CINEMA 4D-Grundlagen: Die Projekt-Voreinstellungen – Key-Interpolation

Dass Key die Abkürzung für Keyframe ist und diese Elemente für die Animation eingesetzt werden, wurde bereits mehrfach erläutert. In der zeitlichen Lücke zwischen den Keyframes findet eine Interpolation der in den Keys gesicherten Werte statt, so dass der Werte-Übergang zwischen benachbarten Keys definiert ist. Für diese Key-Interpolation lassen sich verschiedene Optionen festlegen, die in diesem Teil der Projekt-Voreinstellungen vorgenommen werden können (siehe Abbildung 1.61).

CINEMA 4D-Grundlagen: Die Projekt-Voreinstellungen - Key-Interpolation

Abbildung 1.61: Vorgaben für die Keyframe-Interpolation in der Projekt-Voreinstellungen

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So legen Sie über das Interpolation-Menü fest, wie der interpolierte Übergang zwischen den Keyframes erfolgen soll (siehe Abbildung 1.61).

Bei Spline wird ein so genanntes Ease In- und Ease Out-Verhalten aktiviert. Auf die Positions-Animation eines Objekts bezogen bedeutet dies, dass die Bewegung langsam startet, sich dann beschleunigt und gegen Ende wieder langsam abbremst. Dies kommt den natürlichen Bewegungen in der Realität sehr nahe, da so eine gewisse Trägheit der Objekte simuliert wird. Für technische Animationen bietet sich jedoch eher die Interpolation Linear an. Dabei kommt es zu einer gleichförmigen Veränderung der Keyframewerte. Die Bewegung ist in jeder Phase gleich schnell und beginnt und endet abrupt. Die Einstellung Stufe treibt dies auf die Spitze und unterdrückt jede Interpolation zwischen den Keyframes. Es kommt dadurch zu einem schlagartigen Wechsel der Werte, sobald ein Keyframe erreicht wird. Ein typisches Beispiel hierfür wäre die Animation eines Sekundenzeigers, der ohne relevanten Übergang von einer zur nächsten Sekunde springt.
Da Sie bei der Bearbeitung einer Animation die Interpolation für jedes Keyframe auch noch individuell verändern können, gewinnt die Option für Frühere Interpolation beibehalten an Bedeutung. Wird ein bereits vorhandenes Keyframe überschrieben, so kann damit dessen Interpolation auch für das neue Key verwendet werden. Ansonsten nutzt jedes neu gesetzte Keyframe wieder die unter Interpolation eingestellte Vorgabe.

Keyframes sperren

Keyframes bestehen aus einem gespeicherten Wert und einem im Key ebenfalls festgehaltenen Zeitpunkt, zu dem eben dieser Wert in der Animation angezeigt oder umgesetzt werden soll. Beide Komponenten lassen sich getrennt voneinander sperren. Ist Wert sperren aktiv kann fortan nur noch der im Key gespeicherte Zeitpunkt editiert werden. Die z. B. im Key gesicherte Position eines Objekts bleibt also geschützt. Entsprechend verhält es sich bei Zeit sperren, nur dass dann nur noch der Keywert verändert werden kann, der Zeitpunkt des Keys jedoch fixiert bleibt.

Die Spline-Interpolation beeinflussen

Die folgenden Optionen sind nur dann relevant, wenn Sie Spline als Interpolation gewählt haben. Wie bereits angesprochen, entstehen dadurch weiche Übergänge zwischen den Keyframewerten, die natürliches Beschleunigen und Abbremsen simulieren. Möglich wird dies durch die Verwendung von Tangenten. Wenn Sie schon einmal mit Pfaden z. B. in Illustrator oder Photoshop gearbeitet haben, dürften Ihnen diese Steuerungselemente an Kurven bereits bekannt vorkommen. Über die Länge und Steigung der Tangenten kann dabei der Verlauf der Interpolationskurve zwischen den Keyframes gesteuert werden.

Tangenten bestehen aus einem linken und einem rechten Teil, um den Verlauf der Kurve zeitlich vor und nach dem Keyframe beeinflussen zu können (siehe auch Abbildung 1.62).

CINEMA 4D-Grundlagen: Die Projekt-Voreinstellungen - Key-Interpolation

Abbildung 1.62: Darstellung der Tangenten an selektierten Keyframes in der Zeitleiste

Ist Auto-Tangenten aktiviert, werden die Tangenten automatisch so skaliert und rotiert, dass eine harmonische Interpolationskurve resultiert. Einziger Nachteil ist hierbei, dass die resultierende Kurve auch leicht „überschwingen“ kann, also z. B. zwischen zwei benachbarten Keyframes mit ansonsten gleichem Wert die Kurve aus dem gewünschten Wertbereich herausschwingt. Dieses kann jedoch durch Anhaken von Abschneiden verhindert werden. Dies führt automatisch zu einer linearen Interpolation zwischen benachbarten Keyframes, wenn deren Werte absolut identisch sind.

Wird Auto-Tangente ausgeschaltet, können die Interpolationstangenten auch manuell editiert werden. Soll nur die Länge der Tangenten editierbar sein, haken Sie Tangentenwinkel sperren an. Im umgekehrten Fall, also wenn nur die Neigung der Tangenten beeinflusst werden soll, die Längen aber gleich bleiben sollen, aktivieren Sie Tangentenlänge sperren.

Im Normalfall liegen beide Tangenten auf einer Linie. Mit Tangenten brechen können Sie jedoch auch beide Seiten getrennt voneinander skalieren und drehen. Dies resultiert dann jedoch oft in einem Sprung oder einem abrupten Wechsel in der Interpolation. Um den Winkel zwischen gebrochenen Tangenten zu fixieren, schalten Sie Winkel zwischen Tangenten sperren an. Wie bereits erwähnt, sind dies alles Optionen, die sich auch noch einmal individuell für jedes gesetzte Keyframe editieren lassen.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium.

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