CINEMA 4D-Grundlagen: Die Programm-Voreinstellungen – Die OpenGL-Einstellungen

Bei der Besprechung der Ansichts-Voreinstellungen und des Optionen-Menüs sind wir bereits auf Erweitertes OpenGL gestoßen. Diese Funktionen lagern die Berechnungen von 3D-Darstellungen auf die Grafikkarte aus und entlasten damit den Hauptprozessor. OpenGL aktivieren sollte daher auf jeden Fall aktiviert werden.

CINEMA 4D-Grundlagen: Die Programm-Voreinstellungen - Die OpenGL-Einstellungen

Abbildung 1.33: Die OpenGL-Einstellungen der Programm-Voreinstellungen

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Nur wenn Sie an einem Rechner mit antiker Grafikkarte oder veralteten Treibern arbeiten müssen, sollte diese Option deaktiviert werden. Die Darstellung wird dann automatisch vom Hauptprozessor mit erledigt, was in der Regel nicht nur qualitativ schlechter aussieht sondern zudem auch noch oft langsamer ist.

Die Wahl des Texturmodus entscheidet über die Darstellungsqualität von geladenen Bildern, die z. B. in Materialien verwendet werden (siehe Abbildung 1.33). Dies hat jedoch ausschließlich – wie übrigens alle OpenGL-Einstellungen – nur etwas mit der Editordarstellung Ihrer Szene zu tun. Beachten Sie, dass Texturen hierfür in den Speicher der Grafikkarte geladen werden. Bilder mit hohen Auflösungen können daher ggf. nicht von dieser Funktion profitieren, falls der Arbeitsspeicher Ihrer Grafikkarte dafür nicht ausreicht. Die Einstellungen Linear und Nächster kennen Sie bereits aus den Ansichts-Voreinstellungen. Nächster führt generell zu schärferen Darstellungen, wogegen Linear die Darstellung beim Hineinzoomen weichzeichnet. Mipmap bietet schließlich im Editor die beste Darstellungsqualität, da die dargestellte Auflösung der Texturen je nach Betrachtungsabstand automatisch variiert werden kann.

Unter dem Begriff Antialiasing versteht man eine Kantenglättung. Diese wird notwendig, da im Druck und natürlich auch auf dem Monitor nur mit einer begrenzten Anzahl an Pixeln gearbeitet wird, die zudem in einem regelmäßigen Raster angeordnet sind.

Diagonal über den Monitor verlaufende Linien lassen sich daher beispielsweise nur durch kurze, gegeneinander verschobene horizontale Striche beschreiben. Diese bilden im Extremfall dann sichtbare Treppchen, was natürlich nichts mehr mit der durchgehenden Geraden zu tun hat, die wir eigentlich darstellen wollten.
Das Antialiasing fügt der Darstellung der schrägen Linie daher seitliche, in der Helligkeit und Farbe abgestufte Pixel hinzu, um diese Treppchen auszugleichen. Die Qualität der Darstellung steigert sich dadurch in der Regel erheblich, wenngleich darunter auch die Randschärfe leiden kann. Der Antialiasing-Regler erlaubt Ihnen die Wahl zwischen verschiedenen Qualitätsstufen für die Darstellung im Editor. Je höher der Wert, desto aufwändiger die entsprechende Berechnung.

MAXON selbst empfiehlt mit diesem Regler vorsichtig umzugehen, da nicht jede Grafikkarte diese Funktion stabil unterstützt. Sollten Sie Darstellungsprobleme oder gar ein instabiles Verhalten von CINEMA 4D beobachten, belassen Sie den Wert besser bei 0.

Maximum Transparenztiefe definiert die maximale Anzahl an transparenten Objekten, die hintereinander noch eigenständig dargestellt werden. Maximum Lichtquellen regelt die Anzahl an Lichtquellen, die maximal zur Berechnung der OpenGL-Oberflächenschattierung herangezogen werden. Maximum Schatten schließlich legt die maximale gleichzeitige Darstellung von Schattenwürfen unterschiedlicher Lichtquellen fest.

Die Option Shader-Cache verwenden sorgt dafür, dass die kompilierten Shader in der Szene gesichert werden. Dies kann die Abarbeitung der Shader und somit die Darstellungsgeschwindigkeit beschleunigen helfen, bei nicht optimal angepassten Treibern der Grafikkarte aber auch zu Problemen führen. Es gilt also auch hier, dass Sie diese Option bei instabilem Verhalten von CINEMA 4D deaktivieren sollten.

Damit die gesamte Erweiteres OpenGL-Funktionalität ausgeschöpft werden kann, muss Ihre Grafikkarte gewisse Mindestanforderungen erfüllen. Ein Klick auf OpenGL-Fähigkeiten zeigen führt daher einen Schnelltest durch, in dem tatsächlich vorhandene Leistungsdaten Ihrer Karte mit den notwendigen Mindestanforderungen verglichen werden. Ein Informationsfenster gibt im Anschluss das Ergebnis dieser Überprüfung wieder und stellt in der unteren Statuszeile fest, ob Erweitertes OpenGL in Gänze genutzt werden kann oder eben nicht.

In jedem Fall kann natürlich in gleicher Weise im Editor mit Objekten gearbeitet werden. Einzig die Geschwindigkeit und Darstellungsqualität der Beleuchtung und der Materialien kann beeinträchtigt sein. Da die Nutzung von OpenGL bei den zahlreich vorhandenen Grafikkarten, Treibern und Betriebssystemen gewisse Risiken für die Stabilität des Programms darstellen kann, mag es Systeme geben, auf denen Veränderungen der Standardeinstellungen zu Abstürzen führen. In solchen Fällen halten Sie beim nächsten Start von CINEMA 4D die Tasten Ctrl und Shift gedrückt. OpenGL wird dadurch automatisch beim Start des Programms in den Programm-Voreinstellungen deaktiviert.

Über den Autor

Dieses Tutorial ist ein Auszug aus dem CINEMA 4D-Kompendium von Arndt von Koenigsmarck. Das komplette CINEMA 4D-Kompendium mit über 850 Seiten Know-how als Download (PDF und ePub) gibt es hier zum Download: CINEMA 4D-Kompendium.

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