CINEMA 4D-Grundlagen: Die Projekt-Voreinstellungen – Das Farb-Management und Info-Fenster

Top-Tutorial, Tutorials 22. April 2014 – 0 Kommentare

Wir sind bereits bei der Besprechung des Optionen-Menüs in den Editoransichten auf das Farbmanagement von CINEMA 4D bei der Bildberechnung eingegangen. Wie Sie bereits wissen, ergeben sich bei der Erzeugung und Darstellung von Bildern einige grundsätzliche Schwierigkeiten. Jedes Gerät benutzt eigene Vorgaben, wie mit Farben und Helligkeiten umgegangen wird. Jeder, der einmal ein Digitalfoto auf verschiedenen Monitoren und dann womöglich noch einmal nach dem Ausdruck auf einem Tinten- oder Laserdrucker verglichen hat, wird teilweise riesige Unterschiede wahrgenommen haben. Bei der Betrachtung von Bildern an einem Monitor liegt dies oft an der Gamma-Kurve des Monitors und somit an dessen Kalibrierung. Beim Rendering eines Bilds interessiert sich CINEMA 4D hierfür erst einmal nicht. Intern wird mit 32 Bit Farbtiefe und somit mit feinsten Abstufungen und höchster Präzision bei der Farbbestimmung gearbeitet. Letztlich sind unsere Monitore jedoch nur in der Lage, 8 Bit-Bilder anzuzeigen. Hier kommt es also erstmals zu einer Umrechnung. Zudem hat jeder Monitor ein eigenes Gammaprofil, also eine Art Fahrplan, wie die verschiedenen Farben und Abstufungen anzuzeigen sind. Diese Gammakurve soll im Idealfall z. B. dafür sorgen dass Helligkeitsunterschiede zwischen Farben proportional wahrgenommen werden. Eine Fläche mit 50% Helligkeit soll also neben einer weißen Fläche möglichst exakt halb so hell wirken. Es geht beim Gamma also um menschliches Farb- und Helligkeitsempfinden und nicht um die tatsächliche Helligkeit eines Pixels. Diese würde ja ansonsten immer perfekt mit einem linearen Gamma-Profil wiedergegeben.

CINEMA 4D-Grundlagen: Die Projekt-Voreinstellungen - Das Farb-Management und Info-Fenster

Wir empfehlen:
Projektentwicklung mit CINEMA 4D

Um diese Veränderung der ansonsten ja physikalisch korrekten Helligkeiten eines Renderings durch das Monitorprofil zu kompensieren, müssen die Helligkeiten praktisch durch eine invertierte Gammakurve künstlich verstärkt oder abgeschwächt werden, um schließlich auf dem Monitor wieder richtig, sprich linear angezeigt zu werden. Diesen Vorgang nennt man auch neudeutsch einen linearen Workflow. Damit dieser funktionieren kann, sind dazu natürlich auch die verwendeten Bilder, Shader und Materialien in diese Berechnung mit einzubeziehen. Glücklicherweise nimmt uns CINEMA 4D dies nach dem Anhaken von Linearer Workflow automatisch ab. Die bereits beschriebene Option für Shading Linearer Workflow in den Optionen der Editoransichten tut ihren Teil dazu und zeigt uns die entsprechend korrigierten Oberflächen und Schattierungen direkt im Editor an.

Da wir in der Regel nicht nur mit künstlichen Materialien arbeiten, sondern auch z. B. Digitalbilder oder Scans auf 3D-Objekten verwenden, müssen wir CINEMA 4D nun ebenfalls noch mitteilen, wie mit diesen umzugehen ist. Standardmäßig wird hier die Einstellung sRGB für das Eingangsfarbprofil sinnvoll sein, denn nahezu alle am Computer bearbeiteten Bilder liegen in diesem Farbraum (Standard-RGB) vor. Bei dieser Einstellung werden zudem eventuell in den Bildern eingebettete Profile mit berücksichtigt.

Bei der Einstellung Linear für das Eingangsfarbprofil wird von Bildern mit linearem Farbprofil ausgegangen. Nur wenn davon abweichende eingebettete Profile vorgefunden werden, werden diese stattdessen benutzt. Ist das Eingangsfarbprofil deaktiviert, wird generell von einem linearen Farbprofil ausgegangen, auch wenn davon abweichende Profile in den Bildern gefunden werden. Grundsätzlich möchte ich Ihnen zu den Standardeinstellungen raten, also einem aktivierten linearen Workflow mit gleichzeitiger Nutzung des sRGB-Profils für eingeladene Medien. Die berechneten Bilder weisen dadurch eine gleichmäßigere Helligkeitsverteilung auf.

Das Info-Fenster

Die nächste Rubrik der Projekt-Voreinstellungen können wir wieder etwas entspannter betrachten, denn hier geht es nur um Kommentare und Statistiken, die wir zusammen mit dieser Szene sichern können (siehe Abbildung 1.59).

CINEMA 4D-Grundlagen: Die Projekt-Voreinstellungen - Das Farb-Management und Info-Fenster

Abbildung 1.59: Der Info-Bereich der Projekt-Voreinstellungen

Das Info-Fenster beginnt mit einem Textfeld für den Autor. Hier können wir uns also selbst verewigen, z. B. wenn die Szene ins Netz gestellt oder an Kollegen weitergereicht werden soll. Es kann dann jeweils erkannt werden, wer diese Szene erstellt hat. Ein echter Urheberschutz ist dies jedoch nicht, denn natürlich kann jeder diese Einträge auch nach Belieben wieder editieren. Gleiches gilt für den Copyright-Bereich. Hier können zusätzliche Informationen, z. B. zu verwendeten Bildern in Materialien oder zu 3D-Fremdobjekten eingefügt werden.

Der Info-Bereich ist schließlich für beliebige Textinformationen zu diesem Projekt gedacht. Halten Sie hier z. B. fest, wie eine komplexe Schaltung in der Szene zu bedienen ist oder welche künstlerische Aussage die dargestellten Modelle versinnbildlichen sollen.

Die unteren Felder können nicht von uns editiert werden, sondern zeigen automatisch vom Programm erzeugte Informationen an. Dazu gehört z. B. wann und mit welcher CINEMA 4D-Version die Szene ursprünglich erstellt wurde. Dies kann hilfreich sein, wenn Sie z. B. eine CINEMA 4D-Datei erhalten und dann einige Effekte in der Szene nicht funktionieren. Vielleicht wurde die Datei ja mit einer neueren Version erstellt, die Effekte beherrscht, die bei Ihnen noch nicht zur Verfügung stehen.

Schließlich lässt sich über Vorschaubild erstellen auch noch ein Bild in den Info-Bereich einfügen. Automatisch Editoransicht speichern sichert beim Speichern des Projekts automatisch die aktuelle Editoransicht. Von Editor kopieren kürzt diesen Prozess ab, indem sofort die aktuelle Editoransicht als Vorschaubild in den Info-Dialog übernommen wird. Befindet sich eine Bitmap in der Zwischenablage, kann diese über Aus Zwischenablage einfügen übernommen werden. Schließlich öffnet sich bei Aus Datei laden ein normaler Dateidialog, über den eine beliebige Bilddatei als Vorschaubild geladen werden kann. Diese Vorschaubilder werden dann z. B. bereits im Finder oder Dateibrowser Ihres Betriebssystems angezeigt und erleichtern oft die Suche nach einer bestimmten Szene, ohne diese extra öffnen zu müssen.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium.

Wir empfehlen:
Maxon BodyPaint 3D-Video-Training

Unsere Empfehlung für dich

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Cinema 4D für Einsteiger – für R16/R17/R18

Überschreite mit unserem neuen und sagenhaften Standardwerk für Cinema 4D die Grenzen der Wahrnehmung. Das Release 16 ist das beste Update, das Maxon je herausgebracht hat!

  • Neue Funktionen von R16, R17 und R18 im Detail erklärt
  • In über 15,5 Stunden Video-Training Cinema 4D von A bis Z ergründen
  • PLUS 850 PDF-Seiten und Arbeitsmaterialien
  • Maximales Kreativtraining: Nachbau des Covermotivs

Zum Training

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Folgende HTML-Elemente sind erlaubt:<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>