Betriebsmodi und Werkzeuge: Mit Grundobjekten arbeiten

Nach der sicherlich etwas trockenen, aber dennoch wichtigen Besprechung der Voreinstellungen, widmen wir uns nun den Grundobjekten in CINEMA 4D. Damit sind 2D- und 3D-Formen gemeint, die bereits fertig abgerufen und sehr einfach editiert werden können. Um diese Formen später verschieben, oder z. B. die Punkte auf deren Oberfläche editieren zu können, ist der richtige Umgang mit Selektionsmethoden und Betriebsmodi wichtig. Auch diese Themen spielen daher in diesem Kapitel eine Rolle. Sie werden in diesem Abschnitt auch auf erste kleine Arbeitsbeispiele stoßen, die Ihnen den Umgang mit den Grundobjekten verdeutlichen sollen. Mitmachen ist also erwünscht.

Betriebsmodi und Werkzeuge: Mit Grundobjekten arbeiten

Abbildung 2.1: Zuerst überprüfen, ob das zu bearbeitende Objekt im Objekt-Manager selektiert wurde (1), dann den gewünschten Betriebsmodus auswählen (2) und schließlich das Werkzeug aktivieren (3)

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Betriebsmodi und Werkzeuge

Prinzipiell gibt es in CINEMA 4D eine sich immer wiederholende Reihenfolge, was die Arbeit mit Objekten angeht (siehe Abbildung 2.1). Versuchen Sie sich diese bereits anfänglich einzuprägen, dann erledigen sich viele typische Anfängerprobleme bei der Bedienung später von selbst.

Zuerst wird immer das Objekt ausgewählt, das bearbeitet werden soll. Anschließend wählen Sie unter den Icons auf der linken Seite den Modus aus, in dem Sie arbeiten möchten. Schließlich selektieren Sie das gewünschte Werkzeug für die Bearbeitung (siehe Abbildung 2.1). Wenn Sie diese Reihenfolge einhalten, geht Vieles einfacher, denn einige Werkzeuge sind z. B. nicht in allen Modi verfügbar.

Was sind nun aber diese Betriebsmodi genau? Im Prinzip handelt es sich hier nur um einfache Schalter zur Aktivierung der unterschiedlichen Elemente an dem selektierten Objekt. So stehen Ihnen z. B. der Punkte-, der Kanten- und der Polygone-Modus zur Verfügung (siehe nebenstehende Abbildung). Möchten Sie also die Punkte eines Objekts bearbeiten, aktivieren Sie zuerst den Punkte-Modus bevor Sie z. B. das Verschieben-Werkzeug aktivieren, um einen Punkt neu zu platzieren.

Betriebsmodi und Werkzeuge: Mit Grundobjekten arbeiten

Soll hingegen mit dem Objekt als Ganzes umgegangen werden, also z. B. ein Objekt komplett gedreht oder verschoben werden, ist der Modell-Modus die richtige Wahl. Der Objekt-Modus, den Sie nach einem gehaltenen Klick auf den Modell-Modus auswählen können, funktioniert bis auf das Skalieren identisch. Beim Skalieren wird dann jedoch nicht die Form des Objekts vergrößert oder verkleinert sondern es wird das Achsensystem des Objekts skaliert. Dies wirkt nur oberflächlich betrachtet gleich und kann unerwünschte Effekte bei untergeordneten Objekten hervorrufen. Sinnvoll ist dieser Modus eigentlich nur, wenn Sie ein parametrisches Grundobjekt verzerren möchten, also z. B. aus einer Kugel eine Drageeform machten möchten, oder wenn die Skalierung eines Objekt in einer Animation dargestellt werden soll. Die Veränderung der Achslängen eines Objekts kann nämlich mit Keyframes aufgenommen werden. Dies wiederum funktioniert mit dem Skalieren im Modell-Modus nicht. Daher haben beide Modi durchaus ihre Daseinsberechtigung.

Unterhalb des Polygon-Modus finden Sie noch den Achse-Modus. In diesem Modus kann, losgelöst von der äußeren Form, das Achsensystem des Objekts bearbeitet werden. Dies kann hilfreich sein, wenn das lokale Achsensystem z. B. innerhalb des Objekts verschoben werden soll. Beachten Sie, dass dieser Modus wie ein Wechselschalter funktioniert und so z. B. mit dem Modell- oder dem Punkte-Modus kombiniert werden kann. Im Punkte-, Kanten- oder Polygone-Modus kann hierbei die sogenannte Modellierachse verschoben werden. Wir kommen noch darauf zu sprechen, was diese Modellierachse ist. Bei Kombination des Modell-Modus mit dem Achse-Modus hingegen editieren Sie das eigentliche Achsensystem des Objekts. In beiden Fällen können Polygone, Kanten und Punkte direkt am Objekt angeklickt werden. Das Achsensystem springt dann zu dem entsprechenden Element und rastet dort ein.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten aus einem Würfel eine Tür modelliert und Sie würde diese gerne öffnen. Dazu müsste sich die Türe natürlich möglichst um die Achse drehen, die durch die Scharniere an der Seite der Tür verläuft. Standardmäßig liegen Achsensysteme jedoch immer in der Mitte der Objekte. Dank des Achse-Modus können Sie diese Achsen nun jedoch mit dem Verschieben-Werkzeug an die Seite der Türe ziehen, dorthin, wo die Scharniere liegen sollen. Dabei kann das Achsensystem also völlig frei platziert werden und bei Bedarf sogar gänzlich außerhalb der Geometrie liegen. Schalten Sie anschließend den Achse-Modus wieder aus, kann die Türe mit dem Drehen-Werkzeug im Modell-Modus wie gewünscht um die Scharnierachse gedreht werden. Der separate Textur-Achse-Modus ist ansonsten nur für die Bearbeitung von Materialien interessant. Wir werden darauf an geeigneter Stelle zurückkommen.

Betriebsmodi und Werkzeuge

Grundobjekte editieren

Lassen Sie uns dies kurz am Beispiel eines aufgerufenen Grundobjekts üben. Sie finden die polygonalen Grundobjekte an mehreren Stellen im Layout. Zuerst wären da das Erzeugen-Menü und der dortige Eintrag Objekt zu nennen. Noch direkter ist sicherlich der gehaltene Mausklick auf das Icon mit dem blauen Würfel in der oberen Iconleiste von CINEMA 4D. Es öffnet sich eine Liste mit weiteren Icons, die alle für die sogenannten parametrischen Grundobjekte stehen (siehe seitliche Abbildung). Dies sind typische Standardformen, wie Zylinder, Kugel oder Würfel, die immer wieder in Szenen Verwendung finden. Zudem lassen sich auf den ersten Blick komplexe Objekte oft auf solche Grundformen zurückführen. Die Kombination mehrerer einfacher Grundobjekte kann daher ein guter Weg sein, schnell auch komplexere Modelle zu modellieren.

Rufen Sie aus diesem Menü einen Würfel ab. Dieser erscheint standardmäßig in der Mitte der Szene in den Editoransichten. Können Sie den Würfel dort nicht sehen, benutzen Sie die bereits bekannten Navigationsbefehle der Editoransichten oder z. B. Auf selektiertes Objekt zoomen aus dem Ansicht-Menü der Editoransichten. Ansonsten deutet in den Editoransichten ein blauer Pfeil auf die Position von selektierten Objekten hin, die aktuell nicht in der Ansicht zu sehen sind. Die seitliche Abbildung oben auf dieser Seite zeigt diesen Richtungsanzeiger.

Betriebsmodi und Werkzeuge: Mit Grundobjekten arbeiten

Abbildung 2.2: Der Objekt-Manager. Ziffer 1=Name und Type des Objekts; Ziffer 2=Basiseigenschaften; Ziffer 3=Bereich für Tags

Mit dem Aufruf des Würfels haben sich zugleich weitere Änderungen im Layout ergeben. So sollten Sie nun im rechts oben liegenden Objekte-Fenster des Layouts, den Namen Würfel lesen können (siehe Ziffer 1 in Abbildung 2.2). Dieses Fenster ist der sogenannte Objekt-Manager. Hier haben Sie immer eine komplette Übersicht über alle Objekte der Szene, auch wenn diese gerade einmal nicht in den Editoransichten zu sehen sind. Zudem können Sie hier Beziehungen zwischen Objekten herstellen, sowie deren Sichtbarkeit und andere Eigenschaften definieren. Auch die Zuordnung und Verwaltung von Tags wird hier erledigt. Tags sind zusätzliche Eigenschaften von Objekten. Dies kann z. B. das Oberflächenmaterial sein oder ein sogenanntes Expression-Tag, das automatisch die Ausrichtung des Objekts steuert und animiert. Der Objekt-Manager ist neben dem Editor und dem ebenfalls schon bekannten Attribute-Manager sehr wichtig während der Arbeit an Objekten und Szenen. Schauen wir uns daher an dieser Stelle die Funktionen des Objekt-Managers in den nächsten Tutorials etwas näher an.

Grundobjekte editieren

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium.

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