an der Rückseite wieder ein gutes Stück in das NURBS-Objekt einsinken. Duplizieren Sie anschließend diese Kugel und verschieben Sie diese in der frontalen Editoransicht weiter nach rechts, in die Mitte des außen liegenden Kreuzmotivs.

Um die entsprechende Kugel auf der anderen Seite zu ergänzen, nutzen wir erneut die Symmetrie. Rufen Sie also ein Symmetrie-Objekt auf und stellen Sie wieder dessen Spiegelebene auf ZY. Positionieren Sie das Symmetrie-Objekt mittig und ordnen Sie die außen platzierte Kugel unter dem neuen Symmetrie-Objekt ein. Sollte die gespiegelte Kugel auf der linken Seite dadurch nicht ganz perfekt im linken, äußeren Kreuz liegen, korrigieren Sie die seitliche Position des Symmetrie-Objekts im Achse bearbeiten-Modus mit dem Verschieben-Werkzeug. Durch diese Technik ist es nicht nötig, die Kugel unter dem Symmetrie-Objekt zuvor wieder zu entfernen.

Sitzen die Kugeln an der gewünschten Stelle, rufen Sie schließlich noch ein Würfel-Grundobjekt auf und ordnen dieses unter der Kugel im Symmetrie-Objekt ein. Der Würfel wird dadurch ebenfalls gespiegelt. Drehen Sie den Würfel um dessen Z-Achse um ca. 15° und reduzieren Sie die X-Größe auf ca. 12 cm. Die Y-Größe könnte auf ca. 4,5 cm und die Z-Größe auf ungefähr 8 cm eingestellt werden. Verschieben Sie den Würfel in der frontalen Ansicht so, dass er entsprechend der Bildvorlage das florale Element dort umfasst, wo es sich in die drei Blätter aufspaltet. Fügen Sie nach eigenem Ermessen noch eine Abrundung der Würfelkanten hinzu.

Die Zacken verformen

Um die nun vollständigen Zacken räumlich zu biegen und an den Sockel der Krone anzupassen, müssen zuerst die zwei Bestandteile der Zacken gruppiert werden. Wie zuvor am Sockel der Krone demonstriert, selektieren Sie auch diesmal das Symmetrie-Objekt und das Extrude-NURBS-Objekt und wählen im Objekt-Manager den Befehl Objekte > Objekte gruppieren aus.

Unter dem neu entstandenen Null-Objekt können dann die nötigen Deformatoren eingruppiert werden. Diese wirken automatisch auf alle Bestandteile der Null-Objekt-Gruppe.
Wir rufen dazu erneut ein Biege-Objekt auf und gruppieren dieses unter dem Null-Objekt ein. Wie zuvor beim Sockel legen Sie das Biege-Objekt wieder quer, damit der Anfasser seitlich liegt und passen die Größe des Biege-Objekts so an, dass seine Y-Größe ungefähr der halben Breite der Krone entspricht. Ein Wert um 65 cm sollte passen. Nutzen Sie den Anfasser, um die Zacken entsprechend der Kronenbasis zu krümmen. Auch hierbei sollte wieder die Y-Länge der gebogenen Teile beibehalten werden. Der Deformator arbeitet im Unbegrenzt-Modus, um beide Hälften der Gruppe zu erfassen (siehe linke Seite der Abbildung 4.74).

CINEMA-4D - Biegen und Verdrehen der oberen Zierelemente

Abbildung 4.74: Biegen und Verdrehen der oberen Zierelemente

Um die Zacken im Außenbereich zusätzlich etwas nach vorn zu neigen, ergänzen wir unter dem Null-Objekt einen weiteren Deformator, nämlich das Verdreh-Objekt. Auch dieses muss um 90° um den B-Winkel gedreht werden, damit der Anfasser seitlich liegt. Ein Richtung-Wert von ca. 8° sollte ausreichen, wobei auch hier die Y-Größe des Deformators ungefähr auf die halbe Kronenbreite beschränkt werden sollte. Dieser Deformator arbeitet im Begrenzt-Modus, um nicht beide Enden der Verzierungen gleichzeitig zu verdrehen. Es würde ansonsten zu einer gegenläufigen Verdrehung an einem Ende kommen. Wir duplizieren das fertig angepasste Verdreh-Objekt stattdessen und verschieben es entlang der Welt X-Achse auf die gegenüberliegende Hälfte der Krone. Sehr komfortabel ist dies durch ein Negieren der X-Position im Koordinaten-Manager möglich. Die Ausrichtung dieses Deformers wird auf -90° für B verändert und der Richtung-Wert auf -8° negiert. Passen Sie anschließend die Biegung erneut an, damit die Basis der Verzierung weiterhin passgenau auf dem Sockel der Krone steht. Damit ist die Basis vollständig ausmodelliert und wir können uns mit dem Aufbau der Krone beschäftigen.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium.

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