CINEMA 4D-Grundlagen: Die Programm-Voreinstellungen – Der Projection Man

Top-Tutorial, Tutorials 14. April 2014 – 0 Kommentare

In Kinoproduktionen werden häufig weiter von der Kamera entfernt liegende Hintergründe durch relativ einfache 3D-Geometrien simuliert. Diese reagieren bereits ausreichend exakt auf Licht und werfen Schatten. Die Details z. B. eines Gebirges oder einiger Wolkenkratzer am Horizont werden dann durch Projektion von Texturen auf diese einfachen Geometrien vorgetäuscht. CINEMA 4D vereinfacht die Erstellung solcher Szenen durch die Projection Man-Funktionalität. Sie finden diese im Fenster-Menü von CINEMA 4D. Das Arbeitsprinzip ist recht simpel.

CINEMA 4D-Grundlagen: Die Programm-Voreinstellungen - Der Projection Man

Abbildung 1.48: Das Projection Man-Einstellungsfenster

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Nach Aufruf des Projection Mans öffnet sich ein Fenster in dem Sie oben an die vorhandenen Kamera-Objekte Ihrer Szene wiederfinden (siehe Abbildung 1.48). Darunter befindet sich eine Rubrik mit den vorhandenen Geometrien bzw. Objekten. Sie können dort die Objekte, die mit einer projizierten Bitmap belegt werden sollen z. B. mit einem Selektionsrahmen selektieren und diese schließlich per Drag&Drop im Projection Man-Fenster auf die jeweilige Kamera ziehen, die als Projektor für die Textur dienen soll.

Die Objekte sollten also bereits in Ihrer Szene an der gewünschten Stelle positioniert sein und auch die Kamera sollte derart platziert und ausgerichtet sein, dass diese Objekte möglichst vollständig erfasst werden.
Es öffnet sich nun ein kleines Kontextmenü, in dem Sie eine bereits vorhandene Bitmap laden oder eine neue, noch leere Bitmap zuweisen können. In der Regel werden Sie hier jedoch den Eintrag Deckungsrendern selektieren. Dadurch öffnet sich ein weiterer Dialog, in dem nach der gewünschten Auflösung und z. B dem Dateinamen gefragt wird. Auch eine zu den Umrissen der Objekte passende Alpha-Maske kann automatisch mit erzeugt werden. Zudem kann die Berechnungsart ausgewählt werden. So können Sie die Objekte zusätzlich mit überlagerten Kanten und z. B. ohne Verläufe in der Schattierung darstellen lassen.

Ist die Option für das Öffnen von Photoshop aktiviert, wird nach der Bestätigung dieses Dialogs über OK das Rendering gestartet und das Ergebnis anschließend in Photoshop geöffnet. Dort kann nun nach Belieben auf dem Bild gemalt oder z. B. mit Bildkollagen gearbeitet werden. Anschließend speichern Sie das Resultat einfach ab. In CINEMA 4D wurde bereits nach dem Rendern des Projection Mans ein neues Material erzeugt und dort das gerenderte Bild eingeladen. Wurde ein Alphakanal mit berechnet, ist auch dieser in dem Material aktiviert. Zudem wurde die ausgewählte Kamera so konfiguriert, dass diese das Material als eine Art Dia verwendet und auf die zugewiesenen Objekte projiziert. Sofern Sie beim Speichern aus Photoshop das ursprünglich mit CINEMA 4D gerenderte Bild immer nur überspeichern, wird das Material in CINEMA 4D automatisch mit der neuen Version des Bilds aktualisiert.

Sie dürfen die CINEMA 4D-Kamera und die 3D-Objekte nun natürlich nicht mehr verschieben, da ansonsten auch die Bild-Projektion auf den Objekten vorschoben würde. In der Regel wird daher eine zusätzliche Kamera aufgerufen, die dann natürlich frei bewegt werden kann und zur Wahl des gewünschten Betrachterstandpunkts benutzt wird. Dieser kann also durchaus von der projizierenden Kamera abweichen. Möchten Sie nachträglich noch weitere Objekte mit der projizierten Textur belegen lassen, so kehren Sie zum Projection Man-Dialog zurück und ziehen dort die neuen Objekte wieder auf die projizierende Kamera. Diesmal können Sie in dem kleinen Kontextmenü jedoch direkt die bereits existierende Bitmap auswählen.

CINEMA 4D-Grundlagen: Die Programm-Voreinstellungen - Der Projection Man

Abbildung 1.49: Diese Tiefgarage entstand durch Projektion von Fotos auf einfache Grundformen

CINEMA 4D-Grundlagen: Die Programm-Voreinstellungen - Der Projection Man

Abbildung 1.50: Die Projection Man-Rubrik in den Programm-Voreinstellungen

Die Voreinstellungen für den Projection Man

Wie Sie bereits gesehen haben, lassen sich alle notwendigen Angaben direkt in den Menüs und Dialogen vornehmen. Sie können jedoch in den Programm-Voreinstellungen auch Werte hinterlegen, die dann direkt beim Deckungsrendern eingetragen werden (siehe Abbildung 1.50). Dazu gehören natürlich Voreingestellte Texturbreite und Voreingestellte Texturhöhe. Zudem kann gewählt werden, welche Materialeigenschaften durch die gerenderte Bitmap definiert werden sollen. Vorgegeben ist die Auswahl von Leuchten, Alpha für Voreingestellte Kanäle. Dadurch wird das projizierte Bild später von der Beleuchtung der Szene entkoppelt. Sie müssen dann jedoch Schattierungen und Beleuchtungseffekte selbst in das Bild integrieren. Alternativ kann Farbe, Alpha gewählt werden. Die Bitmap reagiert dann weiterhin auf die Form der damit belegten Objekte und die Beleuchtung der Szene.

Der Photoshop-Pfad sollte von Ihnen so eingetragen werden, dass Ihre Photoshop-Installation von CINEMA 4D gefunden werden kann. Nur dann öffnet sich z. B. nach dem Deckungsrendern automatisch Photoshop. Benutzen Sie die kleine Schaltfläche am rechten Rand dieses Parameters um direkt zu Ihrer Photoshop-Installation zu navigieren. Von Projection Man berechnete Bilder werden standardmäßig direkt im Verzeichnis der aktiven Szene gesichert. Haben Sie eine neue Szene erstellt und diese vor Aufruf von Projection Man noch nicht gespeichert, wird der Arbeitspfad zum Speichern der Renderings verwendet. Wurde der Modus BodyPaint 3D gewählt, werden gerenderte Texturen in BodyPaint 3D direkt in der Texturansicht angezeigt. Dort können die Ebenen dann z. B. direkt bemalt werden. In der Einstellung Photoshop öffnet sich zum Bearbeiten der Bilder dann erst ein Auswahldialog für die Ebenen der Datei. Diese Einstellung finden Sie auch noch einmal in der Menüzeile des Projection Man-Dialogs wieder.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier: CINEMA 4D-Kompendium.

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