CINEMA 4D-Grundlagen: Die Programm-Voreinstellungen – Die Zeitleiste/der Funktionsgraph

Top-Tutorial, Tutorials 16. April 2014 – 0 Kommentare

Die Zeitleiste ist der Ort, an dem Sie mit den so genannten Keyframes, sowie mit den Interpolationskurven zwischen den Keyframes umgehen. Sie finden die Zeitleiste im Fenster-Menü von CINEMA 4D.

CINEMA 4D-Grundlagen: Die Programm-Voreinstellungen - Die Zeitleiste/der Funktionsgraph

Abbildung 1.52: Die Voreinstellungen zur Zeitleiste und dem Funktionsgraphen

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Keyframes bezeichnen dabei zu einem bestimmten Zeitpunkt der Animation festgelegte Werte. Dies können also Positionen, Größen, Drehwinkel oder auch beliebig andere Werte, wie z. B. die Helligkeit einer Lichtquelle oder die Färbung einer Oberfläche sein. In dem zeitlichen Abstand zwischen aufgenommenen Keyframes findet eine Überblendung der dort gespeicherten Werte statt. Um ein Objekt von links nach rechts zu animieren, müssen daher nur ein Keyframe für die linke Position und eines für die rechte Position aufgenommen werden. In dem zeitlichen Abstand zwischen den Keyframes berechnet CINEMA 4D dann automatisch die Verschiebung des Objekts.

Dieser berechnete Übergang zwischen benachbarten Keyframes wird mit dem Begriff Interpolation umschrieben. Die Art der Interpolation lässt sich grafisch als Kurve, der so genannten Interpolations- oder auch Funktionskurve abbilden. Sowohl für Keyframes als auch für Funktionskurven stehen innerhalb der Zeitleiste eigene Bereiche zur Verfügung.
Soweit nur kurz zur Erläuterung der Begrifflichkeiten. Kommen wir nun zu den dazu passenden Voreinstellungen (siehe Abbildung 1.52).

CINEMA 4D-Grundlagen: Die Programm-Voreinstellungen - Die Zeitleiste/der Funktionsgraph

Abbildung 1.53: Die Zeitleiste, mit einigen exemplarischen Keyframes

Allgemein

Die Cursorindikatoren sind kurze Linien die oberhalb und seitlich der Zeitleiste eingeblendet werden, um die Mauszeigerposition in der Zeitleiste anzuzeigen. Die Interaktive Aktualisierung ist nur beim Arbeiten mit Modifikationskurven und im Ripple-Bearbeitungsmodus zu beobachten.
Die ursprünglichen Kurven und Keyframes werden dann bereits beim Verschieben der Maus aktualisiert und nachgeführt und nicht erst nach dem Lösen der Maustaste. Die Selektionsvorschau aktivieren-Option sorgt für eine Farbveränderung z. B. an Keyframes, sobald der Mauszeiger darüber liegt. Gleiches lässt sich auch für die Funktionskurven (diese werden oft auch als F-Kurven abgekürzt) mit F-Kurven: Selektionsvorschau aktivieren auswählen.

Zeitleiste – Objektbereich

Die Zeitleiste bietet auf der linken Seite eine Auflistung der vorhandenen Objekte in der Szene (siehe Abbildung 1.53). Sind Objekte animiert, können die dafür vorhandenen Animationsspuren in separaten Ordnern angezeigt werden, was die Übersichtlichkeit erhöhen kann. Möchten Sie dies generell so angezeigt bekommen, aktivieren Sie die Zweige anzeigen-Option.
Zusätzlich werden z. B. bei der Animation von Positionen oder Drehwinkeln die Einzelkomponenten in separaten Spuren abgelegt. Ein Position-Keyframe besteht daher in der Regel aus drei separaten Keyframes, nämlich für den X-, den Y- und den Z-Anteil der aufgenommenen Position im Raum. Winkel werden in H-, P- und B-Anteile aufgespalten (siehe auch Abbildung 1.53). Was es damit auf sich hat, lernen Sie noch etwas später bei der Besprechung des HPB-Drehsystems. Sollen auch diese drei Spuren wieder je in einem Ordner zusammengefasst werden, so aktivieren Sie Vektorspuren anzeigen.

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Abbildung 1.54: Optionale Symboldarstellung in der Keyframes

Zeitleiste – Key-Modus

Die folgende Rubrik beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Elemente in der Zeitleiste (siehe Abbildung 1.54). Ist Gesamtspur anzeigen aktiv, wird am oberen Rand der Zeitleiste eine zusätzliche Spur angezeigt in der die Keyframes aller animierten Elemente der Szene aufgelistet werden.

Dies erleichtert z. B. die Skalierung einer kompletten Animation, um diese insgesamt schneller oder langsamer zu gestalten, bzw. um die Animation in einem Arbeitsschritt verschieben zu können. Spuranfang/-ende anzeigen legt einen farbig hinterlegten Bereich zwischen benachbarte Keyframes einer Spur. Dies macht es leichter auf einen Blick zu erkennen, wo die Animation eines Elements beginnt oder endet.

Keys linksbündig meint die Positionierung der Keyframes in der Zeitleiste. Das Kürzel Keys wird übrigens öfter stellvertretend für Keyframes benutzt. Ist die Option ausgeschaltet, erscheinen Keyframes zentriert unter den Bildnummern oder dem Zeitcode am oberen Rand der Zeitleiste. Ansonsten werden die Keys linksbündig zu diesen Zahlenwerten platziert.

Durch Keysymbole anzeigen werden zusätzlich in den Keyframeflächen Symbole für die Art der Interpolation eingezeichnet. Diese sind jedoch nur beim extremen Heranzoomen an die Keys in der Zeitleiste zu sehen. Sind die Keyframes in der Zeitleiste zu klein, wird automatisch auf eine Einblendung dieser Symbole verzichtet.

Die Möglichkeit, Objekte oder Materialien zu Ebenen zuzuweisen haben wir bereits bei der Besprechung der Ansichts-Voreinstellungen angesprochen. Die Farben dieser Ebenen können durch Anhaken von Ebenenfarbe anzeigen auch unter die Spuren der jeweiligen Elemente in der Zeitleiste gelegt werden. Ansonsten kann diese Einfärbung auch durch das Spurfarben-Menü definiert werden. Im Position/Größe/Winkel-Modus erhalten die Spuren für die Animation von Positionen, der Größe und der Ausrichtung eigene Farben. In der Einstellung Spurfarben entfällt diese Färbung und nur die Unterspuren für die X-, Y- und Z-, bzw. die H-, P- und B-Anteile der Keyframes erhalten Einfärbungen. In der Einstellung Keine Farben entfallen schließlich auch diese Farben.

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Abbildung 1.55: Der F-Kurven-Modus innerhalb der Zeitleiste zeigt gezielt die Interpolationskurven animierter Objekte an.

Da Keyframes in der Zeitleiste zusammen mit der Zoomstufe dort in der Breite skaliert werden, könnte es beim extremen Herauszoomen zu nicht mehr wahrnehmbaren Keyframes kommen. Um dem vorzubeugen, legen Sie mit Keys: Minimale Breite eine Mindestbreite in Pixeln für die Keyframes an.

Zeitleiste – F-Kurven-Modus

Wie bereits erläutert, werden Animationen hauptsächlich über Keyframes definiert. Die Zeit zwischen Keyframes wird durch Interpolationskurven überbrückt, welche die Veränderung der Werte eines Keyframes zum Nächsten anzeigen. Diese Kurven werden auch Funktions- oder kurz F-Kurven genannt und können innerhalb der Zeitleiste in einem eigenen Bereich angezeigt werden (siehe Abbildung 1.55). Auto Modifikationsmodus Reduktion bezieht sich auf die Berechnung der so genannten Modifikationskurven, die zur Beeinflussung von F-Kurven verwendet werden können. Je größer der Prozentwert angelegt wird, desto stärker ist die Vereinfachung der Form dieser Kurven.

Zeitleiste – Motion-Modus

Animationen lassen sich in Motion Clips organisieren. Dies hat z. B. den Vorteil, dass mehrere dieser Clips später wie bei einem Baukastensystem mit Übergängen versehen und überblendet werden können und so komplexe Animationen aus an sich einfachen Einzelclips erstellt werden können. Wird so ein Übergang zwischen zwei Clips automatisch erzeugt, wird der Wert für Motion Clip Übergangszeit dafür herangezogen. Ein Wert von 0 führt zu einer sofortigen Überblendung sich überlappender Clips. Die Überblendung entspricht dann von ihrer Länge her exakt der zeitlichen Überlappung der Clips. Werden größere Werte verwendet, beginnt und endet die Überblendung mit diesem Zeitabstand von den sich überlappenden Rändern der Clips her.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium.

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